Eutelsat Aktie: Russland-Ausstieg komplett

Der Satellitenbetreiber Eutelsat kündigt die letzten Verträge mit dem russischen Staatsoperator RSCC. Der finanzielle Einfluss ist gering, während das Unternehmen den Fokus auf den Ausbau des LEO-Geschäfts mit OneWeb verstärkt.

Andreas Sommer ·
Eutelsat Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Kündigung nach Totalverlust des Satelliten Express-AT1
  • Umsatzauswirkung im niedrigen einstelligen Millionenbereich
  • Starker Umsatzanstieg im LEO-Segment mit OneWeb
  • Finanzierung für milliardenschweren Umbau gesichert

Eutelsat trennt sich von den letzten Kapazitätsverträgen mit dem russischen Staatsoperator RSCC. Ausgelöst wurde die Kündigung durch den vollständigen Ausfall des Satelliten Express-AT1 am 4. März — ein Totalverlust, den weder RSCC noch der Hersteller Reshetnev verhindern konnten. Den zweiten Vertrag, für Express-AT2, beendete Eutelsat wegen der geplanten Umsiedlung des Satelliten.

Finanziell hält sich der Schaden in engen Grenzen. Der Umsatzeffekt bewegt sich im niedrigen einstelligen Millionenbereich, das EBITDA für das Geschäftsjahr 2025/26 bleibt praktisch unberührt, die Jahresziele stehen. Die GEO-Flotte schrumpft von 33 auf 31 Satelliten — eine Zahl, die den laufenden Portfolioabbau im geostationären Segment widerspiegelt.

GEO schrumpft, LEO wächst

Der Kontext macht den Schritt bedeutsamer als die nüchternen Zahlen vermuten lassen. Eutelsat hatte die Kapazitäten von Express-AT1 und AT2 ursprünglich noch mindestens drei Jahre weiternutzen wollen. Beide Satelliten waren 2014 gestartet worden und ergänzten die eigene Abdeckung an der Position 36 Grad Ost. Nun fallen 27 geleaste Transponder weg — und mit ihnen Verträge, die ohnehin unter Sanktionsdruck standen.

Das GEO-Segment leidet strukturell: Im ersten Halbjahr sanken die Konnektivitätserlöse um 4,5 Prozent auf 197 Millionen Euro, die Videoerlöse brachen um 12,3 Prozent auf 267 Millionen Euro ein. Gegen diesen Rückgang setzt Eutelsat auf die LEO-Sparte rund um die OneWeb-Konstellation. Deren Umsätze stiegen im Jahresvergleich um fast 60 Prozent auf rund 111 Millionen Euro — LEO trägt inzwischen etwa 20 Prozent zum Gesamtumsatz bei.

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Finanzierung für den Umbau steht

Einen vollständigen Rückzug aus russischen Kapazitäten markiert die Kündigung allerdings nicht. In der GEO-Flotte verbleibt weiterhin der RSCC-eigene Satellit Express-AMU1, der von 36 Grad Ost aus Teile Russlands, Europas und Subsahara-Afrikas versorgt.

Den Finanzierungsrahmen für den LEO-Ausbau hat Eutelsat Anfang März gesichert: Eine Anleiheemission über 1,5 Milliarden Euro in zwei Tranchen — 850 Millionen Euro mit fünfjähriger Laufzeit zu 5,75 Prozent und 650 Millionen Euro mit siebenjähriger Laufzeit zu 6,25 Prozent. Hinzu kommen rund 975 Millionen Euro an Exportkreditfinanzierungen, abgesichert durch eine französische Staatsgarantie über Bpifrance. Moody’s hob das Rating daraufhin um zwei Stufen auf Ba3 an, Fitch um drei Stufen auf BB.

Bis zum Ende des Geschäftsjahres 2028/29 peilt Eutelsat Umsätze von mehr als 1,5 Milliarden Euro an — finanziert durch ein Investitionsprogramm von rund 4 Milliarden Euro bis 2029. Die Kapitalstruktur steht, der Umbau läuft.

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Eutelsat Aktie

2,06 EUR

– 0,01 EUR -0,48 %
KGV 0,00
Sektor Technologie
Div.-Rendite 0,00 %
Marktkapitalisierung 2,43 Mrd. EUR
ISIN: FR0010221234 WKN: A0HGPT

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