Während die Absatzzahlen enttäuschen und die Margen bröckeln, drückt Daimler Truck beim Zukunftsthema Gas: Autonome Lkw rollen jetzt auch durch Michigan, und eine komplett neue Motorengeneration soll die strengsten Abgasnormen der US-Geschichte erfüllen. Kurz vor der Jahresbilanz am 12. März stellt sich die Frage, ob diese Investitionen den operativen Gegenwind wettmachen können.
Autonome Tests auf öffentlichen Straßen
Torc Robotics, die Tochter für autonomes Fahren, hat Ende Februar die Testoperationen auf Michigan ausgeweitet. Erstmals kommt das neueste autonome Chassis auf Basis des Freightliner Cascadia auf öffentlichen Straßen zum Einsatz. Die Ingenieure in Ann Arbor entwickeln parallel daran, die Software unter neuen Umgebungs- und Wetterbedingungen zu validieren.
Der Schritt folgt auf bestehende Testbetriebe in Dallas-Fort Worth und Blacksburg. Michigan bietet dabei eine zusätzliche Dimension: härtere Winter, andere Straßenverhältnisse, neue Datenquellen für die KI-Modelle. Das Ziel ist klar definiert – die Kommerzialisierung der autonomen Technologie voranbringen.
Gen-6-Motoren für die EPA-2027-Ära
Parallel präsentierte die Antriebsmarke Detroit drei neue Motorengenerationen: DD13, DD15 und DD16. Sie alle müssen die ab 2027 geltenden EPA-Standards erfüllen. Der neue NOx-Grenzwert sinkt drastisch von 0,2 auf 0,035 Gramm pro Pferdestärkenstunde.
Die Ingenieure haben dafür ein Pre-SCR-System integriert und das Kraftstoffsystem neu gestaltet. Über sieben Jahre und mehr als acht Millionen Testmeilen liefen die Aggregate unter extremen Bedingungen – von minus 40 bis plus 130 Grad Fahrenheit. Die Kraftstoffeffizienz soll im Fernverkehr um rund drei Prozent steigen. Die DD13 und DD15 starten im Januar 2027, die DD16 folgt ein Jahr später.
Absatzkrise in Nordamerika drückt das Ergebnis
Die strategischen Vorstöße treffen auf ein schwieriges Umfeld. Konzernweit lieferte Daimler Truck 2025 nur noch 422.510 Fahrzeuge aus, acht Prozent weniger als im Vorjahr. Besonders hart traf es Nordamerika: Der Absatz brach dort um 26 Prozent auf 141.814 Einheiten ein.
Das bereinigte operative Ergebnis im dritten Quartal fiel um 40 Prozent auf 716 Millionen Euro. Die Umsatzrendite im Industriegeschäft sackte von 9,3 auf 6,3 Prozent ab. Hauptgrund ist der schwache Frachtmarkt in den USA. Kunden warten ab, investieren nicht. Dazu kommt die Unsicherheit über US-Zölle, die das Unternehmen mit einem niedrigen dreistelligen Millionenbetrag belasten.
Ein Lichtblick: Der Absatz batterieelektrischer Fahrzeuge stieg um 67 Prozent auf 6.726 Einheiten. Die Marktanteile in Nordamerika hielten sich stabil bei 40 Prozent, in Europa liegt Mercedes-Benz Trucks knapp unter 20 Prozent.
Jahresbilanz als Lackmustest
Am 12. März legt der Konzern die vollständigen Zahlen für 2025 vor und gibt den Ausblick für 2026 bekannt. Die Finanzdokumente erscheinen um 7:30 Uhr MEZ, die Präsentation folgt um 9:00 Uhr. Dann wird sich zeigen, wie stark der nordamerikanische Nachfragerückgang auf das Jahresergebnis durchschlug – und ob das Management die Investitionen in autonome Technik und neue Motoren plausibel begründen kann.
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