Die BASF-Aktie verlor am Freitag deutlich an Boden und rutschte auf 44,59 Euro – ein Minus von 3,67 Prozent. Verantwortlich für den Abverkauf waren gleich zwei kritische Einschätzungen von Barclays und JPMorgan, die das Vertrauen in eine schnelle Erholung der europäischen Chemieindustrie untergraben. Während der DAX nur moderat nachgab, traf es den Chemiesektor mit voller Wucht.
Die wichtigsten Fakten:
– Barclays senkt Kursziel von 41 auf 40 Euro, Rating „Equal Weight“
– JPMorgan bestätigt „Underweight“ wegen China-Überangebot
– Stoxx Europe 600 Chemicals verliert 1,37 Prozent
– Branchenkollegen Lanxess und Evonik ebenfalls unter Druck
Zwei Banken, eine Botschaft
Barclays-Analyst Alex Sloane macht wenig Hoffnung: Mangelnde Absatzvolumina, stagnierende Preise und fragile Endmärkte prägen das Bild für 2026. BASF gehöre derzeit nicht zu den Sektor-Favoriten. Das neue Kursziel von 40 Euro liegt deutlich unter dem aktuellen Niveau.
JPMorgan teilt die Skepsis. Analyst Chetan Udeshi sieht vor allem die wachsende Konkurrenz aus China als Problem. Zwar diskutiere Peking Maßnahmen gegen Überkapazitäten, doch konkrete Erfolge blieben bisher aus. Eine Gewinnerholung der europäischen Chemieriesen scheint in weiter Ferne.
Die Reaktion des Marktes ließ nicht auf sich warten: Das Handelsvolumen bei BASF war erhöht, auch Wettbewerber wie Lanxess gaben überproportional nach.
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Strategie versus Realität
Abseits der Börse arbeitet das Management an der Neuausrichtung. Partner Vattenfall bestätigte die finale Investitionsentscheidung für den Offshore-Windpark „Nordlicht“ – ein wichtiger Schritt zur Sicherung grüner Energie für die europäischen Standorte. Angesichts des jüngsten Anstiegs der europäischen Gaspreise um zehn Prozent gewinnt diese Unabhängigkeit an Bedeutung.
Gleichzeitig expandiert BASF Agricultural Solutions durch die Übernahme von AgBiTech im biologischen Pflanzenschutz. In China soll bis Jahresende ein Steamcracker am neuen Verbundstandort Zhanjiang vollständig anlaufen. Die operative Realität steht damit im Kontrast zur Analystenskepsis: Während JPMorgan vor China-Risiken warnt, setzt der Konzern dort auf Wachstum.
Kostendruck als Hoffnungsträger
Das laufende Sparprogramm sieht Einsparungen von 2,1 Milliarden Euro bis Ende 2026 vor. Ob diese Maßnahmen schnell genug greifen, um die prognostizierte Volumenschwäche zu kompensieren, bleibt die entscheidende Frage. Technisch hat der Rutsch unter 45 Euro das Chartbild eingetrübt. Während Barclays und JPMorgan vorsichtig bleiben, halten andere Häuser wie Bernstein an positiven Szenarien fest. Das Aktienrückkaufprogramm mit bislang 9,42 Millionen zurückgekauften Aktien konnte die negative Marktstimmung nur bedingt abfedern.
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