US-Infrastrukturpaket auf der Zielgeraden - Chancen und Risiken für Anleger



10:12 04.08.21

Noch in dieser Woche soll im US-Kongress über das historische Infrastrukturpaket von Präsident Biden abgestimmt werden. Nach einer Verabschiedung würden allein in den kommenden Jahren 550 Milliarden Dollar in neue Straßen und Brücken, den öffentlichen Nah- und Fernverkehr, die Wasser- und Abwasserinfrastruktur sowie in Flughäfen, Häfen, Breitbandinternet und Ladestationen für E-Fahrzeuge investiert werden.

Analysten und Investoren an der Wall Street dürften die Entwicklungen dabei genau verfolgen und wegen des potenziellen Geldsegens aus Bundes-, Landes- und Kommunalverwaltungen ihre Umsatzschätzungen für das kommende Jahr für viele Branchen anheben. Allen voran sollte das Baugewerbe profitieren. Beton- und Asphaltproduzenten, Ingenieur- und Designdienstleistungen, Anbieter von Inspektionen und Zertifizierungen von Gebäuden und öffentlicher Bauwerke, aber auch Baumaschinenhersteller und -vermieter wittern das große Geschäft. Die Aktien der meisten dieser Unternehmen sind allerdings bereits durch die mögliche Aussicht auf das Gesetz in die Höhe geschossen. Anleger sollten deshalb Schwierigkeiten haben, noch unterbewertete und unter dem Radar fliegende Unternehmen zu finden. 

Die Suche nach den Profiteuren
Die öffentlichen Aufträge sollten in erster Linie natürlich Unternehmen aus den USA erhalten. Bauunternehmen- und Spezialdienstleister wie Jacobs, Hubbell oder Insteel sind bereits federführend bei mehreren laufenden Großprojekten involviert und stehen damit ganz oben auf der Liste möglicher Empfänger. Alle drei profitieren auch von den steigenden Ausgaben für erneuerbare Energien wie Solar- und Windkraftkomponenten. Weitere Themen sind die Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden und der Stromübertragung und alles, was zur Schaffung intelligenter Netze beiträgt. Sollte es allerdings Unternehmen wie Bilfinger Berger, Nemetscheck oder RIB Software gelingen, einige der begehrten Aufträge zu ergattern, könnte auch der deutsche Markt von dem gigantischen Infrastrukturpaket profitieren.

Auf jeden Fall wäre eine Verabschiedung des Gesetzes auch positiv für viele industrielle Rohstoffe, womit die bereits laufende Hausse in eine neue Runde gehen könnte. Sollte die Wirtschaft weiter an Fahrt gewinnen, ist eine konstante Nachfrage nicht nur nach Bauholz, Eisenerz und Kupfer, sondern auch nach den Aktien der Unternehmen innerhalb der Wertschöpfungskette zu erwarten. Auch deshalb müssen an der Börse für solche Aktien bereits hohe Aufschläge bezahlt werden. Gleiches gilt für Anbieter von Ladegeräten für Elektrofahrzeuge, die ebenfalls zu den Gewinnern gehören sollten, da für die Mobilitätswende zahlreiche neue Ladestationen gebaut werden müssen. Im Breitbandbereich könnten Mobilfunkunternehmen, die am Ausbau des neuen 5G-Netzes beteiligt sind, ebenfalls große Aufträge winken.

Anleger können sich auch über einen börsengehandelten Fonds (ETF) engagieren. Zu den Top-Performern im Bereich Clean Tech gehören in diesem Jahr der First Trust Nasdaq Clean Edge Smart GRID Infrastructure Index, der Invesco MSCI Sustainable Future und der First Trust Global Wind Energy. Aber auch der iShares U.S. Infrastructure ETF trifft mit seinem Namen den Nagel auf den Kopf. Wenn der Infrastrukturzug in den nächsten Wochen Washington verlässt, könnte es eine Art Goldrausch im Baugewerbe geben, mit vielen Gewinnern, aber sicherlich auch einigen Verlierern. 

Kapazitätsengpässe als Boomerang
Von einer Seite aus könnte es zu Problemen kommen. Der Arbeitskräftemangel, den es derzeit teilweise in den USA gibt, könnte Firmen vor das Problem stellen, die zusätzlichen Aufträge auszuführen. Der Erfolg dürfte dann maßgeblich davon abhängen, ob es den Unternehmen gelingt, die zusätzlichen Kapazitäten mit genügend geschultem und motiviertem Personal aufzunehmen, ohne die Personalkosten massiv zu erhöhen. Wenn der Arbeitskräftemangel allerdings über den Herbst hinaus anhält, könnte das erhoffte Wachstum der Wirtschaft aus dem Konjunkturpaket ausgebremst und gleichzeitig die Inflation angeheizt werden. Das würde die ohnehin schon schwierige geldpolitische Aufgabe der US-Notenbank Fed weiter verkomplizieren. Damit birgt ein dauerhafter Arbeitskräftemangel auch für Investoren das Risiko einer aggressiveren geldpolitischen Reaktion, was wiederum die Rentabilität der Unternehmen zusätzlich belasten dürfte.

Über CMC Markets
Die CMC Markets Germany GmbH ist ein von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) unter der Registernummer 154814 zugelassenes und reguliertes Unternehmen und eine 100-prozentige Tochter der CMC Markets UK Plc mit Sitz in London, einem der weltweit führenden Anbieter von Online-Trading. CMC Markets bietet Anlegern die Möglichkeit, Differenzkontrakte (Contracts for Difference oder kurz „CFDs“) über die Handelsplattform „Next Generation“ zu traden, und ist, gemessen an der Kundenzahl, der führende Anbieter von CFDs in Deutschland. Das Angebot von CMC Markets in Deutschland umfasst CFDs auf über 9.500 verschiedene Werte aus über 20 Märkten. Gehandelt werden können CFDs auf Indizes, Aktien, Anleihen, Rohstoffe, Exchange Traded Funds (ETFs) sowie auf über 330 Währungspaare. Die 1989 von Peter Cruddas in London gegründete Unternehmensgruppe verfügt heute über Büros u.a. in Deutschland, Australien und Singapur. CMC Markets UK Plc ist an der Londoner Börse notiert. Weitere Informationen über das Unternehmen finden Sie unter www.cmcmarkets.de und www.cmcmarkets.com/group/.

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