Anthropic Aktie: 11,5 Milliarden Umsatz im Q2

Anthropic plant für Oktober 2026 einen Rekord-Börsengang mit bis zu zwei Billionen Dollar Bewertung. Eigenentwickelte KI-Chips und erstmalige Profitabilität untermauern die Expansionsstrategie.

Dieter Jaworski ·
Anthropic Aktie

Kurz zusammengefasst

  • IPO mit bis zu zwei Billionen Dollar
  • Eigene KI-Chips gegen Nvidia-Abhängigkeit
  • Erstmals operativer Gewinn im Q2
  • Neues Modell Claude Opus 4.8 veröffentlicht

Das KI-Unternehmen Anthropic bereitet sich auf einen der umfangreichsten Börsengänge der Technologiegeschichte vor. Medienberichten zufolge strebt das Start-up ein Listing für den Oktober 2026 an, bei dem eine Bewertung von zwei Billionen US-Dollar oder mehr im Raum steht. Damit könnte das Unternehmen den bisherigen Rekord von SpaceX übertreffen.

Finanzchef Krishna Rao führte dazu bereits erste Gespräche mit potenziellen Investoren, um ein Emissionsvolumen von über 100 Milliarden US-Dollar zu erörtern.

Strategische Unabhängigkeit durch eigene Hardware

Ein zentraler Baustein für die künftige Bewertung ist die Reduzierung der Abhängigkeit von externer Hardware. Anthropic hat am Samstag die Verpflichtung von Amir Salek bekannt gegeben.

Salek, der zuvor die Abteilung für Tensor Processing Units (TPU) bei Google gründete und leitete, soll das neue interne Team für maßgeschneiderte Halbleiter anführen. Ziel ist die Entwicklung eigener KI-Chips, um die hohen Kosten für Prozessoren des Marktführers Nvidia zu senken und die vertikale Integration des Unternehmens zu stärken.

Die personelle Verstärkung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Anthropic auch seine Energie-Infrastruktur massiv ausbaut. Mit Sana Ouji wurde kürzlich eine erfahrene Managerin für Rechenzentrum-Energie von Google abgeworben. Sie ergänzt ein neu formiertes Team aus Experten des US-Energieministeriums und der Branche, um die langfristige Stromversorgung für die wachsenden Rechenkapazitäten zu sichern.

Rekord-Finanzierung und Sprung in die Profitabilität

Die ambitionierten Pläne werden durch eine massive Kapitalbasis gestützt. In einer Series-H-Finanzierungsrunde unter der Führung von Altimeter Capital und Sequoia Capital sicherte sich das Unternehmen 65 Milliarden US-Dollar. Diese Runde bestätigte eine Bewertung von 965 Milliarden US-Dollar. Neben klassischen Finanzinvestoren beteiligten sich auch Infrastrukturpartner wie Micron, Samsung und SK hynix strategisch an dem Unternehmen.

Finanziell erreichte Anthropic im zweiten Quartal 2026 einen entscheidenden Wendepunkt. Das Unternehmen meldete einen Umsatz von 11,5 Milliarden US-Dollar, was einem Wachstum von 143 Prozent gegenüber dem Vorquartal entspricht. Erstmals konnte dabei ein bereinigter operativer Gewinn in Höhe von 559 Millionen US-Dollar ausgewiesen werden. Diese Profitabilität gilt als wichtiges Signal für die geplanten IPO-Gespräche im Herbst.

Erweiterte Modellpalette und regulatorische Anpassungen

Auf der Produktseite hat Anthropic am Freitag das neue Modell Claude Opus 4.8 veröffentlicht. Die Version führt sogenannte dynamische Workflows für komplexe Projekte ein, wobei die Preisgestaltung gegenüber den Vorgängerversionen stabil bleibt.

Intern arbeitet das Unternehmen zudem bereits an einem „Model 2“, das in Bereichen wie Programmierung und autonomen Agenten-Aufgaben deutliche Leistungssteigerungen gegenüber aktuellen Modellen zeigen soll.

Am heutigen Montag konnte das Unternehmen zudem eine technische Störung beheben, die zeitweise zu Fehlerraten bei verschiedenen Modellen der Claude-Serie geführt hatte. Parallel dazu treibt Anthropic die Einhaltung internationaler Standards voran.

Seit Anfang August werden in allen neuen Modellen digitale Wasserzeichen integriert, um den Transparenzanforderungen des EU AI Act zu entsprechen. Bis zum 2. Dezember müssen zudem ältere Modelle entsprechend nachgerüstet werden, um die Konformität auf dem europäischen Markt zu wahren.

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