BARGELDGRENZE: EUROPAWEITE SENKUNG AUF 10.000 EURO STEHT BEVOR



08:45 16.05.21

Von 14.999 auf 10.000 und inzwischen auf 2.000 Euro – diese drei Zahlen gelten für viele kritische Zeitgenossen als Beweis, dass Bargeld den Regierungen in Europa ein Dorn im Auge ist. Immerhin wurde die Grenze für anonyme Bargeldzahlungen beim Edelmetallkauf in Deutschland in den vergangenen Jahren mehrfach gesenkt. Die Folge: Viele beliebte Anlageprodukte können nicht mehr anonym gekauft werden.

Weil die Regelungen für anonyme Bargeldzahlungen in der Europäischen Union derzeit noch stark unterschiedlich gehandhabt werden, sollen künftig europaweite Regeln gelten: Die EU-Kommission will Barzahlungen über 10.000 Euro verbieten. Dies kündigte EU-Kommissarin Mairead McGuinness in einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ an: „Wir reden über eine Obergrenze von 10.000 Euro. So viel Geld in den Taschen herumzutragen, ist ganz schön schwer. Die meisten Menschen machen das nicht“, stellte McGuinness süffisant fest. Im Juli soll ein ganzes Bündel an Gesetzen gegen Geldwäsche vorgestellt werden.

Wenn die europaweite Bargeldgrenze kommt, ändert sich für Deutschland vorerst nichts. Denn bereits jetzt wird bei Zahlungen über 10.000 Euro in Deutschland die Identität festgestellt, die Grenze für anonyme Goldkäufe liegt bei 1999,99 Euro, ab genau 2.000 Euro wird der Ausweis gefordert. Es gibt aber keine allgemeine Höchstgrenze für Bargeldzahlungen. Im Klartext: Auch eine Immobilie oder ein Flugzeug könnte in bar bezahlt werden, wenn die Personaldaten des Käufers festgehalten werden.



Während viele Länder in der Europäischen Union deutlich restriktivere Anti-Bargeld-Gesetze haben als Deutschland, bricht in vielen Staaten eine neue Zeitrechnung an – in Litauen, Luxemburg und Malta, aber auch in Irland und Österreich gibt es keine Höchstgrenze für Bargeldzahlungen.

Die Initiative der Europäischen Kommission wird die Diskussion um staatliche Repressionen gegenüber dem bisherigen Geldsystem, das auf Münzen und Scheinen basiert, weiter befeuern. Bereits die Abschaffung des 500-Euro-Scheines hat viele Kritiker auf den Plan gerufen, die fundamentale Freiheitsrechte beschnitten sehen. Und tatsächlich ist auffällig, dass in der Rhetorik mancher EU-Politiker stets ein latenter Generalverdacht mitschwingt, wenn über Bargeldzahlungen gesprochen wird. Zudem halten sich hartnäckig Gerüchte, wonach die EU an einer digitalen Version des Euro arbeitet.

In der Edelmetall-Welt dürfte nach Bekanntwerden der EU-Pläne die Sorge zunehmen, dass auch der Kauf von Gold und Silber künftig weiter eingeschränkt wird. Immerhin ist es mit der aktuellen Bargeldgrenze im anonymen Tafelgeschäft nicht mehr möglich, beliebte Produkte wie den 100-Gramm-Goldbarren zu kaufen. Die Standard-Einheit der Bullionmünzen, die Feinunze, ist aktuell noch im Tafelgeschäft zu bekommen. Doch was passiert, wenn der Goldpreis über 2.000 Euro pro Feinunze springt? Oder wenn die Gold-Grenze weiter gesenkt wird?

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Über den Autor
 
Autor: Benjamin Summa Benjamin Summa,
pro aurum

Benjamin Summa ist seit dem 1. Juli 2011 Unternehmenssprecher beim Münchner Edelmetallhandelshaus pro aurum. In dieser Position berichtet er direkt an die Geschäftsführer Robert Hartmann und Mirko Schmidt. Benjamin Summa verantwortet die interne und externe Kommunikation. Zuvor war er Wirtschafts-Redakteur beim Axel Springer Finanzen Verlag.

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