Die Bawag PSK muss sich auf neuen Gegenwind aus der Politik einstellen. Ein aktueller Antrag der Grünen im österreichischen Nationalrat fordert, die Bankenabgabe nicht wie geplant 2027 auslaufen zu lassen, sondern bis mindestens 2029 zu verlängern. Für das hochprofitable Institut könnte dies eine erhebliche finanzielle Mehrbelastung bedeuten und den künftigen Spielraum für Ausschüttungen einengen.
Übergewinnsteuer im Visier der Politik
Im Kern zielt die politische Initiative darauf ab, die Bemessungsgrundlage der Sonderabgabe grundlegend zu ändern. Statt der Bilanzsumme sollen künftig gezielt sogenannte Übergewinne besteuert werden. Da die Bawag als eines der effizientesten Institute im Sektor gilt, stünde sie bei einer solchen Reform besonders im Fokus. Ohne eine politische Verlängerung würde die Branche ab 2027 eigentlich um rund 300 Millionen Euro entlastet – ein Betrag, den die Befürworter der Abgabe nun zur Stützung des Staatsbudgets heranziehen wollen.
Diese Debatte trifft die Bank in einer Phase operativer Stabilität. Während die EZB ihren Leitzins bei 2,15 % eingependelt hat, bewegen sich die österreichischen Bauzinsen für zehnjährige Kredite derzeit zwischen 3,15 % und 3,50 %. Das sorgt für weiterhin auskömmliche Margen im Kreditgeschäft, wie auch der am 13. März veröffentlichte Jahresfinanzbericht für 2025 untermauert.
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Charttechnik und regulatorische Hürden
An der Börse zeigt sich das Papier am Montag mit einem Plus von 2,35 % bei 121,80 Euro zwar erholt, bleibt aber mit einem Minus von knapp 7 % seit Jahresbeginn belastet. Die Aktie notiert aktuell etwa 13,8 % unter ihrem 52-Wochen-Hoch vom Februar, hält sich jedoch noch knapp über dem wichtigen 200-Tage-Durchschnitt von 118,57 Euro.
Zusätzliche Unsicherheit kommt aus dem europäischen Ausland. In der Schweiz bereitet der Bundesrat für April 2026 verschärfte Eigenmittelverordnungen vor, während die deutsche BaFin vor Risiken bei offenen Immobilienfonds warnt. Da die Bawag in der Verwaltung und Besicherung solcher Produkte aktiv ist, beobachten Aufseher die Stabilität dieses Segments nun genauer.
Die Entscheidung über die künftige Steuerlast liegt bei den Koalitionspartnern ÖVP, SPÖ und NEOS. Sollte der Antrag auf eine Übergewinnsteuer tatsächlich eine parlamentarische Mehrheit finden, müssten Investoren die langfristige Dividendenfähigkeit der Bawag neu bewerten. Die kommenden Sitzungen des Nationalrats werden zeigen, ob der politische Druck in konkrete Gesetzesänderungen mündet.
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