Aroundtown Aktie: Wohnen wird zum Schwerpunkt
Der LEG-Anteil macht Wohnen zum größten Portfoliosegment; Aroundtown hält weitere Käufe oder einen Verkauf abhängig von der Marktlage offen.

Kurz zusammengefasst
- Grand City Properties erwarb 20,04 Prozent
- Wohnen erreicht 42 Prozent des Portfolios
- Living-Segment wächst auf knapp 60 Prozent
- Weitere Schritte hängen von Marktbedingungen ab
Aroundtown verschiebt den Schwerpunkt seines Portfolios deutlich. Die Tochter Grand City Properties hat 20,04 Prozent an LEG Immobilien erworben, Wohnimmobilien werden damit zum größten Segment des Konzerns. Die Aktie legte am Mittwoch im Xetra-Handel um rund 2 Prozent auf 1,376 Euro zu.
Rechnung über den Abschlag
Aroundtown setzt auf einen simplen Hebel: Die LEG-Aktie notiert klar unter dem Buchwert. Der auf den Anteil entfallende Buchwert des Eigenkapitals lag zum Juni 2026 bei rund 1,8 Milliarden Euro. Unter bestimmten Bedingungen nach IFRS könnte Aroundtown daraus einen erheblichen einmaligen, nicht zahlungswirksamen Gewinn verbuchen.
Auch laufend soll sich das Investment rechnen. Der Konzern erwartet einen Zuwachs beim FFO I je Aktie von etwa 15 Prozent auf anteiliger Basis. Die LEG-Aktie bringt demnach eine FFO-I-Rendite von mehr als 13 Prozent, attraktiver als vergleichbare direkte Immobilienkäufe.
Wohnen rückt nach vorn
Inklusive des anteiligen LEG-Bestands macht Wohnen 42 Prozent des Gesamtportfolios aus. Rechnet man Hotels dazu, steigt das Segment Living auf knapp 60 Prozent, von zuvor 53 Prozent. Aroundtown verweist auf die niedrige Leerstandsquote, stabile Mieteinnahmen und das günstige Verhältnis von Angebot und Nachfrage, vor allem in Nordrhein-Westfalen.
Vize-Chef Kamaldeep Manaktala nennt den Schritt „transformativ“. Er ergänze frühere Maßnahmen: die Aufstockung bei Grand City Properties, die Umwandlung von Büroflächen in Serviced Apartments und Investitionen ins Hotelportfolio.
LEG hält sich zurück
Aroundtown lässt sich alle Optionen offen. Der Anteil könnte auf bis zu 29,9 Prozent steigen, er könnte kurzfristig verringert oder teilweise oder ganz verkauft werden, je nach Marktlage.
LEG selbst reagierte nüchtern. Das Unternehmen teilt die Einschätzung, dass Strategie und Portfolio erhebliches Aufwärtspotenzial bieten. Es nimmt zur Kenntnis, dass GCP die Beteiligung als Finanzinvestition betrachtet. Für LEG-Aktionäre bestehe derzeit kein Anlass zu Maßnahmen, eine weitere Stellungnahme sei vorerst nicht geplant.
Die Schwelle von 29,9 Prozent ist dabei die zentrale Marke. Sie liegt knapp unter der Grenze, ab der in Deutschland ein Pflichtangebot fällig würde. Ob Aroundtown sie ausreizt, hängt nach eigener Aussage von den Marktbedingungen ab.
Stand heute, 21. Oktober: Aroundtown – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in Aroundtown investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 21. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.