S&P stuft Bonität Italiens herab



15:40 23.09.11


Euwax bonds

Ist Griechenland bald Pleite? „Wenn wir einen Zahlungsausfall vermeiden, die Situation stabilisieren und in der Euro-Zone bleiben wollen, müssen wir umfassende strategische Entscheidungen treffen“, so der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos am Sonntag nach einer Kabinettssitzung. Der Druck auf Griechenland hat am Wochenende nochmals spürbar zugenommen, wie nicht nur Wolfgang Schäuble am Rande eines Treffens der europäischen Finanzminister in Breslau bemerkte: „Wir müssen schon darauf achten, dass Griechenland die Vorgaben erfüllt. Das schauen wir uns genau an“, so der deutsche Finanzminister. Zwar spricht in Reihen der EU-Minister niemand explizit von einer griechischen Insolvenz, doch falls in Reihen der EU wirklich Nägel mit Köpfen gemacht werden sollten und die nächste Hilfstranche in Höhe von acht Milliarden Euro nicht an Griechenland ausbezahlt werden sollte, wäre ein griechischer Bankrott fast zwangsläufig die logische Konsequenz. Vieles hängt im Augenblick von der Troika aus Europäischer Zentralbank (EZB), Internationalem Währungsfonds (IWF) und Kontrolleuren der EU ab, die im Augenblick in Griechenland die Fortschritte zur Haushaltskonsolidierung überwacht. Sollte man zu dem Ergebnis kommen, dass Athen die Vorgaben nicht erfüllt, wird es – Stand heute – kein frisches Geld geben. Doch Griechenland bemühte sich diese Woche nach Kräften die Troika zu besänftigen, um doch noch die nächste Tranche zu erhalten: Der Steuerfreibetrag wird künftig fast halbiert, Renten werden drastisch gekürzt und der Staatsapparat soll in den kommenden Monaten massiv reduziert werden.

Irgendwie war der Schritt erwartet worden und doch überraschte der Zeitpunkt: Die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) stufte vergangenen Dienstag Italien um eine Note auf „A“, nach zuvor „A+“ herab. Doch das italienische „Downgrade“ ist diesmal wirklich bemerkenswert: Wie S&P explizit bemerkt, führten diesmal weder die wirtschaftliche Struktur, noch geldpolitische Ungereimtheiten zu der Herabstufung. „Im Rahmen unserer kürzlich aktualisierten Kriterien im Bezug auf Länder-Ratings sind sowohl „politische“, als auch die anhaltende „Schuldenproblematik“, die beiden Hauptfaktoren für die Herabstufung“, heißt es in der Begründung der Ratingagentur. Mit anderen Worten: Der politischen Führung in Italien wird nicht zugetraut die bestehenden Probleme in den Griff zu bekommen. „Die zerbrechliche Regierungskoalition, sowie grundsätzliche Meinungsverschiedenheiten hinsichtlich der Regierungsführung“ würden verhindern, dass man auf die bestehenden internen, wie externen makroökonomischen Herausforderungen adäquat reagieren könne. Doch angesichts einer Staatsverschuldung von insgesamt 120 Prozent gemessen am BIP bzw. satten 1,8 Billionen Euro, sind diese „Herausforderungen“ durchaus beachtlich.

Der Index des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW-Index) fiel in dieser Woche mit minus 43,3 Punkten auf den tiefsten Stand seit Dezember 2008. Geht es nach den befragten Finanzexperten, steht die deutsche Wirtschaft in den kommenden Monaten vor durchaus größeren Herausforderungen.

Weitaus bedenklicher als die subjektive Einschätzung von Finanzexperten ist jedoch die Tatsache, dass in dieser Woche die Risikoprämie zur Absicherung deutscher Bundesanleihen, sogenannte Kreditausfallderivate (CDS), bei 0,94 Prozent ein neues Rekordhoch markiert hat. Analysten führen diesen Anstieg auf die Gefahr zurück, dass weitere Hilfszahlungen im Rahmen der europäischen Schuldenkrise sich irgendwann negativ auf die Bonität der Bundesrepublik auswirken könnten.

Am Mittwochabend stand die Fed-Zinsentscheidung auf der Agenda. Nachdem es in Jackson Hole vor einigen Wochen zu keiner weiteren geldpolitischen Lockerung kam, setzte der ein oder andere seine Hoffnungen auf den 21. September. Doch anstatt eines „Quantitative Easing III“, widmet sich die Fed jetzt der „Operation Twist“, um die lahmende US-Konjunktur wieder auf Touren zu bringen. Kern dieses „Twists“ ist die Umschichtung des Anleiheportfolios der US-Notenbank. Bis Sommer 2012 will Bernanke einmal mehr US-Staatsanleihen im Gesamtwert von rund 400 Milliarden US-Dollar kaufen, ohne jedoch weiteres Geld in die US-Wirtschaft zu pumpen.



Der Bund-Future markierte in der abgelaufenen Handelswoche mal wieder ein neues Allzeithoch. Erstmals konnte das deutsche Anleihenbarometer im Handelsverlauf die Marke von 139,00 Zählern überspringen.


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