Apple Aktie: Verschlüsselung im Visier
Apple wehrt sich gegen britische Zugriffspläne, während der EU-Regelrahmen das neue Siri auf Mobilgeräten zunächst ausbremst.

Kurz zusammengefasst
- Apple klagt gegen britische Datenanordnung
- Verschlüsselung für britische Nutzer abgeschaltet
- Neues Siri bleibt in Europa eingeschränkt
- JPMorgan und BofA bestätigen Kaufurteile
Ein Streit um verschlüsselte Nutzerdaten zwischen Apple und der britischen Regierung eskaliert vor Gericht – und wirft ein Schlaglicht auf ein Problem, das den Konzern gleich an mehreren Fronten beschäftigt: den Konflikt zwischen Datenschutz-Versprechen und staatlichem Zugriff.
Vor einem Londoner Tribunal warf ein Anwalt von Bürgerrechtsgruppen der britischen Regierung am Donnerstag „Realitätsverweigerung“ vor. Der Hintergrund: London hatte bereits Anfang 2025 eine sogenannte Technical Capability Notice erlassen, um eine Hintertür zu verschlüsselten Cloud-Backups zu erzwingen.
Nach Verhandlungen mit der US-Regierung zog Großbritannien diese Forderung zurück, legte im Juli aber mit einer zweiten Anordnung nach, die sich gezielt gegen britische Apple-Kunden richtet.
Apple hat dagegen Klage vor dem Investigatory Powers Tribunal eingereicht, darf aber aus rechtlichen Gründen keine Details nennen. Der Konzern hatte als Reaktion auf die erste Anordnung sein Verschlüsselungsfeature Advanced Data Protection für britische Nutzer bereits im Februar 2025 abgeschaltet und betont, niemals eine Hintertür einzubauen. Eine Entscheidung des Tribunals zur Geheimhaltungspraxis der Regierung steht noch aus, die eigentliche Verhandlung dürfte erst 2027 folgen.
Auch die EU bremst Apple aus
Parallel zum britischen Rechtsstreit sorgt ein regulatorisches Problem in der EU für Einschränkungen beim Produkt selbst. Mit iOS 27.0 bringt Apple ein überarbeitetes Siri, das auf iPhone, iPad und Apple Watch in Europa vorerst nicht verfügbar ist.
Grund ist der Digital Markets Act: Weil die neue Siri tief in iOS verankert ist und geräteübergreifend Daten verarbeitet, müsste Apple Konkurrenten wie ChatGPT oder Google Gemini vergleichbaren Systemzugriff einräumen.
Auf dem Mac, der nicht als Gatekeeper-Plattform gilt, läuft die Funktion dagegen bereits – allerdings nur auf Englisch. Einen Termin für die EU-Freischaltung auf Mobilgeräten nennt Apple bislang nicht.
Analysten bleiben trotz Verkaufssorgen optimistisch
Während die regulatorischen Fronten brodeln, zeigen sich die Wall-Street-Häuser beim Kerngeschäft unbeeindruckt. JPMorgan bestätigte das „Overweight“-Rating mit Kursziel 340 US-Dollar und verwies auf gestiegene Lieferzeiten beim iPhone Pro als Zeichen robuster Nachfrage.
BofA Securities bekräftigte „Buy“ bei 370 US-Dollar und begründete dies mit höheren Trade-in-Prämien der US-Mobilfunkanbieter, die Apples gestiegene Preise für das iPhone 18 Pro Max abfedern.
Erste Anzeichen deuten allerdings auf eine verhaltenere Nachfrage nach den neuen iPhone-18-Modellen hin, insbesondere beim Pro-Modell mit vergleichsweise wenigen Neuerungen. Das faltbare iPhone Duo gilt als eigentlicher Blickfang der aktuellen Generation, spaltet aber die Analystenmeinungen zwischen vorsichtigem Optimismus und Skepsis über den hohen Einstiegspreis.
Der Rechtsstreit mit Großbritannien dürfte Apple noch länger begleiten – eine Grundsatzentscheidung des Tribunals zur Geheimhaltungspolitik steht als nächster Meilenstein an, bevor 2027 die eigentliche Verhandlung beginnt.
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