ASML Aktie: 5,75 Prozent Minus
Nach dem Rekordhoch als wertvollstes Unternehmen Europas erlebt ASML einen schweren Rückschlag durch einen breiten Sektorausverkauf.

Kurz zusammengefasst
- Rekordhoch am Donnerstag
- Fünf Prozent Kursverlust am Freitag
- Broadcom-Ausblick belastet Sektor
- Analysten sehen Kurspotenzial über 1.900 Euro
Erst der historische Rekord, dann der tiefe Fall. Die ASML-Aktie erlebte eine Woche der extremen Kontraste. Am Donnerstag krönte sich der niederländische Anlagenbauer dank des KI-Booms noch zum wertvollsten Unternehmen Europas. Am Freitag radierte ein massiver Sektor-Ausverkauf Milliarden an Börsenwert wieder aus.
Schatten über dem Chip-Sektor
Auslöser für den plötzlichen Kursrutsch war die Wall Street. Enttäuschende Aussichten des US-Konzerns Broadcom zogen den gesamten Halbleitersektor nach unten. Parallel dazu trieb ein unerwartet starker US-Arbeitsmarktbericht die Anleiherenditen in die Höhe. Der technologielastige Nasdaq Composite brach um vier Prozent ein.
ASML konnte sich diesem Sog nicht entziehen. Die Papiere schlossen am Freitag mit einem Minus von 5,75 Prozent bei 1.429,40 Euro. Damit entfernte sich der Kurs deutlich vom erst am Donnerstag markierten 52-Wochen-Hoch bei knapp 1.530 Euro. Auf Wochensicht bleibt Aktionären dennoch ein leichtes Plus von knapp drei Prozent.
Analysten sehen massives Potenzial
Vor dem Rücksetzer hatten reihenweise Investmentbanken ihre Kursziele nach oben geschraubt. Barclays und BofA Securities taxieren den fairen Wert der Aktie mittlerweile auf über 1.900 Euro. Beide Häuser verweisen auf eine exzellente Auftragssichtbarkeit bis ins Jahr 2028.
Ein zentraler Treiber ist der geplante Ausbau der EUV-Lithografie-Kapazitäten. Barclays wertet insbesondere die anziehenden Neueinstellungen bei ASML und dem Optik-Zulieferer Carl Zeiss SMT als klares Signal für eine Produktionsausweitung. Große Cloud-Anbieter investieren massiv in KI-Infrastruktur, was die Nachfrage nach den Maschinen der Niederländer befeuert.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Asml?
China-Geschäft und EU-Politik
Ein struktureller Bremsklotz bleibt das China-Geschäft. Verschärfte Exportkontrollen der USA und der Niederlande hinterlassen Spuren in der Bilanz. Der Umsatzanteil mit chinesischen Kunden schrumpfte im ersten Quartal auf 19 Prozent, nach 36 Prozent im Vorquartal.
Währenddessen mischt sich das Management in die europäische Industriepolitik ein. CEO Christophe Fouquet begrüßte die neuen Vorschläge der EU-Kommission zur technologischen Souveränität, darunter den Chips Act 2.0. Er warnte allerdings vor zu viel Bürokratie. Strategische Projekte müssten sich an den Bedürfnissen der Industrie orientieren und dürften nicht von der Kommission gesteuert werden.
Trotz der jüngsten Turbulenzen bleibt der übergeordnete Aufwärtstrend intakt. Seit Jahresbeginn steht bei ASML ein Kursplus von rund 45 Prozent auf der Anzeigetafel. Mit einem Abstand von fast zwölf Prozent zur 50-Tage-Linie bei 1.279 Euro verfügt die Aktie über einen soliden technischen Puffer für die kommenden Handelswochen.
Asml-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Asml-Analyse vom 6. Juni liefert die Antwort:
Die neusten Asml-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Asml-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 6. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Asml: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...