Apple Aktie: iPhone Duo binnen Minuten vergriffen
Apple meldet starke Vorbestellungen für sein faltbares Smartphone; Analysten bewerten Nachfrage und Modellmix unterschiedlich.
Kurz zusammengefasst
- Vorbestellungen übersteigen verfügbare Lieferkapazitäten
- Auslieferungstermine reichen bis Januar 2027
- JPMorgan erwartet 8,5 Millionen Einheiten
- Quartalszahlen folgen am 2. November
Der Ansturm auf das erste faltbare Smartphone aus Cupertino hat die anfänglichen Lieferkapazitäten rasch übertroffen. Unmittelbar nach dem weltweiten Start der Vorbestellungen am gestrigen Freitag rutschten die avisierten Auslieferungstermine für das neue Modell bis tief in das Jahr 2027. Während das Gerät offiziell am 23. Oktober in den Handel gelangt, müssen viele Neukäufer nun monatelang auf ihre Hardware warten.
Bestellkontingente binnen Minuten erschöpft
Das iPhone Duo, das in den Vereinigten Staaten ab 1.999 US-Dollar und hierzulande für 2.299 Euro angeboten wird, war online in allen Farb- und Speichervarianten sofort vergriffen.
Sowohl das Basiselement mit 256 Gigabyte als auch die Ausführung mit zwei Terabyte Speicher wiesen rasch Termine ab Ende Januar aus. Nach Unternehmensangaben fiel die Kundennachfrage nach dem Modell mit 5,4-Zoll-Außenbildschirm und aufklappbarem 7,6-Zoll-Hauptdisplay außergewöhnlich aus.
Branchenbeobachter verweisen allerdings darauf, dass neben dem tatsächlichen Kaufinteresse auch begrenzte Fertigungskapazitäten für den schnellen Lieferverzug verantwortlich sein dürften. Genaue Stückzahlen für das anfängliche Kontingent nannte der Konzern bisher nicht. Das Marktforschungsunternehmen Counterpoint Research prognostiziert für das Gesamtkalenderjahr 2026 weltweit rund sechs Millionen verkaufte Einheiten der neuen Geräteklasse.
Die Marktreaktion fiel verhalten optimistisch aus. Die Papiere des Technologiekonzerns schlossen den europäischen Handel am Freitag bei 305,65 Euro ab. Damit notiert der Titel lediglich 2,0 Prozent unter seinem jüngsten 52-Wochen-Hoch von 311,75 Euro.
Analysten debattieren über Nachfrage und Modellmix
In den Analystenabteilungen wird das Ausmaß des Nachfrageüberhangs unterschiedlich interpretiert. Samik Chatterjee von der US-Bank JPMorgan schätzt, dass die Auslieferungen des faltbaren Modells im Weihnachtsquartal rund 8,5 Millionen Einheiten erreichen könnten. JPMorgan bekräftigte die Einstufung mit „Overweight“ und sieht im höherpreisigen Modellmix einen Treiber für die Profitabilität der kommenden Geschäftsjahre.
Zurückhaltender äußerte sich hingegen David Vogt von der Schweizer Großbank UBS. Das Haus stuft die Aktie weiterhin mit „Neutral“ ein. Vogt wies darauf hin, dass die Lieferfristen für das parallel vermarktete reguläre Spitzenmodell iPhone 18 Pro zuletzt kürzer ausfielen als beim Vorgänger im Vorjahresvergleich. Zuvor kursierende Berichte über reduzierte Bauteilbestellungen werten Marktteilnehmer teils als gewöhnliche saisonale Neujustierung der Lieferketten.
Fokus richtet sich auf die Quartalszahlen
Für die Anleger verschiebt sich die Aufmerksamkeit nun zügig auf die anstehende Bilanzvorlage. Der Konzern wird die Geschäftszahlen für das vierte Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres am 2. November nach US-Börsenschluss präsentieren. Das Management hatte für diese Dreimonatsperiode ein Umsatzwachstum in einer Bandbreite zwischen 9 und 11 Prozent in Aussicht gestellt.
Parallel zum Verkaufsstart neuer Smartphone-Kategorien treibt der Konzern zudem seine Software-Initiativen voran. Tim Cook stellte jüngst nach behördlichen Genehmigungen den Start von Testversionen für Apple Intelligence im chinesischen Markt in Aussicht.
Die Veröffentlichung der Geschäftszahlen Anfang November dürfte Klarheit darüber bringen, wie stark das Zusammenspiel aus Hardware-Neuerungen und Software-Diensten das Wachstum tatsächlich stützt.
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