ASML Aktie: 7,9-Milliarden-Auftrag von SK Hynix
ASML verzeichnet einen strategischen Wandel: Speicherchip-Hersteller aus Südkorea werden zu den Hauptabnehmern, während TSMC teure High-NA-EUV-Anlagen vorerst auslässt.

Kurz zusammengefasst
- Rekordhoch bei 1.748 Euro markiert
- Südkorea dominiert mit 45% Umsatzanteil
- SK Hynix platziert Milliardenauftrag
- TSMC überspringt High-NA-EUV-Technologie
ASML-Aktionäre erleben Tage der Gegensätze. Am Dienstag markierte der Kurs ein Rekordhoch von 1.748 Euro. Heute notiert das Papier deutlich tiefer. Auf den ersten Blick wirkt das wie eine normale Gewinnmitnahme. Die Realität ist komplexer. Der Rücksetzer offenbart einen tiefgreifenden Wandel. Es geht um die Frage, wer die Maschinen der Niederländer künftig kauft.
Von Logik zu Speicher
Jahrelang prägten Hersteller von Hochleistungschips die ASML-Story. Namen wie TSMC, Apple und Nvidia dominierten die Schlagzeilen. Diese Erzählung verblasst. Im ersten Quartal 2026 stammten 45 Prozent der Einnahmen aus Südkorea. Dort produzieren die Konzerne primär Speicherchips.
Mehr als die Hälfte aller Quartalsauslieferungen fließt mittlerweile in die Speicherproduktion. Das ist kein marginaler Randeffekt. Südkorea und Taiwan bilden die neuen Wachstumsmärkte. Allein SK Hynix platzierte einen Rekordauftrag über 7,9 Milliarden US-Dollar. Dieser umfasst rund 30 EUV-Systeme für die kommenden zwei Jahre.
Teures Monopol mit Rissen
Der KI-Boom verlangt nicht nur schnelle Prozessoren. Er benötigt massiv Speicherbandbreite. ASML kontrolliert den Flaschenhals für beide Technologien. Eigentlich sollten die neuen High-NA-EUV-Anlagen das Kronjuwel dieses Monopols werden. Soweit so gut. Die Praxis sieht rauer aus.
Eine Maschine kostet mehr als 350 Millionen Euro. TSMC kündigte im April 2026 an, diese Technologie bis 2029 zu überspringen. Der größte und profitabelste Chiphersteller der Welt stimmt mit dem Geldbeutel ab. Er entscheidet sich gegen das teuerste ASML-Produkt. Dadurch übernehmen Samsung, Intel und SK Hynix vorerst die Vorreiterrolle.
Parallel dazu boomt die Nachfrage nach den bewährten Low-NA-EUV-Systemen. ASML plant für das Jahr 2026 die Auslieferung von 60 dieser Verkaufsschlager. Das entspricht einem Plus von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Jahr 2027 steigt die Kapazität auf 80 Einheiten. Kunden beschleunigen ihre Ausbaupläne massiv.
Was der Kurs verrät
Die aktuelle Marktstimmung spiegelt diesen Umbruch wider. Zwar fiel die Aktie auf aktuell 1.610 Euro zurück. Dieser Kurs bedeutet dennoch ein Jahresplus von fast 63 Prozent. Die langfristige Dynamik bleibt intakt. ASML notiert rund 40 Prozent über der 200-Tage-Linie.
Das Papier stieg seit dem 52-Wochen-Tief im August 2025 um enorme 171 Prozent. Der aktuelle RSI-Wert von 53,9 signalisiert eine neutrale Bewertung. Eine annualisierte Volatilität von fast 60 Prozent zeigt aber die hohe Nervosität. Der Markt verarbeitet den Strategiewechsel von TSMC in Echtzeit.
Der Rücksetzer vom Rekordhoch ist kein Misstrauensvotum. Er markiert vielmehr eine Neubewertung der Kundenbasis. Vor einem Jahr bangten Investoren noch um das China-Geschäft. Heute lautet die entscheidende Variable Südkorea. Die Speicherhersteller müssen nun das Wachstum stemmen, das TSMC vorerst verweigert. Investoren wetten auf dieses Szenario. Der heftige Rückzug vom Juni-Gipfel zeigt jedoch klare Grenzen. Dieser Markt ist keine einfache Einbahnstraße mehr.
Asml-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Asml-Analyse vom 2. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Asml-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Asml-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 2. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Asml: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...