Nach einem starken Lauf ist bei IBM in den vergangenen Tagen spürbar Vorsicht eingekehrt. Der Kurs hat sich vom Hoch entfernt, während der Markt auf ein zentrales Ereignis zusteuert: die Zahlen zum vierten Quartal 2025. Entscheidend wird sein, ob IBM die hohen Erwartungen an das Softwaregeschäft und die aktuelle KI-Strategie erfüllen kann.
Analysten treiben Erwartungen hoch
Mehrere Investmentbanken haben zu Jahresbeginn die Latte für IBM höher gelegt. Jefferies stufte die Aktie am 5. Januar auf „Buy“ hoch und setzte das Kursziel auf 360 US‑Dollar. Bank of America zog mit einem Ziel von 335 US‑Dollar nach, Evercore ISI peilt 330 US‑Dollar an. Der Tenor: Die mittelfristige Story bleibt intakt, auch wenn der Markt kurzfristig vorsichtiger agiert.
Im Zentrum der optimistischen Einschätzungen steht das Softwaregeschäft, insbesondere Red Hat. Stifel etwa bekräftigte seine Kaufempfehlung und rechnet mit einem organischen Softwarewachstum von 7–8 %, im Einklang mit der Entwicklung im Jahr 2025. Genau diese Dynamik soll die Grundlage für weiteres Margenwachstum und steigende Cashflows bilden.
Trotz der aufgestockten Kursziele hat die Aktie zuletzt nachgegeben. Auf Euro-Basis liegt der Kurs heute bei 259,25 Euro und damit rund 17 % unter dem 52‑Wochen-Hoch, bleibt aber klar über dem Tief des vergangenen Jahres. Der Rückgang der letzten Wochen signalisiert vor allem Gewinnmitnahmen und erhöhte Zurückhaltung vor den Zahlen.
Fokus auf KI und Post-Quantum-Sicherheit
Parallel zu den Finanzthemen arbeitet IBM weiter an seiner technologischen Positionierung. Am 22. Januar hat der Konzern eine strategische Partnerschaft mit Keyfactor, einem Anbieter für digitale Vertrauenslösungen, bekannt gegeben. Ziel ist es, Unternehmenskunden auf die Ära der „Post-Quantum-Kryptografie“ vorzubereiten.
Konkret soll die Automatisierungsplattform von Keyfactor mit der Cybersicherheits-Expertise von IBM Consulting verknüpft werden. Hintergrund ist die Erwartung, dass künftige Quantencomputer heutige Verschlüsselungsverfahren angreifbar machen. IBM versucht, sich hier frühzeitig als Anbieter von Beratungs- und Sicherheitslösungen zu positionieren – ein Bereich mit hohen Margen und langfristiger Nachfrage.
Auch im KI-Bereich bleibt der Konzern aktiv. Neue Kooperationen mit S&P Global und dem Chip-Spezialisten Groq zielen darauf ab, die watsonx-Plattform breiter in Unternehmensprozesse zu bringen und sogenannte agentic AI-Anwendungen schneller in die Praxis zu überführen. Damit adressiert IBM den Trend zu spezialisierten, produktiv einsetzbaren KI-Systemen, statt nur allgemeiner Plattformversprechen.
Quartalszahlen als Bewährungsprobe
Am 28. Januar legt IBM die Zahlen für das vierte Quartal 2025 vor. Der Termin gilt als Schlüsseltest für die optimistische Analysten-Story. Die Konsensschätzungen sind ambitioniert:
- EPS: rund 4,33 US‑Dollar, nach 3,92 US‑Dollar im Vorjahr
- Umsatz gesamt: etwa 19,22 Mrd. US‑Dollar, nach 17,55 Mrd. US‑Dollar im Vorjahresquartal
- Software-Umsatz: erwartet werden rund 8,9 Mrd. US‑Dollar
Besonders genau wird der Markt auf das Softwaresegment schauen. Ein Wachstum von etwa 7 % gegenüber dem Vorjahr gilt als Mindestbedingung, damit die jüngsten Kurszielanhebungen nachvollziehbar bleiben. Verfehlt IBM diese Marke, könnte das die Diskrepanz zwischen den bullishen Analystenkommentaren und der vorsichtigen Kursentwicklung weiter vergrößern.
Ebenso wichtig wird der Blick nach vorn: Die Prognose für 2026, insbesondere zur Entwicklung des freien Cashflows und der Margen, dürfte erheblichen Einfluss auf die weitere Kursrichtung haben. Gelingt es IBM, sowohl beim Softwarewachstum als auch beim Ausblick überzeugende Akzente zu setzen, hätten die jüngsten Rücksetzer im Kurs im Nachhinein durchaus den Charakter einer gesunden Atempause vor dem nächsten größeren Schritt.
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