Drei Tage vor der Jahresbilanz am 11. März muss Porsche liefern. Der Absatz in China bricht ein, die korrigierte Elektrostrategie kostet Milliarden – und die Aktie rutscht auf ein frisches 52‑Wochen‑Tief. Kann das neue Führungsduo schon beim ersten großen Auftritt einen glaubwürdigen Stabilisierungspfad für 2026 aufzeigen?
China bremst – Porsche zieht Konsequenzen
Der Knackpunkt liegt klar in Fernost. 2025 sanken die weltweiten Auslieferungen auf 279.449 Fahrzeuge, rund 10% weniger als im Vorjahr. In China fiel der Rückgang mit minus 26% auf 41.938 Einheiten besonders deutlich aus. Porsche erklärt das mit stärkerer Konkurrenz lokaler Premiummarken und Zurückhaltung im Luxussegment.
Die Reaktion ist konkret – und weitreichend: Bis Ende 2026 soll das autorisierte Händlernetz in China auf nur noch 80 Standorte schrumpfen. Offiziell läuft das unter „Value over Volume“, praktisch ist es eine harte Priorisierung der Profitabilität in einem Markt, der lange als Wachstumsmotor galt.
Elektrostrategie kostet 1,8 Milliarden Euro
Während die Elektrifizierungsquote 2025 auf 34,4% stieg, passt Porsche die Modellstrategie an. Hintergrund: Die Nachfrage nach reinen E‑Autos bleibt in Teilen des Markts hinter früheren Erwartungen zurück. Deshalb will der Konzern stärker auf margenstabilere Verbrenner- und Hybridvarianten setzen.
Finanziell drückt dabei vor allem eine operative Belastung von 1,8 Milliarden Euro aus der revidierten Elektrostrategie. Zusätzlich steht im Raum, dass Porsche seine elektrische Sportwagenreihe auf Eis legen könnte, um Kosten zu senken. Unterm Strich: Der Kurswechsel soll Flexibilität bringen, ist aber kurzfristig teuer.
Erwartungen und Kurs: Vertrauen wird neu vermessen
Vor den Zahlen ist die Latte niedrig gehängt. Für das abgelaufene Quartal erwarten Analysten nur noch 0,38 Euro Gewinn je Aktie nach 0,91 Euro im Vorjahreszeitraum. Beim Umsatz steht ein Rückgang von 11,52 auf 9,97 Milliarden Euro im Raum.
Parallel sinken die Kursziele: Goldman Sachs reduzierte von 46 auf 40 Euro („Neutral“) und sieht schwierige Jahre 2026 und 2027, mit möglicher Entlastung erst durch eine Modelloffensive 2028. UBS kürzte auf 42 Euro. Kepler Cheuvreux klingt vorsichtiger optimistisch und verweist auf eine mögliche „positive Cash Conversion“ 2026 sowie Anzeichen, dass der Tiefpunkt im Gewinnzyklus bereits erreicht sein könnte – unter anderem wegen perspektivisch geringerer Restrukturierungskosten.
An der Börse spiegelt sich der Gegenwind bereits: Am Freitag schloss die Aktie bei 38,01 Euro (-2,56%) und markierte damit zugleich das 52‑Wochen‑Tief. Auf 12‑Monats‑Sicht steht ein Minus von 30,33% – die frühere Bewertungsprämie ist damit deutlich geschrumpft.
Zum Termin am 11. März geht es deshalb um mehr als die 2025er-Zahlen: Entscheidend wird eine Prognose für 2026 und ein belastbarer Strategiepfad, der Absatzdruck und EV-Kosten zusammenbringt. Eine gekürzte Dividende gilt als wahrscheinlich – und das Management selbst spricht davon, 2026 als Tiefpunkt zu durchschreiten.
Porsche AG-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Porsche AG-Analyse vom 8. März liefert die Antwort:
Die neusten Porsche AG-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Porsche AG-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 8. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Porsche AG: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
