Antimony Resources Aktie: 29. Juni entscheidet über Lock-up
Trotz hochgradiger Antimonfunde am Bald Hill-Projekt leidet die Aktie unter dem bevorstehenden Lock-up-Ablauf und Kursverlusten.

Kurz zusammengefasst
- Hochgradige Antimon- und Goldfunde
- Lock-up-Ablauf am 29. Juni
- Kursverlust von 66 Prozent
- Ausstehende Ressourcenschätzung erwartet
Hochgradige Bohrergebnisse auf der einen Seite, ein herannahender Lock-up-Ablauf auf der anderen. Bei Antimony Resources klafft die Schere zwischen Explorationserfolgen und Kursentwicklung derzeit weit auseinander.
Starke Assays aus der Central Zone
Am 25. Juni meldete das Unternehmen neue Ergebnisse aus 24 Gesteinsproben der Central Zone am Bald Hill-Projekt. Die Proben stammen aus Schürfgräben über rund 170 Meter Streichlänge. Im Schnitt enthielten sie 4,5 % Antimon — mit Spitzenwerten von bis zu 20,5 %. Der Goldgehalt lag im Mittel bei 0,43 g/t, maximal bei 4,72 g/t.
Die Central Zone liegt rund 150 Meter südlich der Main Zone. Geologisch ähnelt sie ihr stark: Stibnit tritt in brekziierten Sedimenten auf. Das ist kein Zufall — dasselbe Muster hatte die Main Zone als hochgradig ausgewiesen.
Bereits Mitte Juni hatte Bald Hill mit Bohrergebnissen aufgewartet. Bohrloch BHW-26-04 lieferte 36,0 % Antimon, BH-26-15 traf 27,0 %. Beide Löcher erweiterten die Main Zone nach Süden. Noch weiter südlich — rund 900 Meter von der Main Zone entfernt — lieferte die South Zone aus 38 Proben über 200 Meter einen Durchschnitt von 19,5 % Antimon, mit Spitzenwerten bis 44,2 %.
Der Lock-up-Termin überschattet alles
Trotz dieser Resultate notiert die Aktie bei 0,35 Euro — rund 66 % unter dem 52-Wochen-Hoch von 1,05 Euro aus dem März. Allein in den vergangenen 30 Tagen verlor der Kurs knapp 27 %.
Der Grund liegt auf der Hand. Am 29. Juni laufen die Lock-up-Fristen für gut 21 Millionen Aktien und Broker-Warrants aus einer Privatplatzierung vom Dezember 2025 ab. Damals sammelte das Unternehmen rund 9,5 Millionen Kanadische Dollar ein — zu 0,45 CAD je Einheit. Jede Einheit enthielt eine Aktie und einen Warrant mit Ausübungspreis von 0,75 CAD. Der aktuelle Kurs liegt deutlich darunter. Das erhöht den Druck: Wer eingestiegen ist, sitzt auf Buchverlusten und könnte verkaufen wollen.
Der RSI liegt bei 36,0 — technisch überverkauft. Käufer halten sich dennoch zurück.
Ressourcenschätzung und Genehmigungen im Anmarsch
Ein weiterer Unsicherheitsfaktor ist die ausstehende NI 43-101-Ressourcenschätzung von SRK Consultants aus Toronto. Ursprünglich für April oder Mai geplant, verzögerte sich der Bericht auf Juni. Er soll eine konzeptionelle Explorationszielgröße von rund 2,7 Millionen Tonnen mit 3 bis 4 % Antimon erstmals zertifizieren — oder korrigieren.
Parallel treibt das Unternehmen die Genehmigungsarbeit voran. GEMTEC Consulting Engineers aus Fredericton erstellt einen regulatorischen Fahrplan. Erste Gespräche mit Behörden und dem Department of Indigenous Affairs laufen bereits. Eine formale Genehmigungsanfrage plant Antimony Resources für das vierte Quartal 2026 oder das erste Quartal 2027. Erste Gespräche mit Metallhändlern über mögliche Abnahmeverträge haben ebenfalls begonnen.
Geopolitik als Rückenwind
Das makroökonomische Umfeld bleibt günstig. China verhängte Ende 2024 Exportbeschränkungen für Antimon in zwei Stufen. Ein vollständiges Exportverbot in die USA ist bis zum 27. November 2026 ausgesetzt — exportieren dürfen bislang nur elf chinesische Unternehmen mit Lizenz. Die USA importieren jährlich zwischen 20.000 und 25.000 Tonnen Antimon. Eigene Primärproduktion existiert seit der Schließung der Sunshine Mine in Idaho im Jahr 2001 nicht mehr.
Wie ernst Washington das nimmt, zeigte die US-Export-Import-Bank im Mai: Sie gewährte Perpetua Resources einen gesicherten Kredit von rund 2,9 Milliarden Dollar für das Stibnite-Projekt in Idaho.
Für Antimony Resources wird der 29. Juni zum unmittelbaren Prüfstein. Läuft der Lock-up ab, ohne dass größere Verkaufswellen folgen, könnte der Markt die Explorationserfolge neu bewerten. Bis dahin bleibt der Kurs im Würgegriff des Überhangs.
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