Apple Aktie: Rekordzahlen, kühle Reaktion
Apple übertrifft im letzten Quartal unter Tim Cook die Erwartungen, doch die Aktie fällt aufgrund schwächerer Service- und China-Umsätze.

Kurz zusammengefasst
- Rekordumsatz von 109,42 Milliarden Dollar
- iPhone-Wachstum treibt Gewinnsprung
- Service-Erlöse und China enttäuschen
- CEO-Übergabe an John Ternus im September
Es ist Tim Cooks letzter Auftritt als Apple-Chef vor Analysten – und er liefert das stärkste Junuquartal der Firmengeschichte. Ausgerechnet im Abschiedsquartal des scheidenden CEOs feiert der Konzern einen Rekord bei Umsatz und Gewinn. Die Börse reagiert trotzdem nicht mit Applaus, sondern mit einem Kursrückgang.
Der Umsatz stieg im dritten Geschäftsquartal, das Ende Juni endete, um 16,4 Prozent auf 109,42 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn kletterte auf 29,79 Milliarden Dollar.
Damit übertraf Apple nicht nur die eigenen Erwartungen an sein traditionell schwächstes Quartal, sondern auch die Prognosen der Wall Street deutlich.
Je Aktie verdiente der Konzern 2,02 Dollar, mehr als die veranschlagten 1,89 Dollar. Die Bruttomarge kletterte auf 50,1 Prozent, begünstigt auch durch Rückerstattungen aus früheren Zollzahlungen.
Treiber war erneut das iPhone. Der Umsatz mit dem Smartphone legte um gut ein Fünftel auf 54,25 Milliarden Dollar zu – das dritte Quartal in Folge mit zweistelligem Wachstum, ein Tempo, das Apple seit dem Corona-Nachholeffekt nicht mehr erreicht hatte.
Auch das Mac-Geschäft wuchs kräftig, auf 10,35 Milliarden Dollar. Einzig das iPad schwächelte leicht, auf 6,19 Milliarden Dollar.
Beim Service-Geschäft, lange der Wachstumsmotor des Konzerns, hakte es dagegen: Die Erlöse blieben mit 30,74 Milliarden Dollar hinter den Erwartungen zurück, ebenso die Umsätze in China. Genau diese beiden Schwachstellen drückten die Aktie nachbörslich um rund zwei Prozent – trotz des klaren Gewinnsprungs.
Ternus übernimmt in unruhigen Zeiten
Es war zugleich die letzte Quartalsvorlage unter Cooks Führung. Zum 1. September übergibt er den Chefposten an John Ternus, seit 25 Jahren im Unternehmen und zuletzt Hardware-Chef. Cook selbst wechselt in die Rolle des Executive Chairman.
Der Übergang fällt in eine Phase, die alles andere als ruhig ist. Ein globaler Speicherchip-Engpass hat Apple bereits gezwungen, die Preise für iPad und Mac um mindestens 100 Dollar anzuheben, bei manchen Modellen um mehr als 1.000 Dollar. Beim iPhone hielt der Konzern die Preise im abgelaufenen Quartal noch stabil – Analysten rechnen jedoch mit Aufschlägen bei den kommenden Modellen.
Parallel dazu startete Apple mit dem Zahlungsdienstleister Klarna ein Leasing-Modell: Kunden in den USA können ein iPhone künftig ab 17,99 Dollar im Monat für bis zu zwei Jahre mieten.
Hinzu kommt der ungeklärte Streit mit OpenAI. Apple hatte den ChatGPT-Entwickler im Juli wegen mutmaßlichen Diebstahls von Geschäftsgeheimnissen verklagt, nachdem die frühere KI-Partnerschaft ins Wanken geraten war. Inzwischen setzt der Konzern stärker auf Google als Technologiepartner für die überarbeitete Siri, die im Beta-Stadium läuft und im Herbst zusammen mit neuen iPhones an den Start gehen soll.
Dividende bleibt, Preise steigen weiter
Trotz der Umbrüche hält Apple an seiner Ausschüttungspolitik fest. Der Vorstand beschloss eine Quartalsdividende von 0,27 Dollar je Aktie, zahlbar am 13. August 2026 an Aktionäre, die am 10. August 2026 im Bestand geführt sind.
Für die laufende Periode rechnen Marktbeobachter mit einem spürbar langsameren Umsatzwachstum von rund 12 Prozent, nachdem die jüngsten Preiserhöhungen erst gegen Ende des Quartals griffen. Die nächste Zahlenvorlage fällt bereits in Ternus‘ erste volle Amtszeit als CEO – mitten im für Apple wichtigsten Weihnachtsquartal, in dem die höheren Preise erstmals das gesamte Sortiment durchziehen.
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