Infineon Aktie: Zollrisiko bremst

Angekündigte US-Strafzölle treffen die deutsche Autoindustrie und damit den wichtigen Zulieferer Infineon. Analysten bleiben trotz politischer Risiken optimistisch.

Kurz zusammengefasst:
  • US plant Zölle gegen europäische Importe
  • Automobilbranche als Hauptbetroffener im Fokus
  • Aktie korrigiert nach starkem Jahresauftakt
  • Mögliche Akquisition stützt positive Perspektive

Drohen neue US-Strafzölle, geraten deutsche Exportwerte sofort unter Druck – das zeigt sich heute eindrucksvoll bei Infineon. Die angekündigten Maßnahmen der US-Regierung im Streit um Grönland treffen besonders die Automobilindustrie und damit einen der wichtigsten Absatzmärkte des Chipkonzerns. Wie stark begrenzt diese politische Unsicherheit das kurzfristige Kurspotenzial?

US-Zölle treffen Auto- und Chipsektor

Die US-Administration stellt für Importe aus acht europäischen Ländern, darunter Deutschland, Strafzölle von 10 Prozent ab dem 1. Februar 2026 in Aussicht. Ab dem 1. Juni 2026 könnten diese sogar auf 25 Prozent steigen. Für exportorientierte Branchen wäre das ein spürbarer Gegenwind.

Infineon

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Besonders im Fokus stehen die deutschen Autohersteller, die einen großen Teil ihrer Fahrzeuge in den USA absetzen. Entsprechend fielen heute die Kurse von:

  • Volkswagen Vz: Tagesverlust von über 4 Prozent
  • BMW und Mercedes-Benz: Rückgänge zwischen 3 und 4 Prozent

Als bedeutender Zulieferer für Fahrerassistenzsysteme, Leistungselektronik und weitere Automotive-Chips hängt Infineon eng an der Entwicklung dieser Hersteller. Analysten wie Henning Cosman (Barclays) sehen die deutschen Autobauer als besonders verletzlich gegenüber den Zollplänen – sinkende US-Absätze würden direkt auf die Bestellungen bei Infineon durchschlagen.

Kursrücksetzer nach starkem Jahresstart

Nach einem dynamischen Start ins neue Jahr trifft die Zoll-Debatte den Wert in einer technisch sensiblen Phase. Die Aktie schloss heute bei 40,90 Euro. Damit liegt der Titel zwar rund 70 Prozent über dem 52-Wochen-Tief vom April 2025, aber knapp 4 Prozent unter dem erst am 13. Januar markierten Jahreshoch von 42,53 Euro.

Auffällig ist der starke Anstieg in den vergangenen Monaten: Auf 30-Tage-Sicht steht noch ein Plus von rund 14,5 Prozent, auf Sicht von zwölf Monaten knapp 20 Prozent. Der aktuelle Rückschlag bringt den Kurs wieder näher an den Bereich um 40 Euro – eine Zone, die charttechnisch als wichtige Unterstützung gilt. Gleichzeitig notiert die Aktie deutlich über ihren gleitenden Durchschnitten (50, 100 und 200 Tage), was auf einen übergeordnet intakten Aufwärtstrend hindeutet, der aber kurzfristig ins Wanken geraten kann.

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Die Lage in Kürze:

  • Schlusskurs heute: 40,90 Euro
  • Abstand zum 52-Wochen-Hoch: rund -3,8 %
  • Abstand zum 52-Wochen-Tief: rund +69,7 %
  • 30-Tage-Performance: +14,5 %
  • RSI (14 Tage): 46,3 – neutraler Bereich

Mit einer 30-Tage-Volatilität von gut 67 Prozent bleibt der Titel anfällig für schnelle Bewegungen, insbesondere bei neuen Schlagzeilen aus Washington.

Analysten bleiben positiv, M&A-Fantasie stützt

Trotz der politischen Risiken sehen nicht alle Marktteilnehmer die Entwicklung ausschließlich negativ. Das Analysehaus Jefferies hält an seiner positiven Einschätzung fest und bestätigt ein Kursziel von 52 Euro. Vom aktuellen Niveau aus entspricht das einem theoretischen Aufwärtsspielraum von rund einem Drittel. Begründet wird dies mit der starken Position des Unternehmens im europäischen Technologiesektor und insbesondere im Automotive-Geschäft.

Zusätzliche Spannung bringt eine mögliche Transaktion auf der M&A-Seite: Nach Berichten könnte Infineon im Februar 2026 den Standort Premstätten vom angeschlagenen Sensorhersteller AMS-Osram übernehmen. AMS-Osram benötigt dringend Liquidität zum Schuldenabbau, während Infineon durch einen solchen Zukauf seine Kapazitäten und seine Technologie-Basis strategisch verbreitern könnte. Operativ wäre das ein Kontrapunkt zu den aktuell dominierenden Makrorisiken.

Technisches Bild und Ausblick

Die jüngsten Nachrichten haben das technische Setup eingetrübt. Der DAX geriet im Zuge der Zollmeldungen unter Druck und testete die Marke von 25.000 Punkten. Bei Infineon rückt nun vor allem die Zone um 40 Euro in den Vordergrund. Hält dieser Bereich, bleibt der übergeordnete Trend trotz der Belastungen intakt. Ein klarer Bruch nach unten würde dagegen eine tiefere Korrektur begünstigen.

Gleichzeitig gilt: Solange die Gefahr deutlich erhöhter US-Zölle real bleibt, dürfte der Weg zurück zu den jüngsten Hochs erschwert sein. Das Aufwärtspotenzial wird kurzfristig weniger von der operativen Stärke bestimmt, sondern von der Frage, ob die politischen Drohungen in konkrete Maßnahmen münden oder in Verhandlungen entschärft werden. Für die kommenden Wochen sind daher neue Signale aus Washington der entscheidende Faktor für die weitere Kursentwicklung von Infineon.

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