AppLovin steckt mitten in einer ungewöhnlichen Situation: Die Finanzkennzahlen sind stark, die regulatorischen Risiken aber erheblich. Eine aktive SEC-Untersuchung und eine Serie von Short-Seller-Attacken belasten die Aktie — trotz eines Umsatzwachstums von 70 Prozent im Gesamtjahr 2025.
Short-Seller und ein Rückzieher
Vier Leerverkäufer haben AppLovin in den vergangenen Monaten ins Visier genommen: Muddy Waters, Fuzzy Panda, Culper Research und zuletzt CapitalWatch. Letzterer veröffentlichte einen 35-seitigen Bericht, der AppLovin als „digitale Geldwaschanlage“ für kriminelle Netzwerke bezeichnete und einen AppLovin-Großaktionär mit Chen Zhi in Verbindung brachte — dem Vorsitzenden der Prince Group, die das US-Justizministerium im Oktober als transnationale kriminelle Organisation einstufte und gegen den es Anklage wegen Geldwäsche erhoben hat.
AppLovin wies die Vorwürfe als verleumderisch zurück. CapitalWatch zog die inkriminierten Passagen schließlich zurück und entschuldigte sich — hält aber an seiner kritischen Einschätzung der Finanzlage des Unternehmens fest.
Fuzzy Panda versuchte zudem, AppLovin den Einzug in den S&P 500 zu verwehren, und wandte sich mit einem Brief an das zuständige Indexkomitee. Ohne Erfolg: AppLovin wurde in den Index aufgenommen und ersetzte dort MarketAxess Holdings.
Die SEC-Untersuchung als zentrales Risiko
Schwerwiegender als die Short-Seller-Berichte ist die laufende SEC-Untersuchung. Die Behörde bestätigte, dass die Ermittlungen „aktiv und fortlaufend“ sind — und verweigerte die Herausgabe interner Korrespondenz mit Verweis auf den laufenden Vollzug.
Im Kern geht es um die Frage, ob AppLovin über seine AXON-Werbeplattform proprietäre Nutzeridentifikatoren von Meta, Snap, TikTok, Reddit und Google abgegriffen hat, um Datenschutzbeschränkungen zu umgehen und plattformübergreifendes Nutzer-Tracking zu ermöglichen. Sollte die SEC zu dem Schluss kommen, dass diese Praktiken gegen Partnervereinbarungen oder Wertpapierregeln verstoßen, drohen Bußgelder, strengere Compliance-Auflagen oder Einschränkungen bei der Messung von Werbeleistung — was direkte Auswirkungen auf die Wirksamkeit der KI-gestützten Werbetools hätte.
Starke Zahlen als Puffer
Auf der anderen Seite stehen beeindruckende Geschäftszahlen. Im vierten Quartal 2025 erzielte AppLovin einen Umsatz von 1,66 Milliarden Dollar — ein Plus von 66 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der freie Cashflow stieg im selben Zeitraum um 88 Prozent auf 1,31 Milliarden Dollar. Die bereinigte EBITDA-Marge lag bei 84 Prozent.
Für das erste Quartal 2026 erwartet das Unternehmen einen Umsatz zwischen 1,745 und 1,775 Milliarden Dollar. BofA Securities und Benchmark bestätigten beide ihre Kaufempfehlungen und verwiesen auf die wachsende Präsenz im E-Commerce-Segment: Rund 5.500 Händler nutzen die Plattform bereits, eine breitere Verfügbarkeit ist für die erste Jahreshälfte 2026 geplant.
Die Aktie notiert aktuell rund 37 Prozent unterhalb ihres Dezember-Hochs von knapp 624 Euro — ein Rückgang, der die Unsicherheit rund um die SEC-Untersuchung widerspiegelt, auch wenn Analysten die Fundamentaldaten weiterhin positiv bewerten. Der Ausgang der Ermittlungen — ob Strafmaßnahmen, Vergleich oder Einstellung — dürfte der entscheidende Kurstreiber der kommenden Monate sein.
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