ASML: 61,32 Prozent Plus seit Jahresbeginn
ASML stabilisiert sich nach Exportdebatte, treibt Aktienrückkäufe voran und erhält Analysten-Zuspruch. Quartalszahlen übertreffen Prognosen, Jahresumsatzprognose angehoben.

Kurz zusammengefasst
- Kurserholung nach Export-Sorgen
- Aktienrückkauf für 391 Mio. Euro
- Goldman Sachs und Bernstein bullish
- Umsatzprognose für 2026 angehoben
Nach einer Phase erhöhter Nervosität an den Terminmärkten hat sich die ASML-Aktie zuletzt stabilisiert. Am Donnerstag schloss das Papier bei 1.486,60 Euro, ein Plus von 1,93 Prozent gegenüber dem Vortag. Seit Jahresbeginn steht bei ASML damit ein Kursgewinn von 61,32 Prozent zu Buche. Auslöser der jüngsten Schwankungen waren Debatten über mögliche neue Exportkontrollen für Chip-Fertigungsausrüstung, die den Kurs zuvor mehrfach ausschlagen ließen.
Medienberichten zufolge zogen die Aktien am Donnerstag im Tagesverlauf zeitweise um 1,6 Prozent an, nachdem sich die Unsicherheit rund um die Exportthematik etwas gelegt hatte. Das gehandelte Volumen lag bei rund 1,06 Millionen Aktien – ein Hinweis darauf, dass Anleger das Thema weiterhin genau verfolgen, auch wenn sich die akute Verkaufswelle vorerst nicht fortsetzte.
Aktienrückkauf läuft weiter
Während die Debatte um Exportregeln die Stimmung belastete, hielt ASML sein Rückkaufprogramm unbeirrt aufrecht. Zwischen dem 27. und 31. Juli erwarb das Unternehmen 273.339 eigene Aktien zu einem gewichteten Durchschnittspreis von 1.431,85 Euro. Der Gegenwert dieser Käufe summierte sich auf 391,0 Millionen Euro im Rahmen des laufenden Programms – ein Signal, dass der Konzern das eigene Papier trotz der Marktturbulenzen als attraktiv bewertet.
Analysten sehen weiteres Potenzial
Am 3. August nahm Goldman Sachs ASML in seine „European Conviction List“ auf. Die Bank begründete den Schritt mit einer verbesserten Sichtbarkeit beim Ausbau der Fertigungskapazitäten und rechnet bis zum Geschäftsjahr 2029 mit einer Ausweitung der Marge auf rund 50 Prozent.
Am selben Tag kürte Bernstein ASML zur „Top Investment Idea“ für das dritte Quartal 2026, bestätigte das „Outperform“-Rating und nannte ein Kursziel von 2.500 Euro. Gemessen am Schlusskurs vom Donnerstag liegt dieses Kursziel damit noch deutlich über dem aktuellen Niveau der Aktie.
Starkes zweites Quartal, angehobene Prognose
Die Grundlage für den Optimismus der Analysten liefern die Zahlen zum zweiten Quartal 2026, die ASML am 15. Juli veröffentlichte. Der Nettoumsatz erreichte 9,3 Milliarden Euro, der Nettogewinn lag bei 2,9 Milliarden Euro und übertraf damit die eigene Prognose, wie Reuters berichtete. Zugleich hob ASML die Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2026 auf eine Spanne von 43 bis 45 Milliarden Euro an – ein deutliches Signal für anhaltend hohe Nachfrage nach Lithografiesystemen.
Parallel dazu meldete das Unternehmen einen technologischen Fortschritt: Die neuen High-NA-EUV-Lithografiesysteme erreichten einen weiteren Reifegrad, als die erste Serienfertigung eines Logikprodukts in großem Volumen anlief. Wie das Fachmagazin ET Electronics berichtete, will Intel die neuen High-NA-Systeme für die Fertigung seiner kommenden Prozessorfamilie „Panther Lake“ einsetzen – ein wichtiger Referenzauftrag für die neue Gerätegeneration von ASML.
Ausblick
Die nächste Standortbestimmung für Anleger folgt am 14. Oktober, wenn ASML die Zahlen zum dritten Quartal 2026 vorlegt. Bis dahin dürfte sich die Aktie im Spannungsfeld zwischen den positiven Signalen aus dem Kapazitätsausbau, der angehobenen Jahresprognose und den fortgesetzten Debatten über Exportkontrollen bewegen – ein Muster, das sich zuletzt auch in den ausgeprägten Kursschwankungen gezeigt hat.
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