Aroundtown Aktie: Zinslast trifft operatives Ergebnis

Steigende Finanzierungskosten belasten das operative Ergebnis von Aroundtown im ersten Quartal 2026 deutlich.

Andreas Sommer ·
Aroundtown Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Operativer Gewinn FFO I sinkt um 8 Prozent
  • Finanzierungskosten steigen um knapp 28 Prozent
  • Büroleerstand erreicht neuen Höchststand von 13,2 Prozent
  • Anteil an Grand City Properties auf 81,5 Prozent erhöht

Der Immobilienkonzern Aroundtown hat sein erstes Quartal 2026 mit einem spürbaren Ergebnisrückgang abgeschlossen — und die Aktie quittierte die Zahlen mit einem Abschlag von rund 2 bis 3 Prozent auf etwa 2,51 Euro. Seit dem Zwischenhoch im Februar hat das Papier mehr als ein Fünftel an Wert verloren.

Zinsen fressen operatives Ergebnis auf

Der operative Kerngewinn FFO I sank gegenüber dem Vorjahresquartal um 8 Prozent auf 70,2 Millionen Euro. Der Haupttreiber: Die Finanzierungskosten kletterten von 54,7 auf 69,9 Millionen Euro, also um knapp 28 Prozent. Hinzu kommt, dass die Ergebnisbeiträge aus Beteiligungen auf 6 Millionen Euro schrumpften — nach 13 Millionen im Vorjahresquartal.

Der Nettogewinn brach noch deutlicher ein, allerdings verzerrt ein Basiseffekt das Bild. Anfang 2025 hatte Aroundtown noch von Immobilienbewertungsgewinnen von mehr als 200 Millionen Euro profitiert. Im aktuellen Quartal verzichtete der Konzern auf eine Neubewertung — erst zur Halbjahrsbilanz soll das Portfolio wieder unter die Lupe genommen werden.

Die Mietseite hielt sich vergleichsweise stabil. Die Nettomieteinnahmen stiegen leicht auf 296,7 Millionen Euro, das Wachstum auf vergleichbarer Basis lag bei 3 Prozent. Wohnimmobilien und Hotels liefen gut, der Bürobereich blieb schwach: Die Leerstandsquote im Bürosegment stieg auf 13,2 Prozent — ein neuer Höchststand. Aroundtown verweist auf die schleppende Konjunkturerholung in Deutschland, die den Büromarkt weiter belastet.

Verkäufe, Zukäufe und Grand City

An der Bilanzstabilisierung arbeitet der Konzern weiter. Im Quartal wurden Objekte für 27 Millionen Euro leicht über Buchwert verkauft. Nach dem Stichtag folgte der Verkauf der Penta-Hotels für 270 Millionen Euro — ein substanzieller Brocken. Auf der Kaufseite schloss Aroundtown Akquisitionen über 125 Millionen Euro in Deutschland und London ab.

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Strategisch bemerkenswert ist die Aufstockung der Beteiligung an der Wohnimmobilientochter Grand City Properties: Im April stieg der Anteil von 62,5 auf 81,5 Prozent. Der Konzern setzt damit bewusst stärker auf das stabilere Wohngeschäft — und begründete damit auch die im April angehobene Jahresprognose.

Das Aktienrückkaufprogramm über bis zu 250 Millionen Euro ist bereits zu rund 93 Prozent umgesetzt. Der durchschnittliche Rückkaufkurs lag bei 2,55 Euro je Aktie — deutlich unter dem EPRA-Buchwert von 8,00 Euro je Aktie, den das Unternehmen selbst als wesentlichen Werttreiber hervorhebt.

Prognose bestätigt, Spielraum begrenzt

Trotz des schwachen Quartalsstarts hält der Vorstand um CEO Barak Bar-Hen an der Jahresprognose fest: FFO I zwischen 275 und 305 Millionen Euro. Die Liquiditätsreserve von 4,1 Milliarden Euro und ein stabiler Fremdkapitalkostensatz von 2,3 Prozent liefern dabei eine gewisse Puffer. Der Loan-to-Value stieg jedoch auf 59 Prozent, die Zinsdeckungsquote sank auf 3,4 — Kennziffern, die Spielraum für Fehler kaum lassen. Das zweite Halbjahr muss liefern.

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Aroundtown Aktie

2,57 EUR

– 0,03 EUR -1,30 %
KGV 4,22
Sektor Liegenschaften
Div.-Rendite 0,00 %
Marktkapitalisierung 2,82 Mrd. EUR
ISIN: LU1673108939 WKN: A2DW8Z

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