Andritz Aktie: Auftragsbestand springt auf 12,6 Milliarden
Andritz baut mit schwedischem Partner die Hanf-Dämmstoff-Produktion aus, während Rekordaufträge von 12,6 Mrd. Euro den Ausblick stützen.

Kurz zusammengefasst
- Neue Partnerschaft für Hanf-Dämmstoffe
- Auftragsrückgang in der Umweltsparte
- Rekordbestand von 12,6 Milliarden Euro
- Aktie nahe Allzeithoch im ATX
Rekordaufträge bei Wasserkraft, aber Flaute im Umweltgeschäft – bei Andritz klaffen die Sparten aktuell auseinander. Jetzt soll eine Kooperation mit dem schwedischen Partner Ekolution für neuen Schwung sorgen. Gemeinsam skalieren die Grazer die industrielle Produktion von hanfbasierten Dämmstoffen.
Hanf-Dämmung gegen die Auftragsdelle
Der Bereich „Environment & Energy“ stand zuletzt im Schatten der boomenden Konzernergebnisse. Der Auftragseingang sank dort im ersten Halbjahr um knapp 13 Prozent auf rund 677 Millionen Euro. Das Management begründet diese Entwicklung mit einer branchenweiten Investitionszurückhaltung.
Die Partnerschaft in Schweden soll nun gegensteuern. Andritz installierte in Malmö bereits eine erste integrierte Produktionslinie für CO2-negative Dämmmaterialien. Das Ziel: nachhaltige Baustoffe als neuen Wachstumstreiber im Industriesegment etablieren.
Parallel dazu treiben Projekte im Recycling die Diversifizierung voran. Diese neuen Geschäftsfelder sollen die Lücke zu den starken Sparten Wasserkraft und Zellstoff schließen. Ein Erfolg bei den ökologischen Baustoffen würde die Abhängigkeit von klassischen Großprojekten spürbar senken.
Rekordbestand stützt den Ausblick
Fernab der Umweltsparte läuft das Kerngeschäft auf Hochtouren. Der gesamte Auftragsbestand des Konzerns kletterte auf einen Rekordwert von 12,6 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von 20 Prozent im Vergleich zum Jahresende 2025.
Besonders die Wasserkraftsparte treibt das Wachstum massiv an. Der Auftragseingang im gesamten Konzern sprang im ersten Halbjahr auf 5,9 Milliarden Euro. Der Umsatz wuchs derweil auf 3,84 Milliarden Euro.
An der Börse wird dieser Kurs belohnt. Die Aktie notiert mit 81,80 Euro nur knapp unter ihrem jüngsten Rekordhoch von 84,70 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich das Plus auf stolze 22,55 Prozent. Das Papier gehört damit weiterhin zu den stärksten Werten im ATX.
Im Fokus steht nun die effiziente Abarbeitung der vollen Auftragsbücher. Anleger achten darauf, wie schnell der Konzern den hohen Bestand in profitablen Umsatz umwandelt. Neue Finanzdaten folgen im Oktober, wenn Andritz die detaillierten Zahlen zum dritten Quartal vorlegt.
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