Lohnt sich jetzt ein Einstieg bei MAMAAs Aktien?



09:44 24.05.22

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Microsoft, Amazon, Meta, Apple und Alphabet sind die Tech-Giganten mit Milliarden, ja sogar Billionenbewertungen. Doch in den vergangenen Monaten haben die Aktien 25-50% von ihrem Wert abgegeben. Ich untersuche, welche dieser Aktien jetzt erfolgsvorsprechend sind, und welche Sie lieber noch eine Weile lang nicht anfassen.


usa Es sind die absoluten Tech-Giganten, die in der Coronazeit nochmals hunderte Milliarden USD an Marktkapitalisierung zulegten und teilweise sogar über die Billionen-Marke in der Bewertung sprangen. In diesem Jahr haben sie hunderte Milliarden USD an Börsenwert verloren, viel Wohlstand vernichtet. Geht die Zeit dieser Tech-Monopolisten zu Ende? Oder handelt es sich nur um einen vorübergehenden Rücksetzer?

Um dieser Frage nachzugehen müssen wir uns die Unternehmen einzeln anschauen.

Microsoft: Von Problemen nicht berührt

Microsoft hatte von den hier aufgeführten Unternehmen das beste Q-Ergebnis. Kein Haar in der Suppe. Die Microsoft Cloud Azure wächst mit 46% p.a.. Weder Lieferengpässe noch Absatzprobleme beschäftigen das Unternehmen. Das KGV 22e von Microsoft liegt bei 24, bei 16% Gewinnwachstum p.a. ist das fair bis günstig. Dennoch ist Microsoft von den hier aufgeführten Unternehmen auch nach dem Kurseinbruch um 27% seit dem Hoch noch immer am höchsten bewertet. In meinen Augen zu Recht, da weder Corona noch Krieg, weder Lieferengpässe noch Inflation dem Unternehmen zu schaffen machen.

Amazon: Fehler bei Personal und Logistik

Starten wir mit Amazon. Das Unternehmen wird nicht mehr von Jeff Bezos geführt, sondern vom Architekten der Amazon Cloud AWS: Andy Jassy. Im April legte Jassy Q-Zahlen vor, die die Aktie um 25% in den Keller schickten. Seit dem Kurshoch im vergangenen Jahr hat die Aktie insgesamt bereits 40% verloren. Man könnte meinen, nach Corona gehen die Menschen wieder in die Geschäfte zum Shoppen und lassen sich nichts mehr liefern.

Doch die Ursache für die schlechten Zahlen sind in der Unternehmensführung zu suchen: Zu viel Personal wurde aufgebaut, zu viel Infrastruktur wurde vorgehalten. Die Normalisierung nach Corona führt zwar nicht zu einem starken Umsatzrückgang, doch die während der Pandemie hektisch aufgebauten Kapazitäten waren überproportional und Jassy hat es versäumt, diese rechtzeitig wieder zurückzuführen.

In meinen Augen ist das ein Führungsproblem. Jassy ist ein helles Köpfchen, vielleicht hat er einfach nur zu spät reagiert. Ich könnte mir vorstellen, dass er inzwischen die richtigen Entscheidungen getroffen hat, damit sich so etwas nicht wiederholt. Doch vorerst muss sich Jassy beweisen. Mag also sein, dass die Aktie nun nicht mehr weiter ausverkauft wird, wenn Amazon die richtigen Schritte verkündet. Doch für eine fulminante Gegenbewegung muss sich Jassy zunächst seine Reputation zurückholen - und das geht nur mit Zeit.

Meta: Zuckerberg erfindet sich neu - erneut
Mark Zuckerberg stand schon mehrfach vor augenscheinlich unlösbaren Problemen. Facebook musste vom Web aufs Smartphone migrieren, ohne die lukrativen Werbeeinnahmen zu verlieren. Das galt damals als unmöglich, denn wer würde schon für Werbung auf dem Smartphone zahlen? Nun, Zuckerberg belehrte uns eines Besseren.

TikTok stehle nun YouTube die Show, fürchteten die Analysten vergangenen Jahr. Schauen Sie sich mal Reels an, das TikTok-Pendant von Facebook. Marktforscher haben herausgefunden, dass der Algorithmus von Zuckerberg wesentlich effizienter arbeitet als der von TikTok.

Nun hat Apple das Tracken bei Online-Werbung erschwert, oder besser gesagt abgeschaltet. Ein großes Problem für Facebook. Doch Zuckerberg setzt alles auf das Metaversum, wird die Menschen in diese Parallelwelten hineinziehen und dort ohne die technischen Hürden von Apple wieder ungebremst Werbung schalten.

Die Aktie der Facebook-Mutter Meta hat sich seit ihrem Hoch im vergangenen Jahr halbiert. -50%! Das KGV steht bei nur 16, allerdings wird der Gewinn vorerst nur mit 8% wachsen. Ich denke, hier lohnt es sich, am Ball zu bleiben. Das Metaversum muss erst Fahrt aufnehmen, bis die Aktie wieder attraktiv wird.

Apple: iPhone-Nachfrage staut sich auf
Apple und Tesla sind die beiden US-Konzerne, die meinem Eindruck nach am besten in China vernetzt sind. Es wird vor Ort produziert, chinesische Vorschriften werden beachtet und regelmäßig kommen die Unternehmenslenker nach China, um ihre chinesischen Partner zu hätscheln.

