Wochenausblick: Starke Nerven gefragt



14:03 24.01.22

Omikron scheint an den Märkten abgehakt, jetzt sind Inflation und höhere Leitzinsen die größten Belastungsfaktoren. Ob die starken Kursverluste noch weitergehen, ist offen.

24. Januar 2022. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Nach echter Erholung sieht es auch zum Start der neuen Woche nicht aus: Mit x Punkten liegt der DAX am Montagmorgen kaum über dem Schlussstand von 15.467 Zählern am Freitag. Das sind schon kräftige Verluste gegenüber den 16.181 Zählern vor drei Wochen. „Die US-Notenbank Fed wird voraussichtlich Mitte März an der Zinsschraube drehen. Die Renditen US-amerikanischer Staatsanleihen nehmen diese Trendwende bereits voraus und steigen. Der Gesamtmarkt hat den Weg gen Süden eingeschlagen“, fasst es Christian Henke von IG zusammen.

„Bis März Schaukelbörse zwischen 15.000 und 16.000“

Besonders die als hoch bewertet geltenden Technologiewerte mussten bereits deutlich Federn lassen, am Freitag nochmals befeuert durch einen schwachen Ausblick von Netflix. Der Nasdaq 100 hat 2022 bereits 12 Prozent verloren.

„Während die größtenteils milden Verläufe der Omikron-Erkrankungen die Corona-Sorge stetig verringern, fachen die unerwartet hohen Inflationszahlen die Zinsängste an“, erklärt Andreas Hürkamp von der Commerzbank. Zudem belaste die Ukraine-Krise die Aktienmärkte. Zuletzt hat das US-Außenministerium die Familien von Diplomaten angewiesen, die US-Botschaft in Kiew zu verlassen. „Wir gehen davon aus, dass sich die DAX-Schaukelbörse zwischen 15.000 und 16.000 Punkten zumindest bis zur Fed-Sitzung Mitte März fortsetzen wird.“

Mittlerweile gelten bis zu vier Zinserhöhungen von jeweils 0,25 Prozent dieses Jahr als eingepreist, so mancher rechnet für den ersten Schritt im März auch mit 0,5 Prozent. Von der an diesem Mittwoch anstehenden US-Notenbanksitzung mit anschließender Pressekonferenz werden Signale für das Tempo der Leitzinserhöhungen erwartet.

Technik: „Intakter Abwärtstrend“

Die Charttechnik macht wenig Mut: „Die Warn- und Schwächesignale im DAX bleiben intakt“, erklärt Martin Utschneider von Donner & Reuschel. Das Momentum sei weiterhin negativ, der MACD drifte weiter nach unten ab, die Slow-Stochastik falle ebenfalls. „Auch das steigende Handelsvolumen in einem intakten Abwärtsmodus ist als trendbestätigend zu werten.“ 38- und 100-Tage-Linie seien bereits unterschritten, heute werde es die 200-Tage-Linie treffen. „Der DAX könnte aufgrund der aktuellen chart- und markttechnischen Konstellation auch kurzfristig nochmal in Richtung 14.980 Punkte tendieren.“ Der intakte kurzfristige Abwärtsmodus würde Utschneider zufolge erst ab Kursen oberhalb von 16.000 nachhaltig verlassen werden. „Optisch sowie chart- und markttechnisch ist das ein langer Weg.“

Martin Utschneider

Utschneider 

„Bei überschaubaren Zinserhöhungen steigende Aktienmärkte“

Robert Halver von der Baader Bank zeigt sich dennoch zuversichtlich. Der US-Notenbank sei klar: Zu heftige Zinserhöhungen könnten nicht nur Aktien belasten, sondern auch unerwünschte und möglicherweise unkontrollierbar negative Effekte auf Konsum und Investitionen nach sich ziehen. „Historisch betrachtet haben überschaubare US-Leitzinserhöhungen Konjunktur sowie Aktienmärkte – nach anfänglichen Irritationen – weiter ansteigen lassen.“

Viel Beachtung findet derzeit die Quartalberichtssaison – vor allem der US-Technologiekonzerne: Am morgigen Dienstag legt Microsoft die Bücher offen, am Mittwoch Tesla und Intel, am Donnerstag Apple. Hierzulande berichten diese Woche unter anderem Deutsche Bank und Sartorius.



Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftsdaten

Dienstag, 25. Januar

10.00 Uhr. Deutschland: ifo Geschäftsklima Januar. Laut DekaBank kämpfen die deutschen Unternehmen gerade mit vielen Problemen wie Lieferengpässen, Energiekosten und Pandemiefolgen. Dem Geschäftsklima-Index könnten aber die Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate helfen: In diesem Zeitraum sollten die Probleme entweder witterungsbedingt in den Hintergrund rücken (wie Corona) oder sich zumindest ansatzweise entspannen (Lieferengpässe).

Mittwoch, 26. Januar

20.00 Uhr. USA: US-Notenbank-Sitzung. Vor der vollständigen Rückführung der Anleihekäufe hatte die Fed Zinserhöhungen ausgeschlossen, erklärt die Deutsche Bank. Chairman Jerome Powell dürfte jedoch Hinweise auf den weiteren Verlauf der geldpolitischen Straffung nach dem geplanten Ende des „Tapering“ im März geben.

Donnerstag, 27. Januar

14.30 USA: Auftragseingang langlebige Güter Dezember. Die Aufträge für langlebige Güter werden im Dezember auf dem Niveau des Vormonats erwartet, wie die Deutsche Bank berichtet.

14.30 Uhr. USA: BIP viertes Quartal 2021. Laut Commerzbank zeichnet sich für das vierte Quartal noch ein Wachstum von 5,7 Prozent (Jahresrate gegen drittes Quartal) ab, da die Infektionszahlen erst im Dezember stark gestiegen seien. Die Hälfte des Wachstums erkläre sich aber daraus, dass die Unternehmen ihre Lager wieder aufgefüllt hätten.

Freitag, 28. Januar

10.00 Uhr. Deutschland: BIP viertes Quartal. Die in vielen Euro-Ländern im vierten Quartal teilweise massiv verschärften Corona-Beschränkungen haben wieder vor allem die Dienstleistungen gebremst, erklärt die Commerzbank. Sie erwartet für Deutschland ein Minus gegenüber dem dritten Quartal von 0,6 Prozent.

von: Anna-Maria Borse

24. Januar 2022, © Deutsche Börse AG



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