ASML: 20.000 Arbeitsplätze auf neuem Campus
ASML verarbeitet über eine Million Wafer mit Intel, startet einen neuen Campus und erweitert Kooperationen für künftige Chiptechnologien.

Kurz zusammengefasst
- Über eine Million Wafer verarbeitet
- Neuer Brainport-Campus offiziell im Bau
- Kooperationen mit TSMC und Samsung
- Morgan Stanley senkt ASML-Kursziel
Der niederländische Halbleiterausrüster ASML Holding setzt in einem dynamischen Marktumfeld auf eine massive Ausweitung seiner Kapazitäten und eine engere Verzahnung mit führenden Chipherstellern.
Während das Unternehmen technologische Meilensteine bei der nächsten Generation der Lithographie erreicht, unterstreichen langfristige Ausbaupläne und strategische Kooperationen die Ambitionen des Konzerns, seine Marktführerschaft bis weit in das nächste Jahrzehnt hinein zu festigen.
Meilensteine in der Lithographie und neue Partnerschaften
Ein zentraler Pfeiler der künftigen Entwicklung ist die Weiterentwicklung der High-NA-EUV-Technologie (High Numerical Aperture). Wie ASML am Dienstag mitteilte, hat die Zusammenarbeit mit Intel Foundry signifikante Fortschritte erzielt.
Demnach wurden bereits mehr als eine Million Wafer mit den neuen Systemen verarbeitet. Diese kommen unter anderem in der Hochvolumenproduktion für die kommenden Prozessorgenerationen zum Einsatz.
Parallel dazu hat ASML gemeinsam mit TSMC eine branchenweite Initiative gestartet, um den Übergang zu 12-Zoll-Fotomasken voranzutreiben. Ziel ist der Aufbau einer Pilotlinie bis zum Jahr 2031, um den Einsatz von High-NA-Systemen in der Serienfertigung fortschrittlicher Knotenpunkte bis 2033 vorzubereiten.
Neben den etablierten Partnerschaften mit Branchengrößen wie Intel und TSMC wurde am Dienstag zudem eine erweiterte strategische Zusammenarbeit mit Samsung Electronics für die Halbleiterfertigung der nächsten Generation bekannt.
Am Mittwoch vermeldete ASML darüber hinaus eine Kooperation mit Xanadu Quantum. Dabei geht es um die Entwicklung fortschrittlicher Lithographieprozesse für photonische Quanten-Hardware, um optische Verluste in Quantenchips zu reduzieren. Diese Diversifizierung der Anwendungsgebiete unterstreicht die technologische Breite des Konzerns über die klassische Chipfertigung hinaus.
Großprojekt in der Region Brainport gestartet
Um dem erwarteten langfristigen Nachfrageanstieg gerecht zu werden, hat ASML am Dienstag offiziell mit dem Bau eines zweiten großen Industriecampus in der niederländischen Region Brainport begonnen.
Das Projekt auf dem Areal des Brainport Industries Campus North soll in mehreren Phasen eine Fläche von etwa 350.000 Quadratmetern umfassen und Kapazitäten für bis zu 20.000 Arbeitsplätze schaffen. In einer ersten Phase, die voraussichtlich im Jahr 2029 abgeschlossen sein wird, sollen mindestens 3.000 Mitarbeiter in integrierten Bereichen für Produktion, Logistik und Verwaltung tätig sein.
Die Aktie spiegelt die langfristige Wachstumsstory wider und notiert seit Jahresbeginn mit einem Plus von 59 % deutlich fester. Mit einem Schlusskurs von 1.468,60 € am Freitag verbleibt das Papier jedoch in einer Konsolidierungsphase und weist einen Abstand von 16 % zu seinem 52-Wochen-Hoch auf. Die Marktkapitalisierung beläuft sich damit auf rund 566,24 Milliarden Euro.
Analysten zwischen Kurszielanpassung und Kaufempfehlungen
Das Echo am Kapitalmarkt bleibt trotz der operativen Fortschritte differenziert. Die Analysten von Morgan Stanley haben am Dienstag ihr Kursziel für ASML von 1.930 Euro auf 1.700 Euro gesenkt, behielten jedoch ihre Einstufung auf „Overweight“ bei.
Im Gegensatz dazu bekräftigte das Analysehaus Bernstein am selben Tag seine Kaufempfehlung mit einem unveränderten Kursziel von 2.452 Euro. Bernstein verwies dabei explizit auf die Dynamik bei High-NA-EUV und den langfristigen Fahrplan für die Masken-Technologie.
Weitere positive Signale kamen am Mittwoch von den Experten der Berenberg Bank, von Barclays sowie von J.P. Morgan, die ihre jeweiligen Kaufempfehlungen für die Aktie bekräftigten. Anleger richten ihren Blick nun auf die kommenden Finanztermine: Am 14. Oktober 2026 wird das Unternehmen seine nächsten Quartalszahlen vorlegen. Zudem endet das aktuelle Aktienrückkaufprogramm planmäßig am 23. Oktober 2026.
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