ServiceNow liefert operativ neue Argumente – doch an der Börse dominiert weiter die Skepsis gegenüber Enterprise-Software im KI-Zeitalter. Ausgerechnet jetzt bekommt die zugekaufte KI-Plattform Moveworks eine wichtige US-Regierungszertifizierung. Kann so ein Schritt die Stimmung drehen, obwohl der Sektor insgesamt unter Druck steht?
Moveworks öffnet die Tür zum Public Sector
Moveworks, die Conversational-AI-Plattform, die ServiceNow im Dezember 2025 übernommen hat, hat die FedRAMP-Moderate-Zulassung erhalten. Das teilte das Unternehmen gestern per Pressemitteilung mit. Damit können US-Bundesbehörden, Verteidigungsdienstleister und öffentliche Organisationen den Moveworks AI Assistant offiziell in ihren Belegschaften einsetzen.
Die spezielle Variante Moveworks GovCloud läuft in einer dedizierten AWS GovCloud (US)-Umgebung. Sie automatisiert Anfragen aus IT, HR und Finance und unterstützt laut Mitteilung mehr als 100 Sprachen. Als Nutzer im Umfeld des „federal ecosystem“ nannte ServiceNow unter anderem Leidos, ManTech und Broadcom.
Zusätzlich will Moveworks weitere Freigaben anstreben, darunter FedRAMP High und Impact Level 5 (IL5). Präsentieren will ServiceNow die FedRAMP-fähige Technologie auf dem ServiceNow Gov Forum am 5. März 2026.
Aktie stabilisiert sich – Jahresstart bleibt schwach
Trotz der Nachricht bleibt die Kurslage angespannt. Die Aktie schloss gestern bei 104,40 US-Dollar, ein Tagesplus von rund 1,86%. Am Vortag lag der Schlusskurs bei 102,49 US-Dollar.
Im größeren Bild ist das nur ein kleiner Lichtblick: Seit Jahresbeginn liegt das Papier laut den im Artikel genannten Daten mehr als 30% im Minus. Die 52-Wochen-Spanne unterstreicht die Fallhöhe: Im Juli 2025 standen noch 211,48 US-Dollar zu Buche, das jüngste Tief lag am 9. Februar bei 98,00 US-Dollar. Die Marktkapitalisierung wird derzeit auf rund 109 Mrd. US-Dollar beziffert.
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KI-Sorge trifft den ganzen Sektor
Ein wichtiger Belastungsfaktor kommt nicht aus den Zahlen, sondern aus dem Marktumfeld. Ein Ende Februar viel diskutierter Research-Post – vom Wall Street Journal als „Citrini Substack post“ bezeichnet – schürte die Angst, dass fortgeschrittene KI-Agenten klassische Workflow-Software in Teilen überflüssig machen könnten. Das erhöhte den Verkaufsdruck in mehreren Software- und Payment-Titeln, ServiceNow geriet dabei mit unter die Räder.
Der Software-Sektor steht laut Quelltext bereits seit Ende Januar unter anhaltendem Druck, weil sich die Diskussion über KI-Risiken für SaaS-Geschäftsmodelle verschärft hat. Selbst die Q4-Zahlen am 28. Januar, die die Erwartungen übertrafen, konnten den Abwärtstrend nicht stoppen.
Partnerschaft mit TCS und weitere Zukäufe
Parallel baut ServiceNow seine KI-Positionierung weiter aus. Ende Februar wurde eine mehrjährige Partnerschaft mit Tata Consultancy Services (TCS) ausgeweitet. TCS soll im Rahmen des Deals KI-gestützte Lösungen direkt auf der Plattform entwickeln – mit Fokus auf Unternehmen, die KI über Pilotprojekte hinaus skalieren wollen.
Auch auf der M&A-Seite bleibt das Tempo hoch: Am 12. Februar meldete ServiceNow die Übernahme von Pyramid Analytics (KI-gestützte Business-Analytics-Plattform). Zuvor wurden bereits Data World und Veza zugekauft.
Insider-Signal: McDermott plant Kauf
Ein weiteres Detail aus dem Quelltext: CEO Bill McDermott kündigte laut SEC-Unterlagen an, am 27. Februar ServiceNow-Aktien im Wert von 3 Mio. US-Dollar kaufen zu wollen. Er und vier weitere Führungskräfte beendeten zudem ihre automatisierten Verkaufsprogramme. Evercore ISI ordnete das laut Bericht als eines der ersten auffälligen Insider-Kaufsignale im Software-Sektor ein.
Zum nächsten größeren Termin gibt es ebenfalls eine Orientierung: Als nächster Berichtstermin wird voraussichtlich der 22. April 2026 genannt. Dann wird sich zeigen, ob das Unternehmen seine operative Linie – inklusive der Guidance für 2026er Subscription-Umsatz von rund 15,5 Mrd. US-Dollar – in einem weiter nervösen KI-Marktumfeld bestätigen kann.
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