Applied Materials Aktie: Kapazitäten bis 2028 verdoppelt
Applied Materials plant Verdopplung der Produktionskapazitäten bis 2028 und meldet Rekordumsatz von 9,12 Mrd. Dollar im dritten Quartal 2026.
Kurz zusammengefasst
- Kapazitätsverdopplung bis 2028 geplant
- Rekordumsatz von 9,12 Milliarden Dollar
- Sechs neue Systeme für DRAM und Packaging
- BlackRock erhöht Anteil auf 10,1 Prozent
Der US-Halbleiterausrüster Applied Materials stellt die Weichen für ein massives langfristiges Wachstum. Wie Corporate Vice President Mike Sullivan am Donnerstag bekannt gab, plant das Unternehmen, seine vierteljährlichen Produktionskapazitäten für Systeme bis zum Jahr 2028 zu verdoppeln.
Diese Expansion soll die steigende Nachfrage bis in das Jahr 2030 hinein absichern. Hintergrund dieser Strategie ist der anhaltende Boom bei Anwendungen für Künstliche Intelligenz (KI), der laut Einschätzung des Managements derzeit einen Großteil des Marktwachstums für Wafer-Fab-Equipment antreibt.
Rekordquartal und gedämpfter Ausblick
Die ambitionierten Pläne folgen auf die Vorlage der Ergebnisse für das dritte Geschäftsquartal 2026. Am 13. August meldete Applied Materials einen Rekordumsatz von 9,12 Milliarden US-Dollar, was einer Steigerung von 25 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Der bereinigte Gewinn pro Aktie (Non-GAAP EPS) kletterte um 41 % auf 3,50 US-Dollar. Damit übertraf das Unternehmen die Erwartungen der Analysten deutlich.
Trotz dieser Rekordwerte reagierte der Kapitalmarkt verhalten. Investoren zeigten sich besorgt über die Prognose für das vierte Quartal: Zwar stellte Applied Materials einen Umsatz von rund 10,25 Milliarden US-Dollar in Aussicht, die Bruttomarge soll jedoch auf dem Niveau des Vorquartals stagnieren.
Am Freitag beendete die Aktie den Handel bei 420,05 Euro. Damit notiert der Wert aktuell 15 % unter seinem 50-Tage-Durchschnitt, obwohl er seit Jahresbeginn ein Plus von 87 % verbucht.
Technologische Offensive und neue Partnerschaften
Um die Marktführerschaft zu festigen, hat das Unternehmen sechs neue Systeme für die Bereiche DRAM und Advanced Packaging eingeführt. Diese Technologien, darunter die Systeme Centura Prime Epi und SEMVision G7AP, zielen darauf ab, die Effizienz von Transistoren und die Ausbeute bei High-Bandwidth-Memory (HBM) zu steigern. Das Management rechnet damit, dass der Umsatz im Bereich Prozessdiagnostik und -kontrolle im laufenden Jahr 2026 um über 50 % wachsen wird.
Parallel dazu treibt Applied Materials die Forschung voran. Medienberichten zufolge wurde eine neue Forschungs- und Entwicklungspartnerschaft mit Broadcom geschlossen. Ziel ist die Entwicklung fortschrittlicher Packaging-Technologien für KI-Chips unter Nutzung des EPIC Centers im Silicon Valley. Dieses Innovationszentrum verzeichnet mittlerweile elf Kooperationen mit führenden Chipherstellern und Universitäten.
Analysteneinschätzungen und institutionelle Bewegungen
Die Analystengemeinde bewertet die fundamentale Lage des Konzerns weiterhin positiv. Die Berenberg Bank bekräftigte gestern ihre Kaufempfehlung und verwies auf die starken Geschäftszahlen, die den schwachen Kursverlauf der jüngsten Tage nicht widerspiegelten.
Auch Harlan Sur, Analyst bei JPMorgan Chase & Co., bestätigte am Donnerstag sein „Overweight“-Rating mit einem Kursziel von 660,00 US-Dollar. Er hob hervor, dass KI-getriebene Investitionen derzeit für etwa 80 % des Wachstums bei Halbleiterfertigungsanlagen verantwortlich seien.
Im Bereich der institutionellen Anleger zeigten sich zuletzt unterschiedliche Tendenzen. Während BlackRock seine Beteiligung im zweiten Quartal um 1,6 % auf rund 10,1 % der Anteile aufstockte, veräußerte die Tudor Investment Corp von Paul Tudor Jones ihre gesamte Stammaktienposition an dem Unternehmen.
Überschattet wurden die operativen Erfolge von einer Einmalzahlung: Applied Materials verbuchte im laufenden Geschäftsjahr eine Belastung in Höhe von 253 Millionen US-Dollar. Dabei handelt es sich um einen Vergleich mit dem US-Handelsministerium im Zusammenhang mit der Einhaltung von Exportkontrollvorschriften für Kunden in China.
Ungeachtet dessen hielt das Unternehmen an seiner Aktionärspolitik fest und kündigte eine vierteljährliche Dividende von 0,53 US-Dollar pro Aktie an, die am 10. September ausgezahlt wird.
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