Bundestag billigt Rettungsschirm-Reform



14:51 30.09.11


Euwax bonds

Griechenland geht das Geld aus, scheint zumindest die Athener Tageszeitung „To Vima“ zu wissen. Laut Berechnungen des Blattes reichen die vorhandenen Mittel gerade noch für Oktober, um Renten, sowie Löhne der Staatsbediensteten auszahlen zu können. Da sich die Auszahlung der sechsten Tranche weiterhin verzögert, habe die Regierung in Athen bereits erste Zahlungen ausgesetzt, so das Blatt.

Vor dem Hintergrund der drohenden Eskalation in Griechenland, warb Ministerpräsident Papandreou nochmals eindringlich für weitere Hilfsmaßnahmen für sein Land und versprach „alle Verpflichtungen zu erfüllen.“ Sein Land befände sich auf einem „schmerzhaften Weg“, den er jedoch ohne wenn und aber weiter beschreiten werde: „Ob ich wiedergewählt werde, das ist nicht mein Problem. Mein Problem ist, das Land zu retten“. Zur Stunde befindet sich immer noch eine Troika bestehend aus IWF, EZB und EU-Kommission in Griechenland, die letztlich entscheiden wird, ob die Hellenen die nächsten gut acht Milliarden Euro aus dem Hilfspaket erhalten werden.

Allerdings muss Deutschland langsam aber sicher ein wenig auf sich selbst schauen, will man nicht die eigene Top-Bonität von „AAA“ riskieren. Die Ratingagentur Standard & Poor’s warnte die deutsche Regierung und andere Euro-Partner unmissverständlich, dass im Zuge einer weiteren Ausweitung des EU-Rettungsschirms, die derzeitigen Topbewertungen neu geprüft werden müssten. Laut Berechnungen der belgischen Bank ING lasten im Augenblick Garantien in Höhe von acht Prozent der Wirtschaftsleistung auf Deutschland. „Aber wenn noch mehr Garantien draufgesattelt werden, dann werden irgendwann auch die breitesten Schultern schwach,“ so Carsten Brzeski, Chefvolkswirt bei ING, gegenüber Welt-Online. Beim Blick auf den Kapitalmarkt wird deutlich, dass diese neue Gefahr nicht gänzlich von der Hand zu weisen ist. Nachdem Kreditausfallderivate (CDS) für Deutschland bereits in der vergangenen Woche ein neues Rekordhoch erreichten (siehe Bondsweekly KW 38), hat sich die Risikoprämie in dieser Woche nochmals deutlich verteuert. Mittlerweile notieren CDS auf einen deutschen Kreditausfall bei 111 Basispunkten. Im Vergleich: Anfang Juli lagen diese noch bei gut 40 Basispunkten…

Der in der abgelaufenen Handelswoche veröffentlichte ifo-Index fiel zum dritten Mal in Folge. Normalerweise deutet ein solches „Triple“ auf einen nachhaltigen Trendwechsel hin – im aktuellen Fall auf eine sich stark abkühlende konjunkturelle Entwicklung. Dennoch bleiben viele Experten diesmal optimistisch, wie beispielsweise ein Analyst der WestLB gegenüber FTD Deutschland betont: „Der Rückgang ist weniger kräftig ausgefallen als befürchtet. Die Lage in Deutschland ist nicht so schlecht, wie es die Märkte derzeit widerspiegeln.“ Im Vorfeld wurde ein Rückgang auf 106,5 Zähler erwartet. Der Index fiel dann jedoch „nur“ auf 107,5 nach zuvor 108,7 Punkten zurück.

Enttäuschend verlief die Platzierung von Schatzwechseln und Staatsanleihen für Italien in dieser Woche. Die Regierung in Rom musste diesmal deutlich mehr bieten, als noch knapp einen Monat zuvor, um ihre Papiere an den Mann zu bringen. Selbst für Kurzläufer wie beispielsweise eine Schuldverschreibung mit 6-Monaten Laufzeit, forderten die Gläubiger eine Rendite von durchschnittlich 3,07 Prozent. Für zweijährige Staatsanleihen wurden satte 4,51 Prozent fällig. Der teilweise gravierende Zinsauftrieb ist Ausdruck eines zunehmenden Misstrauens gegenüber der Liquidität Italiens.



Erleichterung herrschte am Donnerstag. Die Kanzlermehrheit sollte halten und die Aufstockung der Milliardengarantien im Zuge des Euro-Rettungsschirms EFSF wurde gebilligt. Allerdings fiel die Abstimmung am Ende doch knapper aus als gemeinhin erwartet, da der CDU-FDP-Koalition 15 Stimmen aus dem eigenen Lager verweigert wurden. Der Beschluss muss allerdings noch den Bundesrat passieren. Im Zuge der Rettungsschirm-Reform sollen die deutschen Garantien von 123 Milliarden auf insgesamt 211 Milliarden Euro aufgestockt werden.

Nachdem sich die Märkte in dieser Woche erstmal etwas beruhigen konnten, war der Bund-Future naturgemäß nicht mehr so stark gefragt wie in den vergangenen Wochen. Seit dem Hoch der Vorwoche, musste das Anleihenbarometer beständige Verluste hinnehmen. Ob dies bereits eine Trendwende oder doch nur eine Konsolidierung ist, werden die kommenden Wochen zeigen.






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Autor: Börse Stuttgart AG Börse Stuttgart AG
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