Apple Aktie: Phillip Securities rät zum Verkauf

Analysten senken Apple-Ratings wegen Speicherkosten und schwacher Prognose. Zwei Gerichtsverfahren erhöhen den Druck auf den Tech-Konzern zusätzlich.

Dieter Jaworski ·
Apple Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Phillip Securities stuft Apple auf Verkaufen herab
  • Rekordumsatz trotz schwacher Quartalsprognose
  • Apple kämpft mit OpenAI und britischer Regierung
  • Insider verkaufen Aktienpakete im Wert von Millionen

Apple kämpft an mehreren Fronten gleichzeitig. Während der Aktienkurs bei 270,70 Euro nahe seinem 50-Tage-Durchschnitt von 269,72 Euro verharrt und damit rund 10,30 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch liegt, kommen aus dem Analystenlager neue Warnsignale – und im Gerichtssaal eskaliert gleich ein zweiter Konflikt.

Phillip Securities rät zum Verkauf

Am Montag stufte die Analystin Helena Wang von Phillip Securities die Apple-Aktie von „Neutral“ auf „Sell“ herab. Ihr Zwölf-Monats-Kursziel von 290 US-Dollar signalisiert nach ihrer eigenen Berechnung ein Abwärtspotenzial von 5,33 Prozent. Am selben Tag senkte auch die DZ Bank ihr Rating von „Buy“ auf „Hold“. Beide Bewertungen reihen sich in eine Serie von Kurszielsenkungen nach den jüngsten Quartalszahlen ein: Auch Barclays, Goldman Sachs und Morgan Stanley hatten Ende Juli ihre Zielmarken nach unten korrigiert und dabei übereinstimmend auf steigende Speicherkosten und eine schwächere Umsatzprognose für das laufende Quartal verwiesen.

Hintergrund der Skepsis sind die Ende Juli veröffentlichten Geschäftszahlen. Apple meldete für das dritte Fiskalquartal einen Rekordumsatz von 109,4 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr, mit Bestwerten in sämtlichen geografischen Regionen. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 1,91 US-Dollar und übertraf die Erwartungen von 1,89 US-Dollar. Trotzdem rutschte die Aktie im nachbörslichen Handel um mehr als sechs Prozent ab, weil das Unternehmen für das laufende Quartal eine schwache Prognose ausgab und dabei explizit „Lieferengpässe“ nannte. Apple erhöhte wegen drastisch gestiegener Speicherpreise sogar die Verkaufspreise für iPad und Mac – das Unternehmen sprach selbst von einer „Jahrhundertflut“ bei den Speicherkosten.

Zwei Rechtsstreitigkeiten parallel

Zusätzlich zur wirtschaftlichen Unsicherheit beschäftigt Apple derzeit zwei juristische Auseinandersetzungen. Im Streit mit OpenAI um angebliche Geschäftsgeheimnisse verschärften sich die Töne in dieser Woche deutlich. Apple hatte am Dienstag bei einem Bundesrichter beantragt, OpenAI umgehend zu untersagen, mutmaßlich gestohlene Geheimnisse weiter zu nutzen, und die Rückgabe vertraulicher Informationen gefordert. OpenAI wiederum beantragte am Donnerstag die Abweisung der Klage und bezeichnete Apples Vorwürfe laut Bloomberg als haltlos – die Klage stütze sich auf „selektiv ausgewählte Kommunikation und gewöhnliches Verhalten ohne Kontext“. OpenAI argumentiert zudem, Apples eigene Sicherheits- und Offboarding-Praktiken widersprächen der Behauptung, die angeblich gestohlenen Informationen seien ordnungsgemäß geschützt gewesen – man habe Mitarbeitern erlaubt, private iCloud-Konten für Arbeitszwecke zu nutzen, ohne den Zugang nach deren Ausscheiden konsequent zu sperren.

Parallel dazu reichte Apple am Montag beim britischen Investigatory Powers Tribunal eine neue Beschwerde gegen die Forderung der britischen Regierung ein, Zugang zu verschlüsselten iCloud-Backups britischer Nutzer zu erhalten. Die britische Regierung hatte Apple im vergangenen Jahr eine sogenannte technische Zugriffsanordnung zugestellt, die sich auf britische Nutzer beschränkt. Apple wehrt sich damit erneut gegen den Versuch der Behörden, verschlüsselte Daten britischer Kunden einzusehen.

Anleger bleiben vorsichtig

Für Anleger bündeln sich damit gleich mehrere Belastungsfaktoren: schwächere kurzfristige Aussichten wegen der Speicherkrise, frische Verkaufs- und Halte-Einschätzungen namhafter Häuser sowie zwei offene Gerichtsverfahren mit unklarem Ausgang. Auch aus der Führungsebene kommen keine beruhigenden Signale – in den vergangenen 90 Tagen verkauften unter anderem Konzernchef Tim Cook und die Senior Vice President Deirdre O’Brien Aktienpakete im Gesamtwert von über 48 Millionen US-Dollar, während neue Käufe von Insidern ausblieben. Der RSI von 45,3 zeigt aktuell keine überkaufte oder überverkaufte Lage – der Markt scheint die widersprüchlichen Signale vorerst auszubalancieren, bevor im September die nächste Produktpalette und im Herbst weitere Gerichtstermine anstehen.

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Apple Aktie

270,50 EUR

+ 1,15 EUR +0,43 %
KGV 35,46
Sektor Technologie
Div.-Rendite 0,34 %
Marktkapitalisierung 4,54 Bio. EUR
ISIN: US0378331005 WKN: 865985

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