ASML: 1,88 Euro Dividende am Mittwoch
ASML schüttet 1,88 Euro je Aktie aus und treibt Rückkaufprogramm voran. Trotz chinesischer Konkurrenz bleibt der Kurs langfristig stark.

Kurz zusammengefasst
- Erste Interimsdividende für 2026
- Aktienrückkauf im Wert von 1,1 Mrd. Euro
- Kurs erholt sich trotz Konkurrenzdruck
- Kapazitätsausbau um 30 Prozent geplant
ASML zahlt an diesem Mittwoch die erste Interimsdividende für 2026 aus. Die Aktie des niederländischen Lithografie-Konzerns steigt am Dienstag um 1,38 Prozent auf 1.449,80 Euro. Damit setzt sich eine Erholung fort, die das Papier binnen sieben Handelstagen um 4,56 Prozent nach oben getrieben hat.
Ausschüttung folgt auf starkes Quartal
Aktionäre erhalten 1,88 Euro je Aktie. Die Zahlung folgt auf ein kräftiges zweites Quartal: ASML meldete einen Nettoumsatz von 9,3265 Milliarden Euro und eine Bruttomarge von 54,0 Prozent. Unter dem Strich blieb ein Nettogewinn von 2,9176 Milliarden Euro, das Ergebnis je Aktie lag bei 7,59 Euro.
Zum Vergleich: Für das Gesamtjahr 2025 hatte ASML insgesamt 7,50 Euro je Aktie ausgeschüttet. Die aktuelle Quartalsdividende zeigt, wie deutlich der Konzern seine Ausschüttung an das starke operative Geschäft koppelt.
Aktienrückkauf läuft parallel weiter
Neben der Dividende bestätigte ASML am Montag den fortlaufenden Aktienrückkauf. Das Unternehmen meldete die jüngsten Transaktionen im Rahmen des laufenden Programms, wie es die EU-Marktmissbrauchsverordnung vorschreibt. Das aktuelle Rückkaufprogramm läuft von 2026 bis 2028 und wurde am 28. Januar 2026 gestartet.
Allein im zweiten Quartal kaufte ASML Aktien im Wert von rund 1,1 Milliarden Euro zurück. Die Ermächtigung dazu erteilten die Aktionäre auf der Hauptversammlung am 22. April 2026. Der Vorstand darf bis zu 10 Prozent des Grundkapitals zurückkaufen, die Frist läuft 18 Monate bis zum 22. Oktober 2027.
Kurs bleibt unter dem Rekordhoch
Trotz des Kursplus am Dienstag notiert ASML weiterhin 17,06 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 1.748,00 Euro vom 30. Juni 2026. Auf Monatssicht steht ein Minus von 9,18 Prozent zu Buche. Grund für den Rücksetzer: ein chinesischer Hersteller von Lithografie-Technik hat nach Berichten die Massenproduktion heimischer DUV-Anlagen aufgenommen. Das nährt bei Investoren Sorgen um ASMLs Monopolstellung bei modernster Chipfertigungstechnik.
Die langfristige Kursentwicklung bleibt davon unberührt stark. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 57,33 Prozent, binnen zwölf Monaten hat sich der Kurs mehr als verdoppelt — plus 139,83 Prozent. Getragen wurde diese Rallye von wiederholten Anhebungen der Umsatzprognose für 2026, angetrieben durch die Nachfrage nach KI-Chips.
Kapazitätsausbau trotz Wettbewerbsdruck
Die Kombination aus stabiler Dividende und aktivem Rückkauf unterstreicht, wie sehr ASML weiterhin auf Kapitalrückführung an Aktionäre setzt. Parallel dazu investiert der Konzern kräftig in neue Produktionskapazität.
Für 2027 plant ASML, die Kapazität bei Low-NA-EUV- und DUV-Immersionsanlagen gegenüber 2026 um rund 30 Prozent auszubauen. Ein weiterer Kapazitätssprung um 30 Prozent wird für 2028 geprüft. Das Management begründet den Ausbau mit einer außergewöhnlich starken Kundennachfrage, getrieben von Investitionen in KI-Infrastruktur.
Die Dividendenzahlung am Mittwoch und der laufende Rückkauf fallen in eine Phase, in der sich zwei Kräfte gegenüberstehen: robuste Geschäftszahlen und wachsende Sorge um Chinas technologisches Aufholen. Ob die Erholung der vergangenen sieben Handelstage trägt, hängt davon ab, welche der beiden Kräfte die Anleger stärker gewichten.
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