Bayer hat die Jahreszahlen 2025 vorgelegt – und muss einen deutlich gestiegenen Verlust von 3,6 Milliarden Euro vermelden. Hauptverantwortlich: die anhaltenden Rechtsstreitigkeiten rund um Glyphosat und PCB in den USA. Gleichzeitig steht ein milliardenschwerer Vergleich im Raum, der 2026 massiv auf die Liquidität drücken dürfte. Die Frage ist: Gelingt es dem Konzern, sich rechtlich zu entlasten und operativ wieder Fahrt aufzunehmen?
Geschäftszahlen: Ziele erreicht, Verlust ausgeweitet
Der Umsatz lag 2025 bei 45,6 Milliarden Euro – währungsbereinigt ein Plus von 1,1 Prozent. Das bereinigte EBITDA sank allerdings um 4,5 Prozent auf 9,67 Milliarden Euro. Beide Werte übertrafen leicht die Analystenerwartungen.
Problematisch bleibt die Ergebnisseite: Der Nettoverlust wuchs um gut eine Milliarde auf 3,6 Milliarden Euro. Grund sind erneut die enormen Aufwendungen für US-Klagen. Die Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten kletterten per Jahresende auf 11,8 Milliarden Euro.
Für 2025 schlägt der Vorstand eine Dividende von 0,11 Euro je Aktie vor – auf Vorjahresniveau. Die Hauptversammlung findet am 24. April 2026 statt.
Glyphosat-Vergleich: Fünf Milliarden Dollar Abfluss erwartet
Mitte Februar kündigte Bayer einen umfassenden Sammelvergleich zu den Roundup-Klagen an. Die Folge: Für 2026 rechnet der Konzern mit einem negativen freien Cashflow von minus 2,5 bis minus 1,5 Milliarden Euro. Darin enthalten sind Auszahlungen für Rechtsstreitigkeiten von rund fünf Milliarden Euro.
Parallel einigte sich Bayer Anfang 2026 in acht PCB-Fällen am Sky Valley Education Center sowie mit den US-Bundesstaaten Illinois und West Virginia. Die juristische Aufarbeitung der Altlasten verschlingt weiterhin erhebliche Mittel.
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Ausblick 2026: Stagnation bei steigender Verschuldung
Für das laufende Jahr stellt Bayer einen währungsbereinigten Umsatz von 45 bis 47 Milliarden Euro in Aussicht – eine Veränderung zwischen null und plus drei Prozent. Das bereinigte EBITDA soll zwischen 9,6 und 10,1 Milliarden Euro liegen.
Finanzvorstand Wolfgang Nickl erwartet, dass höhere Ergebnisse in der Agrarsparte und im Consumer-Health-Geschäft die Schwäche der Pharmasparte ausgleichen. Die Nettofinanzverschuldung dürfte bis Jahresende auf 32 bis 33 Milliarden Euro steigen, nachdem sie Ende 2025 bei knapp 29,8 Milliarden Euro lag.
Pipeline-Hoffnung: Gadoquatrane vor Zulassung
Auf dem European Congress of Radiology in Wien präsentiert Bayer aktuell neue Phase-III-Daten zu Gadoquatrane, einem MRT-Kontrastmittel mit 60 Prozent reduzierter Gadolinium-Dosis. Zulassungsanträge laufen bereits in den USA, der EU, Japan und China – weitere Märkte sollen folgen.
Die Radiologie-Sparte erwirtschaftete 2024 einen Umsatz von 2,1 Milliarden Euro. Gadoquatrane könnte mittelfristig zu einem wichtigen Umsatztreiber werden, sofern die Zulassungen durchlaufen.
Nachhaltigkeits-Ratings verbessert
Positiv wertet Bayer die jüngsten Fortschritte im Nachhaltigkeitsbereich: MSCI vergab erstmals ein AA-Rating, Sustainalytics hob Ende 2025 seine „Red Flag“ auf – ein Signal, dass die Eindämmung der Glyphosat-Risiken zumindest in der Wahrnehmung von ESG-Analysten Wirkung zeigt.
Der Konzern steht 2026 vor einem Drahtseilakt: Auf der einen Seite die milliardenschwere Rechtsbereinigung, auf der anderen Seite der Versuch, mit Innovationen wie Gadoquatrane wieder operative Stärke zu entwickeln. Der negative Cashflow und die steigende Verschuldung setzen das Unternehmen unter erheblichen Druck.
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