ASML Aktie: Akamai-Anthropic-Vertrag beflügelt
Akamai und Anthropic vereinbaren Rechenkapazitäten ab 11,6 Milliarden US-Dollar; ASML meldet zudem Aktienrückkäufe und politische Gespräche.
Kurz zusammengefasst
- ASML-Aktie legt um 0,9 Prozent zu
- Akamai und Anthropic vereinbaren Rechenkapazitäten
- Niederlande und USA besprechen Exportbeschränkungen
- ASML kauft 304.500 eigene Aktien zurück
Ein milliardenschwerer Vertrag im Bereich der künstlichen Intelligenz hat den Halbleiterausrüster ASML zum Ende der Handelswoche beflügelt. Auslöser war eine Vereinbarung zwischen Akamai Technologies und Anthropic über Rechenkapazitäten im Wert von mindestens $11,6 Milliarden.
Die Ankündigung sorgte an den europäischen Märkten für spürbare Entlastung und stärkte das Vertrauen der Anleger in den anhaltenden Ausbau der weltweiten Recheninfrastruktur.
Die Aktie des niederländischen Lithografiespezialisten ging am Freitag mit einem Plus von 0,9 Prozent bei 1.527,20 Euro aus dem Handel. Marktteilnehmer werteten den Großauftrag als Signal, dass Technologiekonzerne trotz zwischenzeitlicher Vorsicht weiterhin massiv in moderne Rechenzentren investieren.
Zuvor hatten Äußerungen aus den Führungsetagen führender Entwickler, die Entwicklung fortschrittlicher Modelle vorübergehend zu drosseln, für Verunsicherung bezüglich der Nachfrage nach Fertigungsanlagen gesorgt.
Politische Verhandlungen und Ausfuhrbeschränkungen
Parallel zur Marktstimmung steht die geopolitische Lage im Fokus. Der niederländische Premierminister Rob Jetten sprach am Donnerstag mit US-Präsident Donald Trump über drohende zusätzliche Handelsbeschränkungen.
Zur Diskussion steht in den USA der sogenannte MATCH Act, der den Verkauf von Immersions-DUV-Systemen von ASML nach China weiter einschränken könnte. Jetten äußerte sich im Anschluss zuversichtlich, dass eine tragfähige Vereinbarung erreicht werden könne.
China war für das Unternehmen in den vergangenen Quartalen ein bedeutender Abnehmer, weshalb regulatorische Verschärfungen von Investoren aufmerksam verfolgt werden. Eine diplomatische Annäherung könnte dem Ausrüster Planungssicherheit für die kommenden Lieferperioden verschaffen.
Schwache europäische Nachfrage und laufender Aktienrückkauf
Für Diskussionen sorgten zudem Äußerungen aus dem eigenen Vorstand. Laut Bloomberg erklärte Executive Vice President Frank Heemskerk, dass ASML derzeit keine Chipfertigungsmaschinen in Europa verkaufe. Als Grund nannte er fehlende Investitionen sowie das Ausbleiben neuer Fabrikneubauten in der Region. Heemskerk mahnte koordinierte Initiativen an, um die lokale Nachfrage nach fortschrittlicher Halbleiterfertigung anzukurbeln.
Operativ setzt der Konzern unterdessen die Kurspflege fort. Im Rahmen seines laufenden Rückkaufprogramms erwarb das Unternehmen zwischen dem 14. und 18. September insgesamt 304.500 eigene Aktien. Das Gesamtvolumen dieser Transaktionen belief sich auf 427.767.898 Euro.
Seit Jahresanfang steht bei den Papieren ein Kursgewinn von 66 Prozent zu Buche. Die Kombination aus stabiler Nachfrage nach moderner Ausrüstung und einer möglichen Entschärfung auf politischer Ebene stützt die Bewertung des Ausrüsters weiterhin.
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