ASML: 4,7 Prozent Rückgang auf OpenAI-Warnung

Negative OpenAI-Nachrichten belasten ASML-Aktie. Zusätzlich rückt der MATCH Act das China-Geschäft des Chipausrüsters in den Fokus.

Dieter Jaworski ·
Asml Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Asml-Aktie verliert zeitweise 4,7 Prozent
  • OpenAI räumt verfehlte Wachstumsziele ein
  • MATCH Act bedroht China-Geschäft von ASML
  • Langfristige KI-Investitionen stützen Ausblick

Ein Bericht über verfehlte Wachstumsziele bei OpenAI hat den gesamten Halbleitersektor am Dienstag erschüttert — und ASML traf es besonders hart. Die Aktie verlor zeitweise 4,7 Prozent, bevor sie sich auf ein Minus von 3,3 Prozent erholte. Kein Wunder: Der Kurs hatte sich in den zwölf Monaten zuvor mehr als verdoppelt, was die Aktie anfällig für Gewinnmitnahmen macht.

Auslöser: OpenAI verfehlt Ziele

Das Wall Street Journal berichtete, dass OpenAI-Finanzchefin Sarah Friar intern eingeräumt haben soll, das Unternehmen habe seine Nutzerwachstums- und Umsatzziele verfehlt. Friar soll demnach auch Bedenken geäußert haben, ob OpenAI seine massiven Rechenkapazitätsverpflichtungen langfristig finanzieren kann. OpenAI-Chef Sam Altman und Friar bezeichneten den Bericht in einer gemeinsamen Stellungnahme als „lächerlich“ — die Märkte zeigten sich davon wenig beeindruckt.

Der Rücksetzer trifft ASML nach einem außergewöhnlichen Lauf. Chip-Aktien hatten zuvor 18 Handelstage in Folge zugelegt — eine der längsten Aufwärtsphasen der Branche überhaupt. ASML selbst hatte seit Jahresbeginn rund 20 Prozent zugelegt und notiert aktuell bei 1.190 Euro, knapp unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von rund 1.202 Euro.

MATCH Act: China-Geschäft unter Beschuss

Parallel zur OpenAI-Debatte rückte eine gesetzgeberische Bedrohung für ASMLs China-Geschäft näher. Der MATCH Act — ein parteiübergreifendes US-Gesetz, das im April 2026 eingebracht wurde — passierte einen Ausschuss. Das Gesetz zielt auf verschärfte Exportkontrollen für fortschrittliche Halbleiterfertigungsanlagen ab, insbesondere im Hinblick auf Verkäufe nach China.

Einige Bestimmungen wurden vor der Ausschussabstimmung abgemildert, etwa ein landesweites Verbot kryogener Ätzwerkzeuge. Die Beschränkungen für DUV-Maschinen — tiefes ultraviolettes Immersionslithografie-Equipment — blieben jedoch bestehen. Genau diese Geräte kann China nicht selbst herstellen; sie sind ASMLs Kernprodukt und der engste Engpass in der globalen Halbleiter-Lieferkette. Bis zum Gesetz ist es noch ein weiter Weg: Der Ausschuss ist eine Etappe, nicht das Ziel.

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Langfristiger Rahmen bleibt intakt

Trotz des Gegenwinds sprechen die strukturellen Argumente weiterhin für ASML. Amazon, Microsoft und Meta investieren zusammen zwischen 115 und 200 Milliarden Dollar jährlich in KI-Infrastruktur — unabhängig davon, ob OpenAI seine internen Ziele erreicht. Wer auch immer im KI-Wettbewerb die Oberhand gewinnt, braucht dafür fortschrittliche Logik- und Speicherchips, die mit ASMLs EUV- und DUV-Maschinen produziert werden.

Für 2026 erwartet ASML einen Nettoumsatz zwischen 36 und 40 Milliarden Euro bei einer Bruttomarge von 51 bis 53 Prozent. Die Bandbreite in der Prognose ist bewusst gewählt — sie soll mögliche Auswirkungen der laufenden Exportkontrolldiskussionen abfedern.

Hinzu kommt eine strategische Beteiligung, die zuletzt Aufmerksamkeit auf sich zog: ASML hält rund elf Prozent an Mistral AI und ist damit an einer Partnerschaft des französischen KI-Unternehmens mit dem Singapur-Telekommunikationskonzern Singtel indirekt beteiligt. Das Duo will KI-Anwendungen in Finanzdienstleistungen, Gesundheit und öffentliche Verwaltung bringen — ein Hinweis darauf, dass ASMLs KI-Engagement über Lithografie-Maschinen hinausgeht.

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Asml Aktie

1.192,60 EUR

+ 20,80 EUR +1,78 %
KGV 48,31
Sektor Technologie
Div.-Rendite 0,47 %
Marktkapitalisierung 467,36 Mrd. EUR
ISIN: NL0010273215 WKN: A1J4U4

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