Das Deutsche Bank Debakel – wie groß ist das systemische Risiko?



09:14 26.09.16

Nach der Schocknachricht vom 16.9.2016 an dem Bekannt wurde, dass ein US-Gericht die Deutsche Bank zu einer Strafzahlung von $ 14 Mrd. verdonnert hat, brach der Kurs der Aktie des Geldinstituts um fast 9% ein. Auch in der darauf folgenden Tagen blieb eine Erholung aus, die an den Finanzmärkten nach solchen drastischen Kursstürzen oftmals geschieht.

Anleger sehen in der Aktie der Bank-Aktien noch zahlreiche Risiken. Einige Trader nutzen diese Chance natürlich um mit Leerverkäufen an den fallenden Kursen zu verdienen. Der Markt, sowie viel renommierte Analysten geben diesen Tradern Recht.

Sie sehen nicht nur direkte Risiken für den Kurs der Deutsche Bank Aktie sondern sind sich ebenfalls einig, dass weitere Negativentwicklungen rund um das Geldinstitut sogar die Stabilität der weltweiten Finanzmärkte ins Wanken bringen könnte.


Ist diese Sorge berechtigt? Die meisten Analysten sind negativ eingestellt. Die rechtlichen Probleme der Deutschen Bank waren weitgehend bekannt und von Analysten bereits in deren Schätzungen bedacht. Als die Höhe der Strafe bekannt wurde, regnete es jedoch trotzdem Verkaufsempfehlungen von Instituten wie Société Générale, S&P Global, Credit Suisse, Kepler Cheuvreux und Merrill Lynch.

Die Gründe für diese Bewertung sind offensichtlich. Laut Kepler Cheuvreux Analyst Jacques-Henri Gaulard lag die Erwartung für die Strafe aus den USA bei 2,4 Mrd. Dollar, SocGen hatte eine Strafe von maximal $ 5 Mrd. erwartet.

Die Bankanalysten sind sich generell einig, dass die Deutsche Bank die Strafsumme noch verhandeln wird. DB-Vorstandschef John Cryan bestätigte ebenfalls, dass die Deutsche Bank diese Strafe nicht in voller Höhe zahlen würde.

Die Tatsache, dass JP Morgan, Goldman Sachs oder Citi ähnlich hohe Strafen bekamen, die danach drastisch hinunterverhandelt wurden, gibt Hoffnung. Darauf stützen sich natürlich auch einige Anleger, die sich dazu entschlossen haben die Aktie zu halten oder zu kaufen.

Manche Trader und Marktkommentatoren gehen davon aus, dass die Deutsche Bank nun eine Kapitalerhöhung durchführen müsse. Gerüchte über eine Fusion mit der Commerzbank stehen ebenfalls seit einiger Zeit im Raum. Gespräche soll es bereits gegeben haben, doch die Banken entschlossen sich diese auf Eis zu legen, bis beide Institute Restrukturierungsmaßnahmen umgesetzt haben.

Wie Systemrelevant ist die Deutsche Bank und wie könnte ein Negativszenario aussehen? Die Deutsche Bank ist schon seit Jahren der größte Marktteilnehmer am Währungsmarkt. In den letzten sieben Jahren schwankte deren Anteil zwischen 15% und 21%. Ein Ausfall der Deutschen Bank wäre für die weltweiten Währungsmärkte katastrophal, doch von diesem Szenario geht niemand aus.

Wesentlich wahrscheinlicher ist, dass die Deutsche Bank Nachrangige Anleihen, sogenannte CoCo-Bonds, nicht in voller Höhe bedienen wird. Die könnte sich wiederum negativ auf andere Finanzinstitute auswirken, die solche Anleihen gekauft haben.

Manche Trader machen sich um das Gesamtvolumen der ausständigen Derivate eher Sorgen und zeigen auf, dass dieses die Finanzkraft der europäischen Staaten bei weitem übersteigt. In den sozialen Medien und auf Social Trading Apps wird heftig über das Risiko der Deutsche Bank diskutiert und auf die hohen Derivatausstände hingewiesen.

Ein Trader drückt es besonders klar aus: „Das 42 Billionen Derivate-Problem geht über die Deutsche Bank hinaus (es ist) mehr als Deutschlands Problem. Falls etwas Schlimmes mit der Deutschen Bank passiert, ist das Europas Problem.“




Für Europa ist die Deutsche Bank in jedem Fall systemrelevant. Eine Kapitalerhöhung ist wahrscheinlich und wird wohl auch nötig sein um Strafen zu bezahlen und Restrukturierungskosten zu finanzieren. Eine Bankenrettung seitens des deutschen Staates wird zwar erwähnt, jedoch nicht ernsthaft diskutiert.

Journalisten sehen in diese Strafe eher eine Gefahr für die Handelsbeziehungen zwischen Europa und des USA. Erst vor wenigen Woche hatte der europäische Gerichtshof den US-Konzern Apple zu einer Steuernachzahlung von $ 13 Mrd. verdonnert. Die Strafte der Deutsche Bank wirkt so betrachtet fast wie eine Art Racheakt. Die Entwicklung bei der Deutschen Bank bleiben auch besonders unter diesem Aspekt spannend. Es zeigt sich wieder einmal, dass große Banken auch zum politischen Spielball werden können.








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