Arcelormittal Aktie: Konsens vor Q3-Zahlen
Zwölf Broker erwarten 1,972 Milliarden Dollar EBITDA; Ukraine-Abschreibungen sind in den bereinigten Gewinnschätzungen nicht enthalten.

Kurz zusammengefasst
- Zwölf Broker liefern aktualisierte Schätzungen
- EBITDA-Konsens liegt bei 1,972 Milliarden Dollar
- Ukraine-Abschreibungen fehlen in bereinigten Kennzahlen
- Arcelormittal-Aktie steigt bis zu 1,75 Prozent
Vor der Vorlage der Drittquartalszahlen liegen die Erwartungen der Analysten auf dem Tisch. Arcelormittal hat heute den Konsens für das dritte Quartal 2026 veröffentlicht. Er zeigt, womit der Markt rechnet, und er blendet eine bekannte Belastung bewusst aus.
Was der Markt erwartet
Zwölf Broker haben aktualisierte Schätzungen geliefert, darunter Bank of America, Citigroup, Deutsche Bank, Goldman Sachs, Morgan Stanley und UBS. Sie rechnen im Schnitt mit einem EBITDA von 1,972 Milliarden Dollar. Der bereinigte Nettogewinn soll bei 652 Millionen Dollar liegen, der bereinigte Gewinn je Aktie bei 0,84 Dollar.
Die Zahlen stammen aus einer Zusammenstellung des Datenanbieters Visible Alpha, Stand 30. Oktober. Der Konzern betont, an der Erhebung nicht beteiligt zu sein und die Einschätzungen nicht zu verantworten.
Die Ukraine bleibt außen vor
Die bereinigten Gewinnkennzahlen klammern erwartete nicht zahlungswirksame Abschreibungen aus. Sie hängen mit der Stilllegung von Arcelormittal Kryvyi Rih in der Ukraine zusammen, die der Konzern am 25. September angekündigt hatte. Vier Häuser fehlen deshalb in diesem Teil des Konsenses: Bank of America, ING, Keybanc und Wells Fargo. Ihre Schätzungen berücksichtigen die Wertberichtigung noch nicht angemessen.
Für den Vergleich mit den späteren Ergebnissen heißt das: Der ausgewiesene Nettogewinn dürfte wegen der Ukraine-Abschreibung deutlich unter dem bereinigten Wert liegen. Maßgeblich für die Bewertung der Überraschung ist daher das EBITDA.
Aktie profitiert vom Marktumfeld
Am Montagmittag zählte die Aktie in Paris zu den stärkeren Werten im CAC 40 und legte zwischen 1,3 und 1,75 Prozent zu. Der Leitindex stand moderat im Plus, obwohl Fitch den Ausblick für Frankreichs Bonität gesenkt hatte. Stützend wirkten fallende Ölpreise, getragen von Hoffnungen auf eine diplomatische Lösung im Iran-Konflikt.
Konjunkturseitig fiel das Bild für die Industrie dagegen schwächer aus. Der französische Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe sank im Oktober auf 49,5 Punkte und signalisiert damit wieder eine Schrumpfung. Für einen Stahlkonzern mit starker Europa-Präsenz ist das ein relevantes Umfeld, das die Quartalszahlen zusätzlich einordnen dürfte.
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