PALLADIUM ERSTMALS ÜBER 3.000 US-DOLLAR: GEHT DER BOOM WEITER?



08:17 09.05.21

Während Anleger bei Gold und Silber auf eine ausgedehnte Geduldsprobe gestellt werden, zeigt Palladium, dass die Edelmetalle auch weiterhin das Zeug zum Renditebringer haben: Das weiße Metall hat ein neues Allzeithoch bei 3.011,24 US-Dollar erreicht. Kurz darauf setzte zwar eine leichte Erholung ein, doch Palladium wird weiterhin rund um die Marke von 3.000 US-Dollar gehandelt. Damit summiert sich der Wertzuwachs in diesem Jahr auf rund 25 Prozent sowohl in US-Dollar als auch in Euro. Und der Sprung über die runde Marke hat ein starkes Zeichen in die Investment-Welt gesendet: Palladium ist und bleibt der Rendite-Superstar unter den Edelmetallen.

Für den jüngsten Sprung des Palladiumpreises gibt es einen unerfreulichen Grund: Der russische Produzent „Nornickel“ hat bekannt gegeben, dass zwei Minen überflutet wurden und dadurch deutlich weniger Palladium als erwartet gefördert werden könne. Innerhalb von nur zwei Wochen ist der Palladiumpreis daraufhin um rund 20 Prozent angestiegen. Allerdings ist auf dem Palladiummarkt seit vielen Jahren ein strukturelles Defizit zu beobachten, welches dazu geführt hat, dass Palladium in den vergangenen Jahren zuverlässig zweistellige Zuwachsraten pro Jahr erzielt hat.

Nun scheiden sich allerdings die Geister im Hinblick auf die weitere Entwicklung: „Palladium kann sehr illiquide sein und das macht die Bewegungen noch verrückter. Diese Rallye kann sich fortsetzen, besonders wenn die Autoverkäufe anfangen, sich zu verbessern,“ sagte UBS-Analyst Giovanni Staunovo der Nachrichtenagentur Reuters. Er verweist darauf, dass die Nachfrage aus der Autoindustrie bereits jetzt steigt und voraussichtlich weiter steigen werde. Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch hält im Gespräch mit Reuters dagegen und befürchtet, dass die Marke von 3.000 US-Dollar dauerhaft nicht zu halten sein werde, da Automobilhersteller von Palladium auf billigeres Platin umsteigen würden.



Die Automobilindustrie ist seit vielen Jahren der wichtigste Preistreiber auf dem Palladiummarkt. Denn strengere Umweltvorschriften sorgen dafür, dass die Autobauer immer mehr Palladium in ihren Benzinmotoren verwenden. Zudem wird Palladium lediglich in einer Handvoll Staaten abgebaut und ein Unglück wie in Russland kann die Versorgung mit Palladium völlig einbrechen lassen. Und nicht zuletzt die positiven Aussichten für die Weltwirtschaft unterstützen das Industriemetall Palladium.

Hierzulande ist Palladium bei Anlegern noch nicht weit verbreitet. Die hohe Mehrwertsteuer von 19 Prozent für Münzen und Barren aus Platin schreckt viele Investoren ab. Zudem gibt es nur wenige Anlageprodukte auf Basis von Palladium; die meisten Prägestätten verzichten auf die Herstellung von Bullion-Motiven aus Palladium. Allerdings hat Palladium in den vergangenen Jahren den Aufpreis durch die Mehrwertsteuer mehr als ausgleichen können und auch Besitzern von physischem Palladium einen stattlichen Wertzuwachs beschert.

Anleger können vom Boom der Weißmetalle dennoch profitieren und völlig legal den Mehrwertsteuer-Aufschlag umschiffen, wenn sie ihre Münzen und Barren über das Zollfreilager von pro aurum handeln. Hierbei handelt es sich um eine Sammelverwahrung in einem Hochsicherheitslager in der Schweiz. Solange die Ware im Lager verbleibt, fällt die Mehrwertsteuer für Silber, Platin und Palladium nicht an. Erst bei einer Auslieferung, die jederzeit nach Vereinbarung möglich ist, wird die Mehrwertsteuer berechnet. Käufe und Verkäufe über das Zollfreilager sind jederzeit möglich.

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Über den Autor
 
Autor: Benjamin Summa Benjamin Summa,
pro aurum

Benjamin Summa ist seit dem 1. Juli 2011 Unternehmenssprecher beim Münchner Edelmetallhandelshaus pro aurum. In dieser Position berichtet er direkt an die Geschäftsführer Robert Hartmann und Mirko Schmidt. Benjamin Summa verantwortet die interne und externe Kommunikation. Zuvor war er Wirtschafts-Redakteur beim Axel Springer Finanzen Verlag.

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