AppLovin Aktie: Zwischen Fronten

AppLovin übertrifft Gewinnerwartungen deutlich, doch eine aktive SEC-Untersuchung und neue Wettbewerber belasten die Aktienstimmung trotz hoher Profitabilität.

Kurz zusammengefasst:
  • Starker Gewinn- und Umsatzsprung im vierten Quartal
  • Aktive SEC-Ermittlung zu Tracking-Methoden belastet
  • Pläne für neue Social-Media-Plattform bekannt
  • Hohe Bewertung lässt wenig Raum für Unsicherheit

AppLovin liefert operativ starke Zahlen – und trotzdem wirkt die Aktie angeschlagen. Der Grund: Eine laufende SEC-Untersuchung trifft auf eine Bewertung, die kaum Fehler verzeiht, und auf neue Konkurrenzsignale aus dem Markt. Wie passt das zusammen?

Starke Zahlen, dünne Nerven

Fundamental gab es zuletzt wenig zu meckern. Im vierten Quartal 2025 übertraf AppLovin den Gewinn je Aktie (EPS) mit 3,24 Dollar die Analystenschätzungen um rund 9,5%. Der Umsatz kletterte auf 1,66 Milliarden Dollar – ein Plus von 66% gegenüber dem Vorjahr. Auf Gesamtjahressicht meldete das Unternehmen 2025 Erlöse von 5,48 Milliarden Dollar (+70%). Auffällig: Die Profitabilität blieb hoch, mit einer bereinigten EBITDA-Marge von 84% und einem Free Cashflow von 1,31 Milliarden Dollar im Quartal.

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Umso bemerkenswerter ist die Reaktion des Marktes: Trotz des Zahlen-„Beats“ kam es im Februar zeitweise zu einem kräftigen Abverkauf. Das deutet auf ein Umfeld hin, in dem Stimmung und Bewertung gerade mehr Gewicht haben als die Vergangenheit – und in dem Anleger bei jeder Unsicherheit schnell den Rückzug antreten.

SEC-Ermittlung als Dauerbremse

Der größte Unsicherheitsfaktor bleibt die Regulierung. Die US-Börsenaufsicht SEC hat bestätigt, dass eine Untersuchung im Zusammenhang mit AppLovin „aktiv und andauernd“ ist. Details zur Korrespondenz hält die Behörde zurück, um die laufenden Ermittlungen nicht zu gefährden.

Auslöser sind Vorwürfe, AppLovin habe Vereinbarungen mit Plattformpartnern verletzt, um zielgerichtete Werbung stärker auszubauen. Im Kern geht es laut Berichten um „Fingerprinting“ – also Tracking-Methoden, die Nutzer auch ohne ausdrückliche Zustimmung wiedererkennbar machen können. Bislang wurden keine Anklagen gegen AppLovin oder Top-Manager erhoben, und der genaue Umfang der Prüfung ist öffentlich nicht konkretisiert. Genau diese Unklarheit ist es, die wie ein Schatten über dem Kurs liegt.

Neue Plattformpläne – und neue Gegner

Parallel arbeitet AppLovin offenbar an einem neuen sozialen Netzwerk. Bloomberg verweist dabei auf eine Stellenausschreibung sowie Aussagen eines Top-Managers in einem chinesischsprachigen Podcast. Der Schritt folgt auf den gescheiterten Versuch, die TikTok-Assets außerhalb Chinas zu übernehmen.

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Strategisch wäre das eine Erweiterung über das Kerngeschäft hinaus: mehr Reichweite, mehr Werbekunden, weniger Abhängigkeit von Gaming. Gleichzeitig ist der Markt für soziale Plattformen von Schwergewichten wie Meta, TikTok und Snap besetzt – ein Umfeld, in dem neue Anbieter erst einmal Nutzer, Aufmerksamkeit und Werbebudgets abwerben müssen. Dazu kommt: Gerade beim Thema Datenverarbeitung dürfte AppLovin wegen der SEC-Prüfung besonders genau beäugt werden.

Bewertung, Konkurrenz, Plattformrisiken

Für das erste Quartal 2026 stellt das Management einen Umsatz von 1,745 bis 1,775 Milliarden Dollar in Aussicht – bei unverändert 84% bereinigter EBITDA-Marge. Obwohl diese Prognose über den Erwartungen lag, werteten manche Marktteilnehmer sie als nicht stark genug, um die ambitionierte Bewertung nach den starken Kursjahren zu rechtfertigen.

Hinzu kommen neue Wettbewerbsrisiken: Anfang Februar tauchte mit CloudX ein Startup auf, das von früheren Köpfen aus dem AppLovin-Umfeld gegründet wurde – ein Faktor, der laut Bericht ebenfalls auf die Stimmung drückte. Strukturell bleibt zudem die Abhängigkeit von Plattformregeln: Änderungen an Apples iOS oder Googles Android bei Datenschutz und Tracking könnten die Datengrundlage beeinträchtigen, die AppLovins AXON-System für zielgenaue Werbung benötigt.

Auch charttechnisch ist das Bild angeschlagen: Der Schlusskurs am Freitag lag bei 368,00 Euro und damit klar unter dem 50-Tage-Durchschnitt – ein Zeichen dafür, dass der Markt die Unsicherheiten derzeit höher gewichtet als die starke Marge.

Am 13. Mai 2026 stehen die nächsten Quartalszahlen an – bis dahin dürften vor allem neue Informationen zur SEC-Untersuchung und die konkrete Ausgestaltung der Social-Plattform-Pläne darüber entscheiden, ob aus der Korrektur eine Stabilisierung wird oder ob die Aktie weiter mit Gegenwind leben muss.

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