Apple Aktie: Rekordjagd bei den Emmys
Apple TV+ erhält mit 89 Nominierungen die meisten Emmy-Nennungen aller Sender. Die Streaming-Investitionen zeigen Wirkung, während die Aktie von Chip-Deals profitiert.

Kurz zusammengefasst
- Rekordverdächtige 89 Emmy-Nominierungen für Apple TV+
- Comedy "Widow's Bay" führt mit 19 Nennungen
- Broadcom-Partnerschaft stärkt Chip-Lieferkette
- Virales iPhone-Video sorgt für kostenlose Werbung
Während an den Börsen die Nerven wegen der Eskalation zwischen den USA und dem Iran blank liegen, feiert Apple in Hollywood einen der größten Erfolge seiner noch jungen Streaming-Geschichte. 89 Emmy-Nominierungen für Apple TV+ – so viele wie kein anderer Sender in diesem Jahr. Für ein Unternehmen, das jahrelang als reiner Hardware-Konzern galt, ist das mehr als nur ein Trophäen-Rennen.
Streaming zahlt sich aus
Die Comedy „Widow’s Bay“ holt allein 19 Nominierungen und zählt damit zu den meistnominierten Serien der Saison. Die Science-Fiction-Serie „Pluribus“ von „Breaking Bad“-Schöpfer Vince Gilligan kommt auf 18 Nennungen nach ihrer ersten Staffel. Dazu gesellen sich Nominierungen für „Shrinking“, „Slow Horses“ und „Margo’s Got Money Troubles“ – insgesamt ist Apple TV+ in 15 Originalproduktionen vertreten.
Das ist mehr als PR. Apple TV+ gilt intern als teures Wachstumsprojekt mit bislang überschaubaren Abonnentenzahlen im Vergleich zu Netflix oder Disney+. Konstante Erfolge bei den Emmys – im Vorjahr hatte bereits „The Studio“ als erfolgreichste Freshman-Comedy der Emmy-Geschichte abgeräumt – liefern Argumente dafür, dass sich die Milliardeninvestitionen in Inhalte langfristig auszahlen könnten.
Chips, Politik und ein virales Video
Im Hintergrund tut sich Apple parallel auf der Hardware-Seite: Die kürzlich bestätigte Ausweitung der Partnerschaft mit Broadcom, mit einem Investitionsvolumen von rund 30 Milliarden Dollar für kundenspezifische Chips und Wireless-Technologie, stützt an der Börse das Bild eines Konzerns, der seine Lieferketten resilienter gegen geopolitische Risiken macht. Die Aktie bewegte sich zuletzt bei etwa 310 Dollar, in den US-Futures am Mittwochabend legte der Titel trotz der angespannten Lage im Nahen Osten leicht zu.
Genau diese geopolitische Gemengelage birgt allerdings auch Risiken für den Konzern. Nach der scharfen Kritik von US-Präsident Trump an Spanien im Streit um Nato-Verteidigungsausgaben und US-Stützpunkte steht im Raum, dass die EU im Ernstfall ihr Instrument gegen wirtschaftliche Zwangsmaßnahmen aktivieren könnte – mit möglichen Zusatzabgaben für US-Digitalkonzerne wie Apple, Microsoft, Alphabet oder Meta.
Für Aufsehen ganz anderer Art sorgt derweil ein Video aus Griechenland: Eine Urlauberin filmte unabsichtlich mit ihrem iPhone 16 Pro ihre eigene Rettung aus sechs Metern Tiefe – das Gerät hielt durch, obwohl Apples Wasserschutz-Zertifizierung eigentlich nur für Süßwasser gilt. Der Clip verbreitete sich rasant im Netz und liefert dem Konzern kostenlose Werbung für die Robustheit seiner Geräte.
Die Emmy-Gewinner werden am 14. September gekürt. Bis dahin dürfte sich zeigen, ob der Erfolg im Streaming-Geschäft auch in harten Abonnentenzahlen ankommt – während die Chip-Partnerschaft mit Broadcom parallel Fahrt aufnimmt.
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