Die Deutsche Bank hat im abgelaufenen Geschäftsjahr das stärkste Ergebnis ihrer jüngeren Geschichte eingefahren. Während der testierte Jahresbericht die beeindruckenden Milliardenerträge bestätigt, versteckt sich im Kleingedruckten eine unangenehme Überraschung. Vier ehemalige Mitarbeiter fordern astronomische Summen und eröffnen damit eine neue juristische Baustelle für das Frankfurter Geldhaus.
Die Forderung hat es in sich: Rund 800 Millionen Dollar verlangen die früheren Banker wegen angeblicher Reputationsschäden. Hintergrund sind umstrittene Geschäfte mit der italienischen Monte dei Paschi aus dem Jahr 2008. Obwohl anfängliche Verurteilungen in Italien 2022 aufgehoben wurden, sehen sich die Ex-Mitarbeiter zu Unrecht als Sündenböcke abgestempelt. Hinzu kommt eine weitere Klage über 152 Millionen Euro vor einem Frankfurter Gericht. Das Management weist die Vorwürfe als unbegründet zurück und verzichtet vorerst auf Rückstellungen, um die laufenden Verfahren nicht zu gefährden.
Historische Gewinne und höhere Dividende
Diese juristischen Störfeuer treffen auf ein fundamental kerngesundes Geschäft. Der nun bestätigte Vorsteuergewinn für 2025 schoss um 84 Prozent auf 9,7 Milliarden Euro nach oben. Auch die Aktionäre sollen profitieren: Die geplante Dividende steigt um rund 50 Prozent auf 1,00 Euro je Anteilsschein. Gepaart mit einem Aktienrückkaufprogramm fließen insgesamt 2,9 Milliarden Euro an die Anteilseigner zurück.
Trotz dieser massiven Kapitalrückgaben reagiert der Markt verhalten. Mit einem aktuellen Kurs von 25,39 Euro verzeichnet das Papier seit Jahresbeginn ein Minus von gut 24 Prozent. Anleger gewichten die neu aufgetauchten rechtlichen Risiken und konjunkturellen Sorgen derzeit offenbar höher als die operativen Erfolge. Zumindest ein altes Problem ist endgültig vom Tisch: Der Bundesgerichtshof wies die Beschwerde im Postbank-Streit ab. Die fälligen 112 Millionen Euro sind bereits vollständig durch Rückstellungen abgedeckt.
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Strategie 2028 und neue Risikofaktoren
Um das Vertrauen der Märkte nachhaltig zu stärken, treibt der neue Finanzvorstand Raja Akram, der den Posten im März 2026 offiziell übernommen hat, die Vision der „Globalen Hausbank“ voran. Bis 2028 peilt das Institut eine Nachsteuerrendite von über 13 Prozent sowie eine Aufwand-Ertrag-Relation von unter 60 Prozent an.
Gleichzeitig wachsen die Herausforderungen abseits des klassischen Bankgeschäfts. Das auf knapp 26 Milliarden Euro angewachsene Private-Credit-Portfolio rückt zunehmend in den Fokus von Analysten. Experten von Morningstar DBRS warnen für das laufende Jahr vor einer branchenweiten Verschlechterung der Kreditqualität in diesem Segment. Margendruck und die steigende Verschuldung der Kreditnehmer bilden hier ein konkretes Risiko.
Die Deutsche Bank hat ihre Sanierungsphase operativ erfolgreich abgeschlossen und liefert verlässlich hohe Erträge. Die Kombination aus dem wachsenden Private-Credit-Engagement und den neu offengelegten Millionenklagen dämpft jedoch die Euphorie. Solange das Frankfurter Institut diese juristischen Altlasten nicht transparent abräumen kann, dürfte die Bewertung der Aktie weiterhin von einem spürbaren Risikoabschlag geprägt sein.
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