Apple steht vor einer entscheidenden Berichtswoche – und das ausgerechnet nach einem spürbaren Rücksetzer der Aktie. Gleich mehrere Belastungsfaktoren drücken auf die Stimmung, von steigenden Speicherkosten bis zu Sorgen um die Margen. Gleichzeitig deuten erste Signale aus China und eine neue KI-Partnerschaft auf frische Impulse hin. Wie passt das zusammen?
Deutlicher Rückgang vor den Zahlen
In den vergangenen sieben Wochen ist die Apple-Aktie kontinuierlich gefallen und hat in dieser Zeit über 11 % verloren – deutlich mehr als der S&P 500, der im gleichen Zeitraum nur rund 1 % nachgab. Mit einem aktuellen Kurs von 249,36 US-Dollar liegt das Papier knapp 9 % unter dem Stand vor 30 Tagen und ebenso weit unter dem 52‑Wochen-Hoch von 273,81 US-Dollar.
Charttechnisch hat der Rückgang die Aktie in einen deutlich schwächeren Bereich geführt. Der RSI der letzten 14 Tage liegt mit 56,7 zwar nicht mehr im Extrembereich, zeigt aber im Zusammenspiel mit der relativ hohen 30‑Tage‑Volatilität von gut 55 % ein nervöses Marktumfeld. Nach dem starken Anstieg der vergangenen zwölf Monate bleibt der Titel auf Jahressicht dennoch klar im Plus.
Steigende Kosten drücken auf die Stimmung
Ein zentraler Belastungsfaktor sind die massiv gestiegenen DRAM‑Preise, also die Kosten für Speicherbausteine. Laut Analysten haben sich diese seit Oktober 2025 mehr als verdoppelt. Das nährt die Sorge, dass die Bruttomarge unter Druck gerät, wenn Apple höhere Komponentenpreise nicht vollständig an die Kunden weitergeben kann.
Citigroup hat vor diesem Hintergrund das Kursziel von 330 auf 315 US‑Dollar gesenkt. Begründung:
- DRAM‑Preise seit Oktober 2025 um mehr als 100 % gestiegen
- Zusätzliche Zölle von rund 1,4 Milliarden US‑Dollar im laufenden Quartal
- Verlängerte iPhone‑Ersatzzyklen bei wachsendem Wettbewerbsdruck
- Unsicherheit rund um die Entwicklung im China‑Geschäft
Vor allem die Kombination aus steigenden Kosten und einem reiferen Smartphone‑Markt sorgt dafür, dass Investoren vor den Zahlen vorsichtiger agieren. Die jüngste Kursschwäche spiegelt genau diese Bedenken wider.
Berichtssaison: 29. Januar im Fokus
Am 29. Januar legt Apple seine Zahlen für das erste Geschäftsquartal 2026 vor – inklusive des wichtigen Weihnachtsgeschäfts. Der Konsens am Markt rechnet mit einem Gewinn je Aktie von 2,65 US‑Dollar bei Erlösen von rund 138,3 Milliarden US‑Dollar. Das Management selbst hat das Quartal bereits als „rekordbrechend“ bezeichnet, was die Erwartungshaltung zusätzlich nach oben schraubt.
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Evercore ISI zeigt sich entsprechend optimistischer als der Durchschnitt der Analysten. Das Haus hat Apple auf die Liste „Tactical Outperform“ gesetzt, ein Kursziel von 330 US‑Dollar ausgerufen und erwartet einen Quartalsgewinn von 2,71 US‑Dollar – also leicht über dem Konsens. Begründet wird dies mit einer stärkeren als erwarteten iPhone‑Nachfrage und einem höheren Anteil teurerer Modelle, was die Margen stützen dürfte.
Unerwartete Stärke in China
Ein wichtiger Gegenpol zu den Sorgen um Wettbewerb und Nachfrage ist die jüngste Entwicklung in China. Dort hat Apple im Weihnachtsquartal den Spitzenplatz im Smartphone‑Markt zurückerobert. Die iPhone‑Auslieferungen legten im Jahresvergleich um 28 % zu.
Das ist insofern bemerkenswert, als der Markt zuletzt vor allem die Konkurrenz durch Anbieter wie Huawei, Xiaomi und Oppo im Blick hatte. Die aktuellen Daten deuten darauf hin, dass Apple im Premiumsegment weiterhin sehr gefragt ist. Mit einem weltweiten Smartphone‑Marktanteil von rund 20 % unterstreicht der Konzern die Stabilität seiner Position, trotz verschärfter Rahmenbedingungen.
KI‑Deal mit Google als möglicher Katalysator
Ein weiterer potenzieller Kurstreiber ist die im Januar bekanntgegebene Partnerschaft mit Alphabet. Apple will Googles KI‑Modell Gemini für neue Funktionen nutzen – unter anderem für eine deutlich überarbeitete Version von Siri, die noch in diesem Jahr erwartet wird.
Wichtiges Detail aus Anlegersicht: Die KI‑Funktionen sollen über die Cloud laufen. Dadurch wird kein zusätzliches On‑Device‑Memory benötigt, was die akuten DRAM‑Kostenrisiken für Apple entschärft. Während Speicherpreise also steigen, verlagert Apple einen Teil der Rechenlast nach außen – ein technologischer Schritt, der zugleich betriebswirtschaftliche Vorteile bringt.
Goldman Sachs hält an einem Kursziel von 320 US‑Dollar fest und sieht in der jüngsten Schwächephase der Aktie eine Chance zum Einstieg. Der durchschnittliche Analystenkonsens liegt bei 290 US‑Dollar und impliziert damit ein Kurspotenzial von rund 17 % gegenüber dem aktuellen Niveau.
Fazit: Hohe Erwartungen treffen auf gestiegene Risiken
Für Apple kulminieren in den kommenden Tagen mehrere Entwicklungen: ein spürbarer Kursrückgang, klare Kostentreiber bei DRAM und Zöllen, gleichzeitig aber starke Zahlen aus China und neue Fantasie durch die KI‑Kooperation mit Google. Entscheidend wird, ob das Unternehmen am 29. Januar die hohen Erwartungen an ein „rekordbrechendes“ Quartal erfüllt und dabei einen glaubwürdigen Ausblick zu Margen, iPhone‑Nachfrage und KI‑Strategie liefert. Genau diese Kombination dürfte bestimmen, ob die aktuelle Schwächephase als Übertreibung nach unten gelten kann oder sich zu einer längeren Korrektur ausweitet.
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