Apple startet holprig ins neue Börsenjahr. Nach einem Analysten-Downgrade und der Ankündigung eines Führungswechsels im wichtigen KI-Bereich geraten die Erwartungen an den Tech-Riesen unter Druck. Im Zentrum stehen nun weniger neue Geräte, sondern die Frage, wie tragfähig die hohe Bewertung und das Wachstum im Service- und KI-Geschäft wirklich sind.
Downgrade trifft hohe Bewertung
Auslöser der jüngsten Schwäche war eine Abstufung durch Raymond James. Das Analysehaus senkte die Einstufung von „Outperform“ auf „Market Perform“ (Neutral) und verwies vor allem auf die ausgereizte Bewertung: Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 36 erscheine ein großer Teil der erwarteten iPhone-Stärke bereits eingepreist.
Zudem sehen die Analysten kurzfristig wenige neue Impulse. Selbst die für das Frühjahr erwartete größere „Siri“-Überarbeitung bewerten sie vorsichtig – der Markt könnte sich hiervon mehr erhoffen, als Apple kurzfristig liefern kann. Vor diesem Hintergrund wirkt der Rückgang der Aktie um rund 3,6 % in den ersten Handelstagen des Jahres vor allem wie eine Reaktion auf das Bewertungsniveau.
Gestern schloss der Titel bei 262,64 US‑Dollar und liegt damit nur noch gut 4 % unter dem 52‑Wochen-Hoch, aber deutlich über dem 200‑Tage-Durchschnitt – ein Hinweis darauf, dass der Rücksetzer bislang eher eine Korrektur in einem übergeordnet starken Aufwärtstrend ist.
Services wachsen langsamer
Zusätzlichen Druck bringt eine Abschwächung im margenstarken Service-Geschäft. UBS-Daten zeigen, dass das Umsatzwachstum im App Store im Dezember-Quartal 2025 auf rund 7 % zurückgegangen ist – nach etwa 12 % im Juni-Quartal.
Gerade dieser Bereich gilt als wichtiger Stützbalken für das Gewinnwachstum, weil hier höhere Margen winken als im klassischen Hardwaregeschäft. Das langsamere Wachstum weckt daher Zweifel, ob Apple seine bisherige zweistellige Dynamik im Service-Segment in einem reiferen Smartphone-Markt halten kann.
KI-Chef geht – Unsicherheit vor großem Update
Parallel dazu wird ein personeller Einschnitt bekannt: John Giannandrea, Senior Vice President für Machine Learning und KI-Strategie, soll im Frühjahr 2026 in den Ruhestand gehen. Er verantwortete zentrale Weichenstellungen in Apples KI-Ausrichtung.
Der Zeitpunkt sorgt für Unruhe, weil Investoren gerade jetzt genau auf Apples Pläne rund um generative KI und die Konkurrenz zu Google und OpenAI blicken. Giannandreas geplanter Abschied kurz vor einem größeren Software-Update rund um Siri erhöht die Unsicherheit darüber, wie reibungslos Apple seine KI-Roadmap umsetzen kann und wie klar die Monetarisierungsstrategie dahinter ist.
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Technische Marken und Signale aus der Lieferkette
Charttechnisch notiert die Aktie weiter auf erhöhtem Niveau: Der Schlusskurs liegt komfortabel über dem 100‑Tage-Durchschnitt von 231,24 US‑Dollar und rund 27 % über der 200‑Tage-Linie bei 206,51 US‑Dollar. Der RSI von 56,7 signalisiert weder eine überkaufte noch eine überverkaufte Situation. Von einem technischen Bruch wichtiger Unterstützungen kann also keine Rede sein.
Auf der Fundamentalseite kommen gemischte Signale aus der Lieferkette. Fertigungspartner Foxconn meldete für das vierte Quartal Rekordumsätze, getrieben von starker Weihnachtsnachfrage. Gleichzeitig warnte das Unternehmen aber vor der üblichen saisonalen Abschwächung im ersten Quartal 2026.
Analyst Ming-Chi Kuo hebt zudem hervor, dass Foxconn die Produktion von KI-Servern priorisiert – ein Hinweis darauf, wie stark der KI-Boom die Kapazitäten bindet. Für Apple ist das ein zweischneidiges Schwert: Einerseits profitiert der Konzern indirekt von der allgemeinen KI-Infrastruktur-Nachfrage, andererseits ist der Spielraum in der iPhone-Fertigung begrenzt. Hinzu kommt: In China ist der Marktanteil von Apple nach Kuos Angaben von 19 % auf 18 % gefallen, was den Ausblick auf das Umsatzwachstum in einem Kernmarkt leicht eintrübt.
Vision Pro und Ökosystem reichen nicht als Gegengewicht
Auf der CES 2026 zeigte Apple einmal mehr die Stärke seines Ökosystems. Für das Apple Vision Pro wurde neues immersives Material angekündigt, darunter Live-Übertragungen von Spielen der LA Lakers ab dem 9. Januar. Außerdem werden neue Smart-Home-Funktionen über Matter-kompatible Geräte eingebunden.
Diese Erweiterungen unterstreichen, dass Apple die Plattformstrategie konsequent ausbaut. Für den Markt standen am Dienstag jedoch weniger die langfristigen Chancen des Ökosystems, sondern vor allem die kurzfristige Bewertung und die Wachstumsabkühlung im Service-Bereich im Vordergrund – entsprechend blieben die positiven Nachrichten ohne spürbare Kurswirkung.
Blick auf die Quartalszahlen
Der nächste große Prüfstein ist der Jahresauftaktbericht: Für den 28. Januar 2026 werden die Zahlen zum ersten Geschäftsquartal 2026 erwartet. Dann wird sich zeigen, ob die bislang in Aussicht gestellten 10–12 % Umsatzwachstum im laufenden Quartal trotz der langsameren App-Store-Dynamik erreichbar sind.
Im Fokus der Analysten dürfte dabei weniger der reine Hardware-Absatz stehen, sondern die Frage, wie Apple nach Giannandreas Abgang seine KI-Strategie konkret in Produkte und neue Erlösquellen übersetzt. Das aktuelle Konsens-Kursziel von rund 290 US‑Dollar signalisiert weiterhin Vertrauen, zugleich klafft die Spanne zwischen optimistischen und skeptischen Einschätzungen spürbar auseinander – ein Zeichen dafür, dass die kommenden Wochen für die Bewertung der Apple-Aktie richtungsweisend werden.
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