Arafura: 93 Prozent von Nolans abgesichert
Arafura Rare Earths treibt Nolans-Projekt voran: Finanzierung steht, Baubeginn im September 2026 geplant. Abnehmer wie Hyundai und Siemens Gamesa sichern Absatz.

Kurz zusammengefasst
- Finanzierungstranchen für Nolans stehen
- Baustart für September 2026 geplant
- 93 Prozent des NdPr-Absatzes vertraglich gesichert
- Hancock Prospecting steigt mit 17,5 Prozent ein
Arafura Rare Earths rückt in eine heikle Umsetzungsphase. Die Finanzierung für Nolans nimmt Form an, die erste Abwicklung steht kurz bevor, und der Baustart im September rückt näher. Aus dem Entwickler soll nun ein Bauherr werden. Genau dort liegt der neue Prüfstein.
Finanzierung nimmt konkrete Form an
Die erste Tranche der institutionellen Platzierung soll rund 175,5 Millionen australische Dollar einbringen. Die Abwicklung ist für den 28. Mai 2026 vorgesehen, der Handel mit den neuen Aktien soll am folgenden Freitag starten.
Mit der ersten Abwicklung soll der pro-forma-Kassenbestand auf rund 911 Millionen australische Dollar steigen. Nach Abschluss der Platzierung und der bereits zugesagten Cornerstone-Investments rechnet Arafura mit rund 1,341 Milliarden australischen Dollar vor Kosten und ohne Erlöse aus dem Aktienkaufplan.
Der Aktienkaufplan soll am 3. Juni 2026 starten. Arafura peilt damit rund 25 Millionen australische Dollar an, der Ausgabepreis liegt ebenfalls bei 0,26 australischen Dollar.
Die zweite Tranche ist noch nicht durch. Sie soll rund 174,5 Millionen australische Dollar einbringen und benötigt die Zustimmung der Aktionäre auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am 2. Juli 2026. Die Abwicklung ist für den 8. Juli geplant.
Abnahmeverträge stützen Nolans
Kommerziell ist Nolans bereits weit abgesichert. Arafura hat nach eigenen Angaben etwa 93 Prozent des angestrebten verbindlichen Abnahmevolumens für Neodym-Praseodym-Oxid unter Vertrag oder in verbindlichen Strukturen.
Zu den Abnehmern zählen Hyundai und Kia aus Südkorea, Siemens Gamesa aus Deutschland sowie Traxys Luxembourg und US-Einheiten des Rohstoffhändlers. Das ist zentral, weil Nolans nicht nur ein Bergbauprojekt ist, sondern Teil einer westlichen Strategie gegen die Dominanz Chinas bei Seltenen Erden.
Auf US-Seite sieht ein verbindliches Term Sheet mit Traxys North America den Kauf von bis zu 500 Tonnen NdPr-Oxid pro Jahr vor. Dazu kommen bis zu 7,5 Tonnen Dysprosium-Terbium-Oxid jährlich aus dem Nolans-Projekt.
Die Vereinbarung läuft über fünf Jahre. Eine Verlängerung um zwei weitere Jahre ist möglich. Der Deal ist in „Project Vault“ eingebettet, eine Initiative der US-Export-Import Bank zur Verlagerung kritischer Lieferketten näher an die USA.
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Strategische Geldgeber ziehen mit
Arafura hat Finanzierungszusagen von Exportkreditagenturen aus den USA, Kanada, Deutschland und Südkorea erhalten. Dazu kommen Handelshäuser und industrielle Abnehmer, die ein Interesse an Lieferketten außerhalb Chinas haben.
Die Platzierung und weitere Eigenkapitalzusagen über 430 Millionen australische Dollar vom German Raw Materials Fund, Export Finance Australia und der National Reconstruction Fund Corporation decken den Eigenkapitalanteil der Nolans-Entwicklung ab. Damit verschiebt sich die Debatte: weniger Finanzierungsrisiko, mehr Ausführungsrisiko.
Hancock Prospecting spielt dabei eine prominente Rolle. Das von Gina Rinehart kontrollierte Rohstoffunternehmen will rund 85 Millionen australische Dollar zeichnen und erhält dafür etwa 326,9 Millionen neue Aktien.
Nach Abschluss der zweiten Tranche soll Hancock einen Anteil von rund 17,5 Prozent an Arafura halten. Das stärkt die Kapitalbasis, erhöht aber auch die Bedeutung der erfolgreichen Aktionärszustimmung im Juli.
Baustart im September geplant
CEO Darryl Cuzzubbo hat bestätigt, dass der Verwaltungsrat die finale Investitionsentscheidung für Nolans getroffen hat. Der Baubeginn ist für September 2026 angepeilt, die erste Produktion soll ab Mitte 2029 anlaufen, die geplante Jahresleistung liegt bei 4.440 Tonnen NdPr-Oxid.
Damit könnte Nolans bis zum Ende des Jahrzehnts zu Australiens drittgrößtem Seltene-Erden-Projekt aufsteigen. Das Projekt zielt auf Nachfrage aus Elektroautos, Windkraft und anderen Anwendungen, in denen starke Permanentmagnete benötigt werden. Engineering-Dienstleister Hatch ist für die Entwicklung eingebunden.
Auch strategisch hat das Projekt Gewicht. Arafura soll 500 Tonnen NdPr an Australiens strategische Mineralienreserve liefern, die bis Jahresende einsatzbereit sein soll.
Größer wären in Australien nur Lynas Rare Earths und Iluka. Lynas produzierte im vergangenen Geschäftsjahr 6.600 Tonnen NdPr, Iluka verfügt über 5.500 Tonnen Kapazität und soll im kommenden Jahr starten.
Der kurzfristige Kalender ist eng: Am 28. Mai steht die erste Tranche an, am 3. Juni öffnet der Aktienkaufplan, am 2. Juli entscheidet die außerordentliche Hauptversammlung über die zweite Tranche. Danach zählt vor allem die Baustelle im Northern Territory. Niedrige NdPr-Preise könnten die Rendite belasten, und der abgelegene Standort macht die Umsetzung anspruchsvoll. Arafura hat die Finanzierung weitgehend sortiert — jetzt muss Nolans geliefert werden.
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