Apple Aktie: Siri-Streit mit Brüssel
Streit mit EU-Kommission: Apples neue KI-Siri startet in Europa nicht auf iPhone und iPad. Datenschutz und DMA-Regeln blockieren die Einführung.

Kurz zusammengefasst
- Keine neue KI-Siri in der EU
- Apple und EU im Datenschutz-Konflikt
- Kompromissvorschlag von Apple abgelehnt
- Neue Siri auf Mac und Vision Pro verfügbar
Apple und die EU-Kommission stehen sich offen gegenüber — und europäische iPhone-Nutzer zahlen den Preis. Die neue KI-Version von Siri, die Apple gestern auf der WWDC 2026 vorgestellt hat, wird in der EU nicht auf iPhone und iPad verfügbar sein.
Wer hat recht im Datenschutz-Streit?
Die Vorwürfe sind klar verteilt. Apple-Marketingchef Greg Jozwiak sagt, der Konzern habe der Kommission konkret erklärt, welche Risiken ein „wirklich uneingeschränkter“ Zugang fremder KI-Assistenten zum Betriebssystem mit sich bringe. Man habe sogar 2025 einen technischen Kompromissvorschlag eingereicht — und der sei abgelehnt worden, ohne ernsthaft geprüft worden zu sein. Obendrein habe Apple um eine 18-monatige Ausnahmeregelung gebeten, um eine tragfähige Lösung zu entwickeln.
Die EU-Kommission sieht das grundlegend anders. Sprecher Thomas Regnier erklärte, Apple sei schlicht nicht in der Lage gewesen, eine Interoperabilitätslösung zu entwickeln, die EU-Datenschutz- und Sicherheitsstandards erfülle. Die Bitte um Ausnahme sei keine akzeptable Option — schließlich müsse jeder KI-Anbieter die gleiche Chance haben, von iPhone-Nutzern gewählt zu werden. „EU-Recht ist nicht verhandelbar“, ließ die Kommission ausrichten.
Das Digital Markets Act verpflichtet Gatekeeper wie Apple, Konkurrenten denselben Plattformzugang zu gewähren wie eigenen Diensten. Apple argumentiert, die neue KI-Siri verarbeite Daten so, dass selbst Apple keinen Zugriff habe — ein Muster, das der Konzern auch für Drittanbieter umsetzen wollte. Dieser Vorschlag liegt nach Unternehmensangaben weiterhin auf dem Tisch.
Strategisches Gewicht der Entscheidung
Auf Mac-Computern und der Vision Pro bleibt die neue Siri auch für europäische Nutzer verfügbar, weil Apple in diesen Gerätekategorien nicht als Gatekeeper eingestuft wurde. Das mindert den Schaden — löst das Problem aber nicht.
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IDC-Analyst Francisco Jeronimo ordnet die Tragweite ein: Die neue KI-Siri könnte die zentrale Schnittstelle werden, über die Nutzer künftig mit iPhones und neuen Apple-Gerätekategorien interagieren. Fehlt sie auf dem zweitgrößten Smartphone-Markt der Welt, ist das keine Nebensächlichkeit.
Branchenexperte Avi Greengart von Techsponential merkt an, Apple schüre hohe Erwartungen — die Software soll tiefgreifend personalisiert sein und Fragen beantworten wie: „Wie hieß der Podcast, den mir meine Schwester neulich empfohlen hat?“ Ursprünglich hatte Apple ähnliche Fähigkeiten bereits vor zwei Jahren angekündigt, musste das Versprechen jedoch zurückziehen, weil die Software nicht verlässlich genug war.
Hinzu kommt eine symbolisch bedeutsame Personalie: Die WWDC 2026 ist die letzte für Tim Cook als Konzernchef. Im September soll John Ternus, bisher für Hardware zuständig, die Führung übernehmen. Wie sein Amtsantritt und der ungelöste EU-Konflikt zusammenpassen, bleibt eine offene strategische Frage für den Herbst — wenn Apple traditionell neue Software-Versionen einführt und der Druck auf eine Einigung mit Brüssel weiter steigen dürfte.
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