Andritz Aktie: Strategieziele bis 2029 neu gesetzt
Andritz setzt für 2029 neue Umsatz- und Margenziele, während die Aktie im schwächeren Wiener Markt nachgibt.
Kurz zusammengefasst
- Aktienkurs sinkt um 4,7 Prozent
- Umsatzziel 2029: zehn Milliarden Euro
- Bhutan-Auftrag für vier Turbinen-Generator-Einheiten
- Quartalszahlen erscheinen am 29. Oktober
Die Aktie von Andritz steht am heutigen Mittwoch an der Wiener Börse unter spürbarem Verkaufsdruck. Der Kurs des Industrieanlagenbauers verliert 4,7 Prozent auf 80,70 Euro. Im Börsensegment ATX Prime gehört das Papier damit zu den schwächsten Werten des Handelstages.
Zeitgleich verzeichnen mehrere weitere österreichische Standardwerte Verluste in einem schwächeren Gesamtmarkt. Medienberichten zufolge gibt es für die Kursabgaben bei Andritz keinen konkreten unternehmensspezifischen Auslöser, auch ein branchenweiter Grund für die Bewegung war im Marktverlauf nicht auszumachen.
Neue Zielmarken bis 2029
Der heutige Rücksetzer folgt unmittelbar auf die Präsentation der langfristigen Konzernstrategie. Gestern stellte das Management auf dem Capital Markets Day, der in Graz sowie per Live-Webcast veranstaltet wurde, neue mittelfristige Leitplanken vor. Für das Jahr 2029 strebt Andritz nun einen Konzernumsatz von 10 Mrd. EUR an.
Parallel dazu peilt die Unternehmensführung eine vergleichbare EBITA-Marge von 10 Prozent an. Mit diesen Zielvorgaben definierte der Konzern seinen strategischen Rahmen neu: Die neuen Kennziffern lösen die zuvor vom Unternehmen kommunizierten Mittelfristziele ab, die ursprünglich auf das Geschäftsjahr 2027 ausgerichtet waren.
Großauftrag für Wasserkraft in Bhutan
Auf operativer Ebene konnte Andritz zu Monatsbeginn einen Erfolg vermelden. Khorlochhu Hydro Power Limited erteilte dem Konzern einen Auftrag über die Ausrüstung eines Wasserkraftprojekts in Bhutan. Die Vereinbarung sieht die Lieferung von vier Turbinen-Generator-Einheiten für die dortige 600-MW-Anlage vor.
Nach Unternehmensangaben beläuft sich das finanzielle Volumen der Vereinbarung auf den oberen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. Das Vorhaben stärkt die Position des Konzerns im internationalen Kraftwerksbau und unterstreicht die fortlaufende Nachfrage nach Ausrüstungskomponenten im Bereich der erneuerbaren Energien.
Umbau im Vorstand und Quartalsbericht
Im obersten Führungsgremium gab es vor rund zwei Wochen eine personelle Neuausrichtung. Vorstandsmitglied Dietmar Heinisser legte seine Funktion aus persönlichen Gründen nieder.
Dessen Vorstandsaufgaben wurden bis auf Weiteres von Vorstandsvorsitzendem Joachim Schönbeck übernommen. Auf Seiten der Anteilseigner vermeldete Silchester International Investors LLP eine Schwellenberührung, wobei die entsprechende Meldung nach Fristablauf übermittelt wurde.
Neuen Aufschluss über die aktuelle Ertragslage liefert der anstehende Berichtstermin. Am 29. Oktober 2026 veröffentlicht Andritz die Ergebnisse für das dritte Quartal 2026. Anleger und Marktbeobachter dürften den Zwischenbericht vor allem daraufhin analysieren, wie sich Auftragseingang und Profitabilität im Hinblick auf den neu formulierten Zielkorridor entwickeln.
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