Aktien – Entspannung oder Krisenmodus



14:04 18.10.21

Kräftige Erholung: Die deutschen Aktienmärkte haben in der vergangenen Woche überwiegend deutlich zugelegt. Dabei hatte die Handelswoche recht verhalten begonnen, weiter steigende Rohstoff- und Energiepreise, damit einhergehende Inflationssorgen und Bedenken in Bezug auf die wirtschaftliche Entwicklung führten zu Zurückhaltung bei den Anlegern. Ab Mitte der Handelswoche gaben dann aber positiv aufgenommene Unternehmenszahlen, starke Konjunkturdaten aus den USA und freundliche US-Börsen Auftrieb. Auch die Ergebnisse der Sondierungsgespräche von SPD, Grünen und FDP und der beabsichtigte Start von Koalitionsverhandlungen hoben die Stimmung an den Märkten. Wir stellen die Einschätzung von Robert Ertl, Börse München, vor.


DAX-Familie im Plus


Der Deutsche Aktienindex (DAX) gewann im Wochenvergleich 2,5 Prozent auf 15.587,36 Punkte. Der MDax stieg um 2,8 Prozent auf 34.358,41 Zähler. Der TecDax kletterte um 3,9 Prozent auf 3.726,24 Punkte. Der m:access All-Share gab dagegen 0,5 Prozent auf 2.665,30 Zähler ab. Hier spielte allerdings ein Kursrückgang um 42,6 Prozent beim Kunsthandelsunternehmen Weng Fine Art herein, der auf einen Aktiensplit zurückzuführen war.Der Dax wiederum wurde unter anderem von einem Kursplus bei SAP von knapp 7 Prozent auf Wochensicht getrieben. Der Softwarekonzern hatte die Anleger mit seinen Quartalszahlen und der dritten Anhebung der Jahresziele in diesem Jahr überzeugt. Größte Wochengewinner im MDax waren die Titel von Cancom mit einem Sprung um 10,2 Prozent. Der Kurs des IT-Dienstleisters profitierte unter anderem von dessen Ankündigung, gut neun Prozent seiner Aktien zurückkaufen zu wollen.


BILD: SAP
Der Softwarekonzern aus Walldorf sorgte mit seinen Quartalszahlen für einen Gewinnsprung: SAP.

Anleihen: Unterm Strich gewonnen


Die Kurse an den deutschen Anleihemärkten haben in der vergangenen Woche erneut geschwankt, im Gegensatz zur Vorwoche aber unter dem Strich etwas angezogen. Zu Beginn der Handelswoche belasteten höhere Inflationserwartungen die Bundespapiere, im weiteren Wochenverlauf zogen die Notierungen aber wieder an, was von Marktteilnehmern vor allem als Gegenbewegung zu den vorangegangenen Verlusten gesehen wurde. Die Rendite der marktbestimmenden zehnjährigen Bundesanleihe, die am vergangenen Dienstag mit -0,09 Prozent ein Fünf-Monats-Hoch markiert hatte, ging im Wochenvergleich letztlich von -0,15 auf -0,17 Prozent zurück. Die Umlaufrendite sank leicht von -0,25 auf -0,26 Prozent.

USA: Konjunkturdaten sorgten für Gewinne




Die US-Börsen haben in der vergangenen Handelswoche Gewinne verzeichnet. Vor allem in der zweiten Wochenhälfte animierten gut ausgefallene Konjunkturdaten, die den Hoffnungen auf eine Erholung des Wirtschaftswachstums neue Nahrung lieferten, sowie Quartalszahlen einzelner Unternehmen die Anleger zum Kaufen. Der Dow-Jones-Index verbesserte sich im Wochenvergleich um 1,6 Prozent auf 35.294,76 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500-Index zog um 1,8 Prozent an auf 4.471,37 Zähler. Der technologielastige Nasdaq-100-Index legte 2,2 Prozent auf 15.146,92 Punkte zu.

Ausblick: Entspannung trotz Krise?


Trotz der zuletzt entspannteren Stimmung an den deutschen Aktienbörsen geben sich einige Beobachter beim Blick auf die aktuelle Woche vorsichtig. Die Entspanntheit könnte zwar anhalten, allerdings seien die Belastungsfaktoren Energie- und Rohstoffpreise, Inflation, Lieferkettenprobleme oder auch die Krise des chinesischen Immobilienkonzerns Evergrande weiterhin vorhanden, heißt es. Insofern bleibe abzuwarten, ob die gute Laune der Anleger anhalte oder sich doch wieder Nervosität breitmache. Abhängen dürfte dies auch von den in den kommenden Tagen anstehenden Nachrichten und Zahlen von Konjunktur- wie Unternehmensseite.



US-Indikatoren und Berichtssaison


Hinsichtlich der Wirtschaftsdaten dürfte der Fokus der Markteilnehmer hierzulande auf den Einkaufsmanagerindizes sowie neuen Preisdaten liegen. Mehr potenziell marktbewegende Zahlen kommen aus den USA, wo neben Einkaufsmanagerindizes, der Industrieproduktion, dem Philadelphia-Fed-Herstellungsindex und dem Konjunkturbericht der US-Notenbank auch Daten zum US-Immobilienmarkt auf der Agenda stehen. Aus China kamen zu Wochenauftakt enttäuschende Nachrichten, hier war das Bruttoinlandsprodukt weniger stark gewachsen als erwartet.Daneben legen wieder etliche Unternehmen ihre Quartalsberichte vor. Aus Deutschland sind dies beispielsweise Sartorius und Software AG, zudem kommen detaillierte Zahlen von SAP. In den USA geben neben etlichen anderen IBMIntelJohnson & JohnsonNetflix und Procter&Gamble Einblicke in ihre Bücher.

Ausgewählte wichtige Termine der Woche

Montag, 18.10.: Industrieproduktion in den USA; Bruttoinlandsprodukt Chinas; Einzelhandelsumsätze in China; Industrieproduktion in China
Dienstag, 19.10.: Baubeginne und -genehmigungen in den USA
Mittwoch, 20.10.: Erzeugerpreise in Deutschland; Verbraucherpreise in der Eurozone; Leistungsbilanz der Eurozone; Beige Book der US-Notenbank; Zinssatzentscheidung der chinesischen Notenbank
Donnerstag, 21.10.: Verbrauchervertrauen in der Eurozone; Philadelphia Fed Herstellungsindex (USA); Verkäufe bestehender Häuser in den USA
Freitag, 22.10.: Ifo-Geschäftsklimaindex (Deutschland); Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe in Deutschland und der Eurozone; Dienstleistungsindizes für Deutschland und die Eurozone; Markit PMI Gesamtindex (USA) => Diese Kolumne ins Forum einfügen und diskutieren <=


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Autor: Feingold-Research Feingold-Research
Die beiden ehemaligen FTD- und Börse Online-Redakteure Benjamin Feingold und Daniel Saurenz haben zusammen das Investmentportal „Feingold Research“ gegründet. Dort stellen die beiden Kapitalmarktexperten und Journalisten ihre Marktmeinung, Perspektiven und Strategien inklusive konkrete Produktempfehlungen vor. In zwei Musterdepots werden die eigenen Strategien mit cleveren und meist etwas „anderen“ Produkten umgesetzt und für alle Leser und aktiven Anleger verständlich erläutert (feingold-research.com).

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