Fehlsignale in den Sommermonaten



09:08 04.08.21

Und damit zum aktuellen Marktgeschehen: Hier hat es vorgestern und gestern Fehlsignale gegeben, so wie sie in den Sommermonaten häufig auftreten.

Bullenfalle im DAX

Im DAX ist es vorgestern zu einer kleine Bullenfalle gekommen. Nach dem kleinen Kurseinbruch von Mitte Juli hatte sich der deutsche Leitindex mit einer schnellen Kurserholung in seine obere Seitwärtsrange zurückgearbeitet (siehe oberes gelbes Rechteck im folgenden Chart). Anschließend pendelten die Kurse innerhalb dieser Range seitwärts. Dies konnte man als (ABC-)Konsolidierung der Kursgewinne und somit trendbestätigend werten. Zum vorgestrigen Handelsbeginn ist der DAX dann relativ dynamisch angestiegen und hat dabei das Hoch vom 23. Juli überschritten (siehe grüner Pfeil im folgenden Chart). Damit deutete sich eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung an, was ein klar bullishes Signal gewesen wäre.

DAX - kurzfristige Chartanalyse

Doch die Kurse prallten am oberen Ende der erweiterten Seitwärtsspanne ab und fielen tief in die Seitwärtskonsolidierung zurück. Damit stellte sich der Ausbruchsversuch als Fehlsignal in Form einer kleinen Bullenfalle heraus.

Bärenfalle im Dow Jones

Häufig folgt auf ein solches Fehlsignal eine starke Kursbewegung in die entgegengesetzte Richtung – nach einer Bullenfalle kommt es also meist zu stark fallenden Kursen. Und diese deuteten sich gestern auch durchaus an, insbesondere in den US-Indizes zu Beginn des US-Handels. Denn der Dow Jones ist aus einer kleinen Broadening-Formation (siehe blaue Linien im folgenden Chart) nach unten ausgebrochen und hat damit eine Korrektur angedeutet.



Dow Jones - Chartanalyse

Doch die Kurse konnten sich, wie so oft in der Vergangenheit, sehr schnell erholen. Und da sie in den Bereich der Formation zurückkehrten, stellte sich auch dieser Ausbruchsversuch als Fehlsignal heraus, hier in Form einer kleinen Bärenfalle.

Einen klaren Ausbruch abwarten

An der charttechnischen Lage der beiden Aktienindizes hat sich durch die jüngsten Fehlsignale wenig verändert: Die kurzfristige Börsenampel steht auf Gelb, das übergeordnete Chartbild ist jeweils bullish.

Nun muss man abwarten, ob auf das Fehlsignal im Dow Jones starke Kursbewegungen in die entgegengesetzte Richtung folgen, es nach der Bärenfalle also zu weiter steigenden Kursen kommt. Dann könnten sich die Aufwärtstrends an den Aktienmärkten fortsetzen. Setzen sich aber doch noch die Bären durch, würde dies zum saisonalen Muster passen. Womöglich geht aber auch einfach das Gezerre zwischen Bullen und Bären weiter. Das wiederum wäre typisch für die Sommermonate.

Im Target-Trend-Spezial lautet unser Rat daher seit einigen Tagen: „Solange kein klarer Ausbruch aus der mehrwöchigen Seitwärtsphase gelingt, würden wir auf neue Trades verzichten.“ Und wenn der Ausbruch gelingt, kann man diesen mit einem prozyklischen Trade begleiten. Ein „klarer Ausbruch“ meint in diesem Zusammenhang, dass der Ausbruchsimpuls am folgenden Tag durch eine fortsetzende Kursbewegung in Ausbruchsrichtung bestätigt wird, möglichst auf Schlusskursbasis.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg an der Börse
Ihr
Sven Weisenhaus

(Quelle: www.stockstreet.de)

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Über den Autor
 
Autor: Sven Weisenhaus Sven Weisenhaus,
Stockstreet GmbH

Sven Weisenhaus ist Trader und Börsenanalyst. Seine Erfahrungen und Analysen zu den Themen Geldanlage, Börse und Finanzen veröffentlicht er als Redakteur in verschiedenen Publikationen. Er schrieb z.B. über mehrere Jahre einen auf die Elliott-Wellen-Theorie spezialisierten Börsendienst. Seit 2012 veröffentlicht er als Chefanalyst und inzwischen Geschäftsführer einen renommierten Börsennewsletter.

Seit einigen Jahren gehört er zum Team von Stockstreet.de und schreibt dort unter anderem die Analysen des „Target-Trend-Spezial“ - einem börsentäglichen Dienst, der unter anderem den DAX nach der Target-Trend-Methode analysiert. Sven Weisenhaus hat auch die Redaktion des bekannten Newsletters "Börse-Intern" übernommen.

Für mehr Information: https://www.stockstreet.de/

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