Antimony Resources Aktie: 18,2-Prozent-Crash vor 29. Juni
Am 29. Juni fallen Aktiensperre und erster Ressourcenbericht für Bald Hill zusammen. Der Kurs steht bereits unter Druck.

Kurz zusammengefasst
- Über 21 Millionen Aktien werden handelbar
- Erster NI-43-101-Bericht für Bald Hill erwartet
- Antimonpreis fällt um 22 Prozent
- Aktie notiert 63 Prozent unter Jahreshoch
Am 29. Juni treffen zwei gegenläufige Kräfte aufeinander. Über 21 Millionen gesperrte Aktien werden handelbar — und gleichzeitig soll der erste offizielle Ressourcenbericht für das Bald-Hill-Projekt veröffentlicht werden. Kein Wunder, dass der Kurs bereits unter Druck steht.
Zwei Ereignisse, ein Datum
Ende Dezember 2025 schloss Antimony Resources die erste Tranche einer Privatplatzierung ab. Das Unternehmen gab dabei 21,02 Millionen Einheiten zu je C$0,45 aus und nahm rund C$9,5 Millionen ein. Jede Einheit enthält eine Aktie sowie einen Warrant, ausübbar zu C$0,75. Diese Papiere unterlagen einer sechsmonatigen Handelssperre — die am 29. Juni ausläuft.
Das Problem: Die Aktie notiert mit €0,39 bereits unter dem Platzierungspreis. Frühe Investoren sitzen auf Buchverlusten. Ob sie bei Freigabe verkaufen, bleibt offen — das Angebot an verfügbaren Aktien steigt jedenfalls spürbar.
Auf denselben Tag fällt die Veröffentlichung des NI-43-101-Ressourcenberichts durch SRK Consultants aus Toronto. Ursprünglich für April oder Mai geplant, hat sich der Bericht verzögert. Er gilt als erster formaler Beweis dafür, wie groß Bald Hill tatsächlich ist.
Was die Bohrdaten zeigen
Das Unternehmen hat die Main Zone mit einem 25.000-Meter-Bohrprogramm getestet. Die Mineralisierung erstreckt sich über 700 Meter Streichlänge und mindestens 350 Meter Tiefe. Die Mächtigkeiten liegen bei drei bis vier Metern, die Gehalte zwischen 3 % und 4 % Antimon.
CEO Jim Atkinson bezeichnet Bald Hill als „wahrscheinlich die hochgradigste Antimon-Lagerstätte Nordamerikas“ und schätzt die Gesamtgehalte auf 4 % bis 5 %. Hinzu kommt die South Zone, rund 900 Meter südlich des Hauptkörpers. Aus 38 Gesteinsproben über eine Streichlänge von mehr als 200 Metern errechnete sich ein Durchschnittsgehalt von 19,5 % Antimon — ein eigenständiges Explorationsziel.
Rohstoffpreise belasten die Stimmung
Der Antimonpreis steht unter Druck. Am 22. Juni 2026 notiert er bei 51,80 US-Dollar je Kilogramm — ein Minus von rund 22 % seit Jahresbeginn 2025. Endabnehmer halten sich zurück, Verkäufer gewähren Rabatte, um Bestände abzubauen.
Zur Entspannung beigetragen hat Chinas Entscheidung, das vollständige Exportverbot auf Antimon in die USA bis zum 27. November 2026 auszusetzen. Exporte für zivile Zwecke sind wieder erlaubt — ein Signal sinkender Handelsspannungen. Allerdings bleibt das Verbot für militärische Endverwendungen in Kraft, und jede Lieferung erfordert weiterhin eine Genehmigung aus Peking.
Die strukturelle Abhängigkeit der USA bleibt bestehen. Das Land importiert jährlich zwischen 20.000 und 25.000 Tonnen Antimon, fast ausschließlich aus China. Eigene Primärproduktion gibt es seit der Schließung der Sunshine Mine in Idaho im Jahr 2001 nicht mehr. Nur 18 % des Bedarfs deckt das Recycling von Blei-Säure-Batterien.
Politischer Rückenwind, langer Weg
Washington signalisiert Entschlossenheit beim Aufbau alternativer Lieferketten. Im Mai 2026 sicherte sich Perpetua Resources einen Kredit der US-Export-Import-Bank in Höhe von rund 2,9 Milliarden US-Dollar für ein Gold-Antimon-Projekt in Idaho.
Antimony Resources selbst arbeitet an der Genehmigungsfront. Das Unternehmen hat GEMTEC Consulting Engineers mit einem vollständigen Regulierungsfahrplan beauftragt. Eine vorläufige Umweltprüfung läuft, Gespräche mit Provinz- und Bundesbehörden sowie dem Department of Indigenous Affairs haben bereits stattgefunden. Eine formale Genehmigungsantragsstellung plant das Unternehmen für Q4 2026 oder Q1 2027.
Anfang Juni besuchte New Brunswicks Ressourcenminister John Herron das Projektgelände — ein sichtbares Zeichen politischer Unterstützung, das aber an den langen Zeitlinien nichts ändert.
Kurs weit unter Hochpunkt
Die Aktie hat in den vergangenen sieben Tagen 18,2 % verloren und notiert 62,9 % unter ihrem Jahreshoch von €1,05 aus dem März. Der RSI liegt bei 38,1 — noch kein überverkauftes Territorium, aber die Dynamik zeigt klar nach unten.
Der 29. Juni bündelt damit alles: Angebotsdruck durch die Entsperrung, potenzielle Neubewertung durch den SRK-Bericht. Fällt der Ressourcenbericht stark aus, könnte er den Verkaufsdruck absorbieren. Enttäuscht er — oder verzögert sich erneut — dürfte der Kurs weiter nachgeben.
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