Aktien – spannende Woche voraus



13:12 26.07.21

Nach Einbruch gut erholt: Die deutschen Aktienbörsen haben die vergangene Woche nach einem missglückten Start überwiegend mit Gewinnen beendet. Zu Wochenbeginn waren die Märkte eingebrochen, die Fokussierung der Anleger auf die zunehmende Verbreitung der Delta-Variante des Coronavirus sowie Inflationssorgen bescherten den wichtigsten Indizes Tagesverluste von bis zu knapp drei Prozent. Im weiteren Wochenverlauf stiegen das Vertrauen in eine anhaltende wirtschaftliche Erholung und die Stimmung an den Märkten dann aber wieder kontinuierlich. Hierzu trugen Konjunkturdaten und das Bekenntnis der Europäischen Zentralbank (EZB) zu einer weiter extrem lockeren Geldpolitik ebenso bei wie Analystenkommentare, Unternehmenszahlen und die Vorgaben der Wall Street. Wir stellen den Marktkommentar von Robert Ertl, Börse München vor.


DAX – nach Einbruch erholt


Der Deutsche Aktienindex (Dax) legte im Wochenvergleich um 0,8 Prozent zu auf 15.669,29 Punkte. Gegenüber seinem Stand nach dem Einbruch vom vergangenen Montag bedeutete dies sogar ein Plus von 3,5 Prozent. Größte Wochengewinner waren einmal mehr die Titel von Delivery Hero  mit einem Anstieg um 5,6 Prozent, gefolgt von Daimler mit 4,3 Prozent. Der Essenslieferdienst profitierte von der Entscheidung der südkoreanischen Wettbewerbs- und Kartellbehörde, wonach Delivery Hero mehr Zeit für den Verkauf seiner Südkorea-Tochter Yogiyo bekommt. Beim Autobauer half unter anderem eine Analystenempfehlung. Der MDax markierte am vergangenen Freitag ein neues Rekordhoch, im Wochenvergleich gewann er 2,1 Prozent auf 35.163,22 Zähler. Der TecDax verbesserte sich um 1,6 Prozent auf 3.668,39 Punkte. Der m:access All-Share allerdings gab 1,3 Prozent ab auf 3.065,44 Zähler.

Anleihen: EZB-Sitzung sorgte für Unterstützung


Die Kurse an den deutschen Anleihemärkten sind auch in der vergangenen Woche weiter gestiegen. Während sich zu Wochenbeginn die Unsicherheit unter den Anlegern positiv auf die Notierungen der Bundespapiere ausgewirkt hatte, sorgte am vergangenen Donnerstag das Ergebnis der EZB-Ratssitzung für Unterstützung. Die Aussicht auf eine noch länger anhaltende expansive Geldpolitik in der Eurozone ließ die Investoren zu deutschen Titeln greifen. In der Folge ging die Rendite der marktbestimmenden zehnjährigen Bundesanleihe im Wochenvergleich von -0,36 auf -0,42 Prozent zurück. Die Umlaufrendite sank von -0,41 auf -0,47 Prozent.

US-Kurse: Rekordhochs


Die US-Aktienbörsen haben sich in der vergangenen Woche wie ihre hiesigen Pendants von anfänglichen Verlusten erholt und deutlich fester geschlossen. Am Freitag sorgten vor allem gut aufgenommene Unternehmenszahlen dafür, dass die drei wichtigsten Indizes allesamt neue Rekordhochs erreichten. Der Dow-Jones-Index rückte im Wochenvergleich um 1,1 Prozent auf 35.061,55 Punkte vor. Der breiter gefasste S&P-500-Index stieg um 2,0 Prozent auf 4.411,79 Zähler. Der technologielastige Nasdaq-100-Index kletterte um 2,9 Prozent auf 15.111,79 Punkte.

