Aroundtown Aktie: Konzerngewinn fällt von 578 auf 218 Millionen
Aroundtown bestätigt Jahresziele trotz Gewinnrückgang. Stabile Mieteinnahmen und geplante Verkäufe stützen die Aktie, die nach Halbjahreszahlen steigt.

Kurz zusammengefasst
- Mieteinnahmen bleiben stabil
- Zinskosten steigen deutlich
- Jahresprognose unverändert bestätigt
- Aktie gewinnt nach Zahlen
Der Gewerbeimmobilienspezialist Aroundtown hält trotz eines deutlichen Gewinnrückgangs an seinen Zielen für das laufende Geschäftsjahr fest. Während gestiegene Zinskosten das Ergebnis belasteten, erwiesen sich die operativen Mieterlöse im ersten Halbjahr 2026 als robust. Das Unternehmen profitiert dabei von einer stabilen Nachfrage in seinen Kernsegmenten, was die operativen Cashflows stützt.
Operative Resilienz im Vermietungsgeschäft
Die Nettomieteinnahmen beliefen sich in den ersten sechs Monaten auf 591 Millionen Euro. Auf vergleichbarer Fläche verzeichnete der Konzern ein Wachstum von 2,7 Prozent. Das operative Ergebnis aus dem Vermietungsgeschäft (FFO 1) sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum jedoch leicht um 4 Prozent auf 144 Millionen Euro, was einem Wert von 0,13 Euro je Aktie entspricht. Laut Medienberichten liegt dieses Ergebnis am oberen Ende der Erwartungen.
Das Portfolio des Konzerns, das einen Gesamtwert von 25,2 Milliarden Euro aufweist, ist breit gefächert. Den größten Anteil machen Büros mit 34 Prozent und Wohnimmobilien mit 33 Prozent aus, gefolgt von Hotels mit 20 Prozent. Die annualisierten Mieteinnahmen summierten sich zum Stichtag auf 1,16 Milliarden Euro.
Höhere Zinskosten drücken Konzernergebnis
Trotz der stabilen Einnahmen aus der Vermietung ging der Konzerngewinn signifikant zurück. Er sank von 578 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 218 Millionen Euro. Wesentliche Treiber für diese Entwicklung waren laut Reuters niedrigere Bewertungsgewinne infolge sinkender Immobilienpreise sowie ein deutlicher Anstieg der Finanzaufwendungen. Die Zinsaufwendungen kletterten um 26 Prozent auf 142,3 Millionen Euro.
Die Aktie reagiert heute positiv auf die Vorlage des Zwischenberichts und notiert bei 2,05 Euro, was einem Zuwachs von 1,9 Prozent entspricht. Damit festigt das Papier seine Position oberhalb des jüngsten Tiefststandes; der Abstand zum 52-Wochen-Tief beträgt aktuell 3,2 Prozent. Diese Kursstabilisierung folgt auf eine Phase der Unsicherheit, in der das Unternehmen bereits vor rund zwei Wochen seine Liquiditätsposition bestätigt hatte.
Portfoliobereinigung und Strategie bei GCP
Parallel zur operativen Bewirtschaftung setzt Aroundtown den Umbau des Portfolios fort. Im ersten Halbjahr wurden Immobilien im Wert von 350 Millionen Euro veräußert, wobei die Verkaufspreise nahe dem Buchwert lagen.
Weitere Verkäufe in Höhe von 400 Millionen Euro sind bereits geplant. Zudem erhöhte der Konzern seine Beteiligung an der Tochtergesellschaft Grand City Properties (GCP) auf 84 Prozent, wobei langfristig ein Anteil von knapp 90 Prozent angestrebt wird.
Die Analysten von Berenberg belassen ihre Einstufung für Aroundtown auf „Hold“ mit einem Kursziel von 4 Euro. In einer ersten Reaktion hoben die Experten hervor, dass die Halbjahreszahlen besser als erwartet ausgefallen seien. Auch die neue Dividendenpolitik wurde von den Analysten als positiver Aspekt hervorgehoben.
Für das Gesamtjahr 2026 bestätigt Aroundtown seine Prognose und erwartet einen FFO 1 in der Spanne von 275 bis 305 Millionen Euro. Die Dividende soll voraussichtlich zwischen 0,12 und 0,135 Euro je Aktie liegen.
Das Unternehmen verfügt über eine Liquidität von 3,9 Milliarden Euro bei einem Beleihungsauslauf (LTV) von 43 Prozent. Das laufende Aktienrückkaufprogramm wurde zuletzt nicht in Anspruch genommen; in der vergangenen Woche wurden keine eigenen Anteile erworben.
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