Apple Aktie: Kommt der Wallet-Zwang?
Die britische Behörde konsultiert niedrigere Gebühren und weniger technische Hürden; verbindliche Vorgaben stehen noch aus.

Kurz zusammengefasst
- CMA schlägt niedrigere Zugangsgebühren vor
- Weniger technische Hürden für Zahlungsdienste
- Apple warnt vor Datenschutz- und Sicherheitsrisiken
- Endgültige Entscheidung folgt nach Konsultation
Die britische Wettbewerbsbehörde CMA will konkurrierenden Zahlungsdiensten den Zugang zur kontaktlosen Zahlungstechnik des iPhones erleichtern. Ihre gestern veröffentlichten Vorschläge sehen deutlich niedrigere Gebühren und weniger technische Hürden vor. Für Apple steht damit die Ausgestaltung des Zugangs zu seiner Zahlungsplattform zur Debatte. Eine endgültige Auflage gibt es noch nicht: Zunächst läuft eine öffentliche Konsultation.
Niedrigere Zugangshürden für Wettbewerber
Nach den Vorstellungen der CMA sollen Entwickler einen fairen, angemessenen, transparenten und diskriminierungsfreien Zugang zur NFC-Technik auf iOS-Geräten erhalten. Laut Reuters will die Behörde damit mehr Konkurrenz zu Apple Pay ermöglichen.
Die CMA kritisiert hohe Gebühren, strenge Bedingungen und technische Beschränkungen. Diese erschwerten den Wettbewerb. In Großbritannien habe bislang kein Unternehmen eine konkurrierende Wallet gestartet. Die Behörde will kommerziell tragfähige Zugangskonditionen erreichen, ohne die Preise selbst festzusetzen.
Dabei geht es nicht allein um Gebühren. Die Vorschläge sollen auch den Zugang zu gängigen internationalen Standards erleichtern. Konkurrierende Apps könnten dadurch mehr technische Möglichkeiten erhalten, um eigene kontaktlose Zahlungsangebote auf dem iPhone bereitzustellen.
Der Markt hat erhebliche Bedeutung: Nach Angaben der CMA machen kontaktlose Zahlungen in Großbritannien 39 % aller Zahlungen aus. Vor zehn Jahren waren es 3 %. Apple Wallet ist laut der Behörde die beliebteste digitale Wallet unter Erwachsenen, die dort mobil bezahlen.
Apple verweist auf Sicherheit
Apple hält dagegen, dass Entwickler bereits NFC und das geräteinterne Secure Element nutzen könnten. Das Unternehmen nennt neben Zahlungen auch Fahrausweise, Autoschlüssel und Eintrittskarten als Anwendungen. Zugleich warnt Apple davor, dass die vorgeschlagenen Änderungen Datenschutz- und Sicherheitsstandards schwächen könnten.
Die britische Finanzaufsicht FCA unterstützt hingegen die Vorschläge. Sie erwartet mehr Wettbewerb und Auswahl sowie Impulse für Open Banking. Damit stehen Apples Sicherheitsargumente dem Ziel gegenüber, konkurrierenden Anbietern wirtschaftlich und technisch attraktivere Bedingungen zu verschaffen.
Die britischen Pläne wären laut Reuters weniger weitreichend als die europäischen Vorgaben von 2024. Diese gewährten Drittanbieter-Wallets kostenlosen Zugang. Sie ermöglichen kontaktlose Zahlungen über Host Card Emulation, ohne dass die Apps Apple Pay oder Apple Wallet verwenden müssen.
Entscheidung folgt nach der Konsultation
Die Konsultation endet am 17. November. Anschließend soll die CMA ihre endgültige Entscheidung treffen. Die angekündigten Änderungen sind deshalb noch keine verbindlich geltenden Zugangspflichten.
Für Anleger liegt die Bedeutung in den künftigen Bedingungen für konkurrierende Zahlungsdienste. Niedrigere Gebühren und weniger technische Beschränkungen könnten deren Markteintritt erleichtern.
Eine konkrete finanzielle Belastung für Apple lässt sich aus dem Vorschlag nicht beziffern. Entscheidend wird die endgültige Ausgestaltung der Auflagen sein – insbesondere das Zusammenspiel von Zugangskosten, technischen Möglichkeiten und Sicherheitsanforderungen.
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