Der Lockdown in China wurde von Apple mit Kosten in Höhe von 4-8 Mrd. USD beziffert. Das erschien zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Prognose sehr hoch, die Aktie ist seither um 15% eingebrochen. Insgesamt hat Apple in den vergangenen Monaten 25% abgegeben. Zunächst fehlten Chips, nun fällt durch den Lockdown nicht nur die Produktion, sondern auch ein Großteil der Nachfrage weg.

Nach den Cisco-Zahlen dieser Woche muss man befürchten, dass die 4-8 Mrd. USD vielleicht gar nicht ausreichen. Der Lockdown Chinas könnte viel schlimmere Auswirkungen haben, als vor vier Wochen noch absehbar war.

Doch auf der anderen Seite kauft man sich ein Handy nicht wie einen Kaffee. Den Kaffee, den ich in den vergangenen Monaten nicht getrunken habe, trinke ich nicht nachträglich, wenn wieder genug Bohnen da sind. Das Handy, das ich jedoch vor eignen Monaten schon kaufen wollte, das werde ich dann eben kaufen, wenn es verfügbar ist. Der Umsatzausfall ist also nicht vollständig verloren, wenngleich die Erneuerungskäufe sich dadurch ein bisschen verschieben könnten.



Ich denke, dass Apple natürlich auch betroffen ist von den aktuellen Problemen. Doch bei Apple wird es eine aufgestaute Nachfrage geben, die sich im Falle einer Normalisierung dann entladen wird. Apple dürfte also zu den Aktien gehören, die sich am schnellsten erholen werden.

Alphabet: Schlechte Zahlen wegen der Ukraine

Alphabet veröffentlichte Zahlen, in denen der YouTube-Werbeumsatz hinter den Erwartungen blieb. Die Ursache lokalisierte das Unternehmen in Osteuropa: Dort sei die YouTube-Nutzung aufgrund des Krieges zurückgegangen.

Ich wusste nicht, dass YouTube in Osteuropa so populär ist. Daher überrascht es mich, dass diese Region bei einem Weltkonzern wie Alphabet sichtbare Spuren hinterlassen kann. Das möchte ich gerne weiter beobachten, bevor ich mir dazu eine abschließende Meinung bilde.

Grundsätzlich gibt es bei Alphabet gegenläufige Argumente. Laufen wir tatsächlich auf eine Rezession zu, dann werden die Werbebudgets, Alphabets Haupteinnahmequelle, überall gekürzt. Doch wenn der Marketingleiter sich zwischen Postern in der U-Bahn und Bannern auf Webseiten entscheiden muss, wird er eher die Poster streichen, denn die Banner kann man besser tracken und auswerten.

Öl, Waffen, Atomenergie
Viel schlimmer kann die Auflistung kaum sein. In den vergangenen Monaten liefen die Aktien der Ölkonzerne mit Abstand am besten. Auch die Rüstungskonzerne konnten sich über Neuaufträge und dicke Aktiengewinne freuen. Nun wird in den USA diskutiert, ob man kleine Atomkraftwerke zulassen kann. In Europa sei ein großer Bedarf dafür vorhanden.

Hierzulande wird derzeit diskutiert, ob man den Atomausstieg nicht doch noch ein wenig hinauszögern kann. Doch von neuen Atomreaktoren, auch wenn es nur kleine sind, ist man hier noch weit entfernt. Ich bin gespannt, wie sich das weiter entwickelt.

Die Frage kommt immer wieder auf: Dürfen wir Anleger mit solchen Themen Geld verdienen? Und meine Antwort lautet immer wieder: Ja, wir können die Gewinne dann an Organisationen spenden, die sich gegen diese Themen engagieren. Das ist besser, als die Gewinne anderen überlassen. Diese Haltung wird in diesen Tagen besonders deutlich, denn es gibt nur noch sehr wenige Aktienbereiche, die sich seit Jahresbeginn im Plus bewegen.

Mit einem vergleichsweise kleinen Minus gibt es noch die Pharmabranche, also Pharmakonzerne. Sie wissen schon: Die Giganten, die mit dem Leben anderer Geld verdienen, nur weil sie ein Patent haben.

Die Allianz hat letzte Woche einen Vergleich wegen ihrer Betrügereien in den USA abgeschlossen, ich habe ein Update dazu geschrieben. Ein Kunde fragte mich, ob man denn in ein so unmoralisch handelndes Unternehmen investieren dürfe. Meine Antwort bleibt die gleiche: Nicht durch die Aktienauswahl können wir die Welt verbessern, sondern durch die sinnvolle Verwendung der erzielten Gewinne.

Noch eine Anekdote dazu: Tesla wurde letzte Woche von S&P Global von der Liste der umweltfreundlichen Unternehmen geworfen. Der weltgrößte Ölkonzern Exxon rangiert auf dieser Liste unter den besten zehn. Elon Musk hat sich auf Twitter über diese Entscheidung aufgeregt: Tesla investiert in Solarenergie wie kein zweites Unternehmen. Sarkastisch veröffentlichte er das folgende Bild:

ESG-lefties
Abbildung 1: ESG-Kriterien laut Elon Musk Bestandteil linker Agenda



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Autor: Stephan Heibel Stephan Heibel,
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