Ausblick: Keine nachhaltige Korrektur in Sicht




Auch wenn die zuletzt gesehene Nervosität der Anleger sicher noch eine Weile anhalten dürfte, die meisten Beobachter gehen beim Blick auf die kommenden Tage nicht von einer nachhaltigen Korrektur an den deutschen Aktienbörsen aus. Einige können sich im Gegenteil sogar neue Indexrekorde vorstellen, wie sie an den US-Börsen und hierzulande beim MDax bereits am vergangenen Freitag zu verzeichnen waren.
Sicher ist, dass die Marktteilnehmer in den kommenden Tagen eine Vielzahl von Impulsen zu verarbeiten haben. So stehen etliche potenziell Markt-bewegende Konjunkturdaten auf der Agenda. Aus den USA kommen beispielsweise die Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter, das Verbrauchervertrauen, die persönlichen Einkommen und Ausgaben und das Bruttoinlandsprodukt (BIP), dazu Zahlen zum Immobilienmarkt. Von den hiesigen Veröffentlichungen dürften das Ifo-Geschäftsklima, das GfK-Konsumklima, das BIP und Inflationszahlen im Fokus stehen.
Daneben gibt die US-Notenbank Fed das Ergebnis ihrer Ratssitzung bekannt. Hier geht kaum ein Experte von einer geldpolitischen Änderung aus, allerdings erwarten sich etliche Informationen zu Überlegungen, wie eine künftige Straffung der Geldpolitik vonstattengehen könnte.

Nationale und internationale Dickschiffe


Von Unternehmensseite wiederum kommen weitere Geschäftsergebnisse. Allein aus dem Dax legen acht Unternehmen Zahlen vor, darunter BASFFreseniusHeidelbergCement und MTU. In den USA gewähren unter anderem die Tech-Größen AlphabetAmazonApple und Microsoft Einblick in ihre Bücher.
Zu Beginn der Handelswoche dürften die Anleger zudem auf die beiden Dax-Werte Vonovia und Deutsche Wohnen blicken. Am vergangenen Freitag war das Übernahmeangebot von Vonovia ausgelaufen und die Mindestannahmeschwelle laut Unternehmensmitteilung nicht erreicht worden, womit die Übernahme vorerst gescheitert wäre. An diesem Montag wird nun das endgültige Ergebnis bekannt gegeben.

Ausgewählte wichtige Termine der Woche
Montag, 26.07.: Ifo-Geschäftsklimaindex (Deutschland); Verkäufe neuer Häuser in den USA; Dallas Fed Herstellungsindex (USA)
Dienstag, 27.07.: Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter in den USA; USA-Verbrauchervertrauen; S&P/Case-Shiller-Hauspreisindex (USA)
Mittwoch, 28.07.: GfK-Verbrauchervertrauen (Deutschland); Ergebnis der Ratssitzung der US-Notenbank; Warenhandelsbilanz der USA
Donnerstag, 29.07.: Verbraucherpreise in Deutschland; Arbeitslosenzahlen für Deutschland; Geschäftsklima in der Eurozone; Verbrauchervertrauen in der Eurozone; Bruttoinlandsprodukt der USA; Persönliche Konsumausgaben in den USA; Schwebende Hausverkäufe in den USA
Freitag, 30.07.: Bruttoinlandsprodukt Deutschlands; Importpreise in Deutschland; Bruttoinlandsprodukt der Eurozone; Verbraucherpreise in der Eurozone; Arbeitslosenzahlen für die Eurozone; Persönliche Einkommen und Ausgaben in den USA; Verbrauchervertrauen der Universität Michigan (USA); Chicagoer Einkaufsmanagerindex (USA) => Diese Kolumne ins Forum einfügen und diskutieren <=


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Über den Autor
 
Autor: Feingold-Research Feingold-Research
Die beiden ehemaligen FTD- und Börse Online-Redakteure Benjamin Feingold und Daniel Saurenz haben zusammen das Investmentportal „Feingold Research“ gegründet. Dort stellen die beiden Kapitalmarktexperten und Journalisten ihre Marktmeinung, Perspektiven und Strategien inklusive konkrete Produktempfehlungen vor. In zwei Musterdepots werden die eigenen Strategien mit cleveren und meist etwas „anderen“ Produkten umgesetzt und für alle Leser und aktiven Anleger verständlich erläutert (feingold-research.com).

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