Abfindung erhalten? So können Sie Steuern sparen und gleichzeitig fürs Alter vorsorgen



14:04 24.06.21

Erhält man vom Arbeitgeber mit der Kündigung oder dem Aufhebungsvertrag zusätzlich eine Abfindung, stellt sich Arbeitnehmern häufig folgende Frage: Welche Optionen habe ich, die Einmalzahlung so zu versteuern, dass am Ende möglichst viel übrigbleibt?

Neben den gängigen Möglichkeiten, wie die Anwendung der Fünftelregelung, die ratenweise Auszahlung oder die clevere Wahl des Auszahlungszeitpunktes der Abfindung, gibt es auch Lösungen, mit denen Gekündigte Steuern sparen und zeitgleich fürs Alter vorsorgen können.

Die Abfindung als betriebliche Altersversorge

Seit 2018 gilt: Abfindungen bleiben steuerfrei, wenn sie in eine betriebliche Altersvorsorge eingezahlt werden. Der Arbeitnehmer kann für maximal die letzten zehn Jahre seines Dienstverhältnisses einen Betrag von vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung steuerfrei in die betriebliche Altersversorgung einzahlen.

Auf diese Weise lässt sich die Rente deutlich aufstocken, denn bereits eingezahlte Beiträge spielen keine Rolle. Die steuerliche Begünstigung gilt dabei nur für Beiträge, die in eine Pensionskasse, einen Pensionsfond oder in eine Direktversicherung eingezahlt werden. Nicht vergessen sollte man dabei allerdings, dass die spätere Betriebsrente voll versteuert wird. Der Steuersatz in der Rentenphase ist jedoch normalerweise niedriger als in der Erwerbsphase:

Es ist auch möglich, seine Abfindung in einen Riester- oder Rürup-Vertrag einzuzahlen, was wiederum nicht steuerfrei ist. Viele Steuern bei der Abfindung können Arbeitnehmer dennoch durch die Verringerung ihrer Einkommenshöhe in Kombination mit der Fünftelregelung sparen.

Die Abfindung als DRV-Wertguthaben

Das Wertguthaben-Modell der Deutschen Rentenversicherung (DRV) eignet sich vor allem für ältere Arbeitnehmer, deren Renteneintritt nicht mehr in allzu weiter Ferne liegt. Das Wertguthaben kann nämlich als Überbrückungsgeld bis zur Rentenzeit dienen, wenn zum Beispiel kein Anspruch auf Arbeitslosengeld mehr besteht.

Dafür muss der Arbeitgeber für den zu entlassenden Arbeitnehmer die geplante Abfindungssumme auf ein betriebliches Langzeitkonto einzahlen. Und nach der Entlassung überträgt er das Geld als Wertguthaben an die Deutsche Rentenversicherung.

Voraussetzung hierfür ist, dass das Wertguthaben mindestens sechsmal so hoch wie der einstige monatliche Bezug ist. Verdiente der Arbeitnehmer also 2.000 Euro, muss das Wertguthaben wenigstens 12.000 Euro betragen. Unabhängig vom sonstigen Vermögen des Arbeitnehmers, verwaltet die DRV das Wertguthaben treuhänderisch.



Nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses hat der Gekündigte die Möglichkeit, sich einen festen monatlichen Betrag vom Guthabenkonto überweisen zu lassen. Die DRV fungiert dabei im Prinzip wie ein Arbeitgeber, mit dem man in einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis steht. Für den Inhaber des Wertguthabenkontos besteht voller Sozialversicherungsschutz und auch die Pflichtversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse bleibt bestehen.

Bei einer monatlichen Entnahme des Geldes vom Guthabenkonto ist die steuerliche Belastung deutlich geringer, als würde der Arbeitgeber die Abfindung auf herkömmliche Weise auszahlen. Ist das Renteneintrittsalter erreicht und es befindet sich noch Geld auf dem Wertguthabenkonto, wird das Konto ausgelöst und das Geld ausgezahlt. Die Restsumme muss nach der Fünftelregelung versteuert werden und es fallen Sozialversicherungsbeiträge an.

Die Abfindung als Zusatzbeitrag für die gesetzliche Rente

Ab dem 50. Lebensjahr können Arbeitnehmer die Abfindung teilweise als Zusatzbeitrag bei der gesetzlichen Rente einsetzen. So sollen mit der Frührente verbundene Abschläge ausgeglichen werden. Solche Sondereinzahlungen in die Rente lassen sich von den Steuern absetzen.

Geht der Arbeitnehmer doch nicht in Frührente (ab 63 Jahre), hat der bereits geleistete Zusatzbeitrag positive Auswirkungen auf die Höhe seiner Rente. Zusätzlich eingezahlte Beiträge wirken sich stets rentensteigernd aus. Die getätigten Sonderzahlungen können jedoch nicht zurückerstattet werden.

Um die Abfindung als Zusatzbeitrag für die gesetzliche Rente einsetzen zu können, müssen dem theoretischen Frührentenstart 35 Versicherungsjahre vorausgehen. Dabei gelten nicht nur Jahre mit normaler Beitragszahlung als Versicherungsjahre, sondern auch die Jahre, die man mit der Ausbildung oder Kindererziehung zugebracht hat. Diese Steuersparstrategie bei der Abfindung ist für viele sehr attraktiv. In Ausnahmefällen können auch jüngere Arbeitnehmer ihre Abfindung für den Renten-Zusatzbeitrag einsetzen.

Viele Gekündigte kennen ihre Arbeitnehmerrechte nicht und lassen sich eine viel zu geringe oder keine Abfindung auszahlen. Profitieren Sie gerne von unserer unverbindlichen und kostenlosen Erstberatung, wenn Sie Unterstützung bei der Durchsetzung Ihrer Abfindung benötigen. Ein Anwalt der Verbraucherrechtskanzlei VON RUEDEN prüft zunächst, ob und in welcher Höhe Ihnen eine Abfindung zusteht. Anschließend kann er die Abfindung mit Ihrem Arbeitgeber verhandeln und die höchstmögliche Summe für Sie herausholen. Sie erreichen uns unter der Telefonnummer 030 – 200 590 770 oder über unsere E-Mail-Adresse info@rueden.de.

Johannes von Rüden, Rechtsanwalt und Gründer der Kanzlei VON RUEDEN

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Über den Autor
 
Autor: Johannes von Rüden Johannes von Rüden,
VON RUEDEN

Johannes von Rüden ist Rechtsanwalt und Partner der Verbraucherrechtskanzlei VON RUEDEN. Mit seiner Kanzlei hat er sich auf Fälle im Abgasskandal und auf Kreditwiderrufe spezialisiert. Im Zuge des Dieselskandals der deutschen Autohersteller steht den Fahrzeughaltern ein Schadensersatz zu, der vor Gericht eingefordert werden muss. Widerrufe von Immobilien- oder Autokrediten sind möglich, wenn der Kreditvertrag fehlerhaft ist. Eine anwaltliche Prüfung gibt hier Sicherheit. In beiden Fällen verteidigen Johannes von Rüden und sein Team die Verbraucherseite und verfolgen das Ziel, einen Fall zum wirtschaftlichen Vorteil des Mandanten zu gewinnen. Weitere Informationen unter: www.rueden.de.

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