Rechtsschutzversicherung: Wird auch bei Streitigkeiten rund um die Geldanlage geleistet?



19:30 09.08.22

In Deutschland kommt es aus den verschiedensten Gründen in jedem Jahr aufs Neue vielfach zu Rechtsstreitigkeiten, die am Ende vor Gericht landen. Solche Streitigkeiten vor Gericht auszutragen und das im Zweifel sogar über mehrere Instanzen. Das führt allerdings zu hohen finanziellen Kosten, die viele Leute selbst gar nicht tragen können. Hinzu kommt in diesem Zusammenhang auch noch das Risiko, dass man als Verlierer vor Gericht nicht nur die Gerichtskosten und die eigenen Anwaltskosten, sondern zusätzlich auch noch die Anwaltskosten des Gegners übernehmen muss.

Aus diesem Grund entscheiden sich viele Frauen und Männer in Deutschland auch für den Abschluss einer Rechtsschutzversicherung. Eine solche Rechtsschutzversicherung soll dann im Ernstfall die Kosten für einen Rechtsstreit übernehmen und so das finanzielle Risiko vor Gericht in Grenzen halten. Eine entsprechende Rechtsschutzversicherung kann also in vielen Fällen den Gang vor Gericht erleichtern und macht die Durchführung eines Rechtsstreits in vielen Fällen erst möglich. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass eine abgeschlossene Rechtschutzversicherung grundsätzlich nur einspringt, wenn die auslösenden Ereignisse erst nach dem Abschluss vorliegen. Darüber hinaus gibt es je nach Anbieter meistens eine Wartezeit im Bereich von drei und sechs Monaten.

Rechtsschutzversicherung für einzelne Bereiche abschließen

Die meisten Versicherungsunternehmen bieten auch Rechtsschutzversicherungen für ihre Kunden an. Dabei hat man als Kunde die Möglichkeit einen sogenannten Rundumschutz abzuschließen. Eine solche Rechtsschutzversicherung bildet dann grob gesprochen die Bereiche Privat, Beruf, Verkehr und Eigentum und Miete ab.

Allerdings ist es aus Kundensicht nicht immer sinnvoll bei einer Rechtsschutzversicherung ein solches "Komplettpaket" abzuschließen. Schließlich braucht eine Person, die Interesse am Abschluss einer Rechtsschutzversicherung hat nicht in jedem Fall einen Rechtsschutz für den beruflichen Bereich. Das gilt zum Beispiel für Schülerinnen und Schüler oder auch für Personen, die schon im Rentenalter sind.

Rechtsschutzversicherungen schließen häufig Streitigkeiten rund um Geldanlagen aus

Immer wieder kommt es auch rund um die Geldanlage zu Streitigkeiten. In der Vergangenheit hatten viele Versicherungsunternehmen in den Rechtsschutzversicherungen Klauseln, die eine Leistung vor allem bei Streitigkeiten rund um spekulative Geldanlagen ausgeschlossen haben.

Darüber hinaus wurden auch schon in der Vergangenheit Streitigkeiten rund um mögliche Falschberatungen in den Bedingungen einer Rechtsschutzversicherung ausgeschlossen. Diese Klauseln haben Gerichte in der Vergangenheit allerdings mehrfach als nicht zulässig eingestuft. Dadurch hat man bei älteren Rechtsschutzversicherungen trotz einem Ausschluss solcher Kostenübernahmen bei Streitigkeiten rund um Geldanlagen dennoch die Möglichkeit bei solchen Streitigkeiten vor Gericht auf eine vorhandene Rechtsschutzversicherung zurückzugreifen.

Bei neueren Rechtsschutzversicherungen auf die Vertragsbedingungen achten

Wie gerade angesprochen hat man bei einer bereits langjährigen Rechtschutzversicherung aufgrund von unzulässigen Klauseln doch die Möglichkeit etwa bei einer Streitigkeit um eine eventuelle Falschberatung beispielsweise durch eine Bank auf die Leistungen der Rechtsschutzversicherung zurückzugreifen.

Bei einem neuen Abschluss einer Rechtsschutzversicherung sollte man sich vorab möglichst genau über das Leistungsspektrum eines Anbieters informieren. Schließich haben viele Versicherungsunternehmen mittlerweile rechtssicher in den Bedingungen solche Streitigkeiten rund um spekulative Geldanlagen und auch Gerichtsverfahren rund um Falschberatungen ausgeschlossen.

Hilfreich kann es in diesem Zusammenhang sein, wenn die Rechtsschutzversicherung beispielsweise bei solchen Streitigkeiten rund um die Geldanlage zumindest eine Erstberatung bei einem entsprechenden Fachanwalt übernimmt.

In welchen Fällen bietet die Rechtsschutzversicherung keinen Versicherungsschutz?

Wie bereits angesprochen springt eine Rechtsschutzversicherung in der Regel nicht bei Streitigkeiten rund um Geldanlagen und mögliche Falschberatungen in diesem Bereich ein. Darüber hinaus schließen die Versicherer auch einen Versicherungsschutz bei Scheidungen, bei einem Erbe und bei einem Kauf oder Verkauf von Häusern, Wohnungen und Grundstücken aus. Grundsätzlich ist es nicht unüblich, dass bestimmte Leistungen bei einer Versicherung ausgeschlossen werden.

Wichtig ist an dieser Stelle aber, dass man sich als Versicherungsnehmer schon beim Abschluss darüber im Klaren ist, dass die Rechtsschutzversicherung bei solchen Streitigkeiten zumindest in den meisten Fällen nicht einspringen wird.

Ist eine Rechtsschutzversicherung trotzdem sinnvoll?

Bei einer Rechtsschutzversicherung gibt es also einige Ausschlüsse. Entsprechend sollte man sich darüber im Klaren sein, dass bei Streitigkeiten rund um die Geldanlage und mögliche Falschberatungen die Rechtsschutzversicherung nicht einspringen wird.

Jetzt könnte man aufgrund der zuvor angesprochenen Ausschlüsse vielleicht zu dem Schluss kommen, dass sich eine solche Versicherung gar nicht lohnt. Das ist aber nicht der Fall, weil eine Rechtsschutzversicherung in vielen anderen Fällen ein wichtiger Partner sein kann. Denn beispielsweise bei einem Rechtsstreit rund um eine vom Arbeitgeber ausgesprochene Kündigung springt eine Rechtsschutzversicherung ein und kann so helfen eine ungerechtfertigte Kündigung oder auch ausgesprochene Abmahnungen rückgängig zu machen.


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