Nach einem schwierigen Jahr sammelt Fiserv wieder Argumente auf der positiven Seite. Eine strategische Partnerschaft in Japan und neue Mittelzuflüsse von institutionellen Investoren treffen auf eine deutlich gefallene Bewertung – reicht das für eine nachhaltige Erholung?
Strategische Allianz in Japan
Am Donnerstag legte die Aktie im regulären Handel zu und kletterte nachbörslich bis auf 67,40 US-Dollar, ein Plus von 2,54 %. Auslöser ist eine strategische Kooperation mit der Sumitomo Mitsui Card Company (SMCC).
- Einführung der Clover-Point-of-Sale-Plattform in Japan
- Geplanter Start des Rollouts: Ende 2026
- Zielgruppe: Millionen kleiner und mittlerer Unternehmen im Einzelhandel und in der Gastronomie
- Einbettung in die staatliche Initiative zur Ausweitung bargeldloser Zahlungen
Für Fiserv ist die Partnerschaft ein wichtiger Schritt zur geografischen Diversifizierung nach bereits erfolgten Clover-Einführungen in Brasilien und Australien.
Parallel dazu zeigen aktuelle Meldungen zu institutionellen Investoren eine deutliche Umschichtung. Rakuten Investment Management Inc. hat eine neue Position aufgebaut und 61.772 Aktien im Wert von rund 7,96 Mio. US-Dollar erworben. Mountain Pacific Investment Advisers LLC hingegen hat seinen Bestand um etwa 40,9 % reduziert und 173.906 Aktien verkauft, hält aber weiterhin ein Paket von mehr als 32 Mio. US-Dollar.
Bewertungsniveau und Rückschlag
Die Erholung setzt auf einem deutlich niedrigeren Bewertungsniveau an als in den Vorjahren. Marktdaten zufolge liegt das aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnis bei etwa 7 bis 10, was insbesondere wertorientierte Anleger wie Rakuten offenbar anspricht.
Gleichzeitig bleibt die Vorgeschichte belastend:
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Fiserv?
- 52-Wochen-Hoch bei 238,59 US-Dollar
- Kursrückgang von rund 72 % innerhalb von zwölf Monaten
- Belastung durch schwache Q3-Zahlen:
- Gewinn je Aktie: 2,04 US-Dollar (Erwartung: 2,64 US-Dollar)
- Umsatz: 4,92 Mrd. US-Dollar (Erwartung: 5,37 Mrd. US-Dollar)
Trotz dieser Rückschläge fiel die erste Marktreaktion auf die Japan-News positiv aus. Unterstützung kommt auch von der Unternehmensführung: Insider haben zuletzt rund 34.900 Aktien im Gesamtwert von 2,21 Mio. US-Dollar gekauft. Marktbeobachter sehen darin ein Signal, dass das Management den Kursrückgang als überzogen einstuft.
Historischer Ballast und Analystensicht
Die aktuelle Lage ist stark von Vertrauensfragen geprägt. Probleme in der Kommunikation rund um Aktienoptionsprogramme und daraus resultierende Sammelklagen haben die Aktie 2025 zu einem der schwächsten Titel im S&P 500 gemacht.
Vor diesem Hintergrund ist die Vereinbarung mit Sumitomo Mitsui Card von zentraler Bedeutung. Sie zeigt, dass das Unternehmen trotz operativer Herausforderungen und juristischer Themen in den USA weiterhin große internationale Mandate gewinnen kann.
Analysten bleiben jedoch vorsichtig. Verschiedene Datenanbieter melden im Schnitt Einstufungen im Bereich „Moderate Buy“ bis „Buy“, gleichzeitig aber eine hohe Zahl an „Hold“-Ratings. In einigen Übersichten entfallen etwa 8 bis 14 Empfehlungen auf „Kauf“ und 19 bis 22 auf „Halten“. Zur Zurückhaltung trägt auch die gesenkte Prognose für das Geschäftsjahr 2025 mit einem erwarteten Gewinn je Aktie von 8,50 bis 8,60 US-Dollar bei.
Ausblick auf Quartalszahlen und Kursmarken
Der nächste entscheidende Termin ist der 10. Februar 2026, wenn die Zahlen für das vierte Quartal vorgelegt werden. Dann dürfte sich zeigen, ob die strategischen Weichenstellungen – inklusive der Japan-Expansion – zu einer Stabilisierung der Ergebnisentwicklung beitragen.
Charttechnisch versucht die Aktie derzeit, im Bereich um die Mitte der 60-US-Dollar-Marke einen Boden auszubilden. Ein nachhaltiger Ausbruch über 68 US-Dollar könnte darauf hindeuten, dass die jüngste Kapitulationsphase abgeschlossen ist. Gelingt dies trotz der positiven Nachrichtenlage nicht, wäre ein erneuter Test der jüngsten Tiefststände wahrscheinlich. Analysten wie Jefferies und TD Cowen bleiben vorerst bei „Neutral“ und warten konkrete Signale in der anstehenden Quartalsbilanz ab.
Fiserv-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Fiserv-Analyse vom 23. Januar liefert die Antwort:
Die neusten Fiserv-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Fiserv-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 23. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Fiserv: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
