Apple Aktie: Neuer Ärger mit OpenAI
Apple beschuldigt OpenAI der Beweisvernichtung, während der KI-Konzern zurückweist und interne Abläufe des iPhone-Herstellers kritisiert.
Kurz zusammengefasst
- Forensische Prüfung liefert neue Vorwürfe
- OpenAI weist Anschuldigungen vollständig zurück
- Apple beantragt schnellere Beweisaufnahme
- Analystenziele reichen von 245 bis 400 Dollar
Kaum hat John Ternus den Chefsessel übernommen, spitzt sich ein Rechtsstreit zu, den sein Vorgänger noch selbst angezettelt hatte. Apple wirft OpenAI vor, Beweise im Verfahren um mutmaßlichen Geheimnisverrat zu vernichten. OpenAI schlägt zurück – mit scharfen Worten und einem unbequemen Blick auf Apples eigene interne Praktiken.
Forensische Analyse bringt neue Vorwürfe
Im Zentrum steht der frühere Apple-Ingenieur Chang Liu, der im Januar zu OpenAI wechselte. Apple stützt sich nun auf die forensische Auswertung eines MacBooks, das OpenAI im Verfahren übergeben hatte. Der Konzern behauptet, Liu habe im März einen KI-Agenten mit dem Schaltplan eines proprietären Apple-Bauteils trainiert. Apple beantragte deshalb eine beschleunigte Beweisaufnahme beim zuständigen Gericht in San Jose.
OpenAI weist die Vorwürfe komplett zurück und wählt in der Gegendarstellung ungewöhnlich deutliche Worte: Der Streit sei „ein Chaos, das Apple selbst verursacht hat“. Liu habe früheren Kollegen nur bei der Dateisuche geholfen, nachdem diese ihn wiederholt darum gebeten hätten.
Auch der zweite Beschuldigte, der 24 Jahre bei Apple tätige Tang Tan, weist die Anschuldigungen zurück und verweist darauf, vor seinem Abschied sämtliche Prototypen zurückgegeben zu haben.
Besonders unangenehm für Apple: OpenAI kritisiert die eigenen Abläufe des Konzerns. Mitarbeiter würden ermutigt, private iCloud-Konten für Arbeitsdokumente zu nutzen, was eine saubere Trennung nach dem Ausscheiden erschwere. Zudem eskortiere Apple scheidende Angestellte sofort vom Gelände, ohne Zeit für Geräterückgabe oder Übergabe einzuräumen.
Ursprung der Klage
Apple hatte OpenAI sowie Liu und Tan im Juli wegen des Diebstahls von Geschäftsgeheimnissen rund um Hardware-Design, Fertigung und Lieferkette verklagt. Der Hintergrund: Rund 400 ehemalige Apple-Mitarbeiter sind inzwischen zu OpenAI gewechselt, das dort massiv in eigene Hardware-Ambitionen investiert.
Der Streit wiegt auch deshalb schwer, weil beide Unternehmen erst vor rund zwei Jahren eine Partnerschaft zur Integration von ChatGPT in Apple Intelligence geschlossen hatten – diese bleibt laut Klageschrift von dem Verfahren unberührt.
Am Markt hat der Rechtsstreit bislang kaum Spuren hinterlassen. Die Aktie schloss zuletzt bei 316,85 US-Dollar, das mittlere Analysten-Kursziel liegt bei knapp 339 US-Dollar. Die Einschätzungen reichen jedoch von 245 bis 400 US-Dollar – ein Spread, der zeigt, wie unterschiedlich Analysten die Zukunft des Konzerns unter der neuen Führung von Ternus bewerten.
Ob das Gericht in San Jose dem Antrag auf beschleunigte Beweisaufnahme folgt, dürfte den weiteren Zeitplan des Verfahrens maßgeblich bestimmen. Für Ternus, der gerade erst sein Amt angetreten hat, ist der Streit mit einem der aggressivsten KI-Konkurrenten eine der ersten unangenehmen Baustellen seiner Amtszeit.
Apple-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Apple-Analyse vom 1. September liefert die Antwort:
Die neusten Apple-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Apple-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 1. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Apple: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...