DAX lässt 14.000er Marke hinter sich - Startschuss für Bärenmarktrally gefallen



17:17 27.05.22

Auch ohne eine wirkliche Veränderung der Nachrichtenlage hin zum Positiven setzen die Börsen zu einer Rally an. Der Deutsche Aktienindex kann sich deutlich von der 14.000er Marke nach oben absetzen, die bislang wie ein Magnet wirkte. Auch die US-Indizes sind auf dem besten Weg, ihre längsten wöchentlichen Verlustserien seit Jahrzehnten zu beenden. Der Dow Jones war zuvor acht Wochen in Folge gefallen, die längste Serie seit 1932. Beim S&P 500 und dem Nasdaq-Index waren es sieben Wochen und damit die längsten Verlustserien seit 2001. 

Dass die Bullen an der Wall Street dadurch quasi ausgestorben sind, zeigt auch der Bull-Bear-Indikator der Bank of America. Er erreicht 0,6 und damit den tiefsten Stand, der jemals gemessen wurde. Sehr negative Sentiment-Werte lassen Raum für Bärenmarktrallys. Für eine solche könnte der Startschuss in dieser Woche gefallen sein. 

Keine negativen Überraschungen enthielt zumindest das zur Wochenmitte veröffentlichte Protokoll der US-Notenbanksitzung von Anfang Mai und vor allem nicht einmal das Wort "Rezession". Das macht Hoffnung, dass die von Analysten seit Jahresbeginn durchweg erhöhten Gewinnprognosen für die Unternehmen am Ende nicht durch eine abrupte Kehrtwende des Wirtschaftswachstums durchkreuzt werden. Das sogenannte „Soft-Landing“, also eine Abkühlung der Inflation, ohne eine Rezession auszulösen, bleibt für die Börse ein realistisches Szenario.

Zwar wird auf dem Parkett weiter heftig darüber spekuliert, wie stark und wie schnell die Fed ihre Geldpolitik straffen wird, um den stärksten Preisanstieg seit vier Jahrzehnten zu bekämpfen. Das Protokoll enthielt dafür zumindest einige Passagen, aus denen man herauslesen konnte, dass die Fed die Zinssätze weniger aggressiv anheben könnte. Allerdings ist der Weg dorthin alles andere als einfach. Wenn die Fed die Stärke der US-Wirtschaft unterschätzt, könnte der Wirtschaft eine längere Phase mit einer Inflation über dem Zielwert drohen. Überschätzt sie ihre Stärke, droht eine Rezession. Noch lässt sich nicht mit großer Überzeugung sagen, auf welchem Weg wir uns befinden.




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