Anthropic Aktie: Pentagon droht mit Notstandsgesetz

Das US-Verteidigungsministerium setzt Anthropic unter Druck, die Nutzung seiner KI für militärische Zwecke zu erlauben, und droht mit drastischen Konsequenzen für das US-Geschäft des Unternehmens.

Redaktion Stock-World ·
Anthropic Aktie (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Streit um militärische Nutzung von KI-Software Claude
  • Pentagon droht mit Lieferketten-Ausschluss und Notstandsgesetz
  • CEO Amodei verweigert Einsatz in autonomen Waffensystemen
  • Konflikt könnte Geschäft in den USA massiv beeinträchtigen

Der OpenAI-Konkurrent Anthropic gerät zwischen die Fronten: Das US-Verteidigungsministerium droht dem KI-Unternehmen mit drastischen Konsequenzen, nachdem CEO Dario Amodei sich weigert, jeglichen militärischen Einsatz der firmeneigenen KI-Software zu erlauben. Die Auseinandersetzung könnte das Geschäft von Anthropic in den USA massiv beeinträchtigen.

Streit um autonome Waffen eskaliert

Anthropic besteht darauf, dass die KI-Software Claude nicht für Massenüberwachung in den USA sowie nicht in vollständig autonomen Waffen eingesetzt werden darf. Das Pentagon will jedoch nur mit KI-Firmen zusammenarbeiten, die „jedem legalen Einsatz“ ihrer Software zustimmen. Als Reaktion auf Amodeis Weigerung droht das Verteidigungsministerium nun, Anthropic als Lieferketten-Risiko einzustufen – eine Maßnahme, die das gesamte US-Geschäft des Unternehmens gefährden würde.

Amodei begründet die Einschränkungen mit technischen Bedenken: KI sei noch nicht verlässlich genug für autonome Waffensysteme und könne über das Netz verstreute Daten in großem Stil zu detaillierten Persönlichkeitsprofilen zusammensetzen. „Wir werden nicht wissentlich ein Produkt liefern, das Amerikas Krieger und Zivilisten in Gefahr bringt“, schrieb der CEO in einem Blogeintrag heute.

Frist bis Freitagnachmittag gesetzt

Das Pentagon macht Ernst: Anthropic wurde eine Frist bis zum heutigen späten Freitagnachmittag gesetzt, um jeglichen legalen Einsatz der Software zu akzeptieren. Zudem droht das Ministerium, auf den Defense Production Act von 1950 zurückzugreifen – ein Notstandsgesetz, das Unternehmen zur Aufhebung solcher Beschränkungen zwingen könnte.

Besonders pikant: Die Spannungen wurden öffentlich, nachdem bekannt wurde, dass Anthropics Software bei der US-Militäroperation zur Gefangennahme des venezolanischen Machthabers Nicolás Maduro eingesetzt wurde. Der genaue Verwendungszweck blieb dabei unklar.

Marktposition unter Druck

Die Konfrontation mit dem Pentagon könnte Anthropic wertvolle Geschäftsmöglichkeiten kosten. Emil Michael, ein ranghoher Beamter des Verteidigungsministeriums, attackierte Amodei öffentlich und warf ihm einen „Gott-Komplex“ vor. Der Anthropic-Chef wolle persönlich das US-Militär kontrollieren.

Sollte Anthropic aus Pentagon-Systemen ausgeschlossen werden, dürfte vor allem Elon Musks xAI die entstehende Lücke füllen wollen. Allerdings bleibt fraglich, ob andere Entwickler die technischen Fähigkeiten von Anthropics KI tatsächlich erreichen können. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte bereits im Januar klargestellt, das Pentagon wolle keine KI-Modelle nutzen, „die es nicht erlauben, Kriege zu führen“.

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