ASML: 79 Lithographie-Systeme im Q1 ausgeliefert

Der Chipausrüster ASML übertrifft die Erwartungen und hebt seine Jahresprognose an. Die fehlende Angabe zu Auftragseingängen sorgt jedoch für Verunsicherung an den Märkten.

Andreas Sommer ·
Asml Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Umsatz und Gewinn übersteigen Markterwartungen deutlich
  • Jahresprognose für 2026 wird nach oben korrigiert
  • Management verzichtet erstmals auf Auftragseingangs-Kennzahl
  • Hauptversammlung entscheidet über Vorstandsumbau und Dividende

Rekordzahlen, eine angehobene Jahresprognose und prall gefüllte Auftragsbücher. Eigentlich liefert ASML genau das, was der Markt sehen will. Allerdings sorgt eine kleine Änderung in der Berichterstattung für spürbare Irritationen bei Investoren.

Starke Zahlen, fehlende Metrik

Der Chipausrüster meldete für das erste Quartal einen Umsatz von 8,8 Milliarden Euro. Der Nettogewinn lag bei 2,8 Milliarden Euro. Beide Werte übertrafen die Markterwartungen deutlich. Besonders das margenstarke Servicegeschäft glänzte mit einem Wachstum von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Erstmals verzichtete das Management jedoch auf die Veröffentlichung der konkreten Auftragseingänge. Diese Kennzahl galt bisher als zentraler Indikator für die zukünftige Auslastung. Ben Barringer, Technologie-Analyst bei Quilter Cheviot, sieht darin den Grund für die anfängliche Skepsis am Markt. Investoren müssten sich an diese neue Praxis erst gewöhnen.

Am Tag der Zahlenpräsentation rutschte die Aktie trotz der starken operativen Entwicklung um sechs Prozent ab. Inzwischen hat sich der Kurs bei rund 1.257 Euro stabilisiert. Damit notiert das Papier nur knapp unter dem Rekordhoch und verzeichnet seit Jahresbeginn einen Zuwachs von 27 Prozent.

Kapazitätsausbau treibt die Prognose

Konzernchef Christophe Fouquet blickt optimistisch nach vorn. Kunden beschleunigen ihren Kapazitätsausbau für die kommenden Jahre massiv. Entsprechend schraubt ASML die Umsatzprognose für 2026 auf eine Spanne von 36 bis 40 Milliarden Euro nach oben.

Die relativ breite Zielspanne federt mögliche geopolitische Risiken ab. Fouquet verweist explizit auf laufende Diskussionen rund um Exportkontrollen. Technologisch trägt das aktuelle Low-NA-EUV-Geschäft weiterhin die Hauptlast. Hier plant das Unternehmen die Produktion von 60 Systemen im laufenden Jahr.

Hauptversammlung stimmt über Umbau ab

Auf der heutigen Hauptversammlung im niederländischen Veldhoven steht die Führungsstruktur im Mittelpunkt. Der Aufsichtsrat schlägt Marco Pieters als neuen Chief Technology Officer vor. Mit seiner Ernennung würde der Vorstand künftig auf sechs Mitglieder anwachsen. Auch im Aufsichtsrat stehen mit dem Ausscheiden von Alexander Everke und der Nominierung von Benjamin Loh personelle Wechsel auf der Agenda.

Zusätzlich stimmen die Aktionäre über die Gewinnbeteiligung ab. Nach drei bereits gezahlten Zwischendividenden liegt nun eine Schlussdividende von 2,70 Euro je Aktie zur Beschlussfassung auf dem Tisch.

Der nächste reguläre Einblick in die Bücher folgt im Juli mit den Quartalszahlen. Bis dahin richtet sich der Fokus auf die Auslieferung der neuen High-NA-EUV-Maschinen. Diese nächste Technologiegeneration bildet das Fundament für das langfristige Umsatzziel von bis zu 60 Milliarden Euro im Jahr 2030.